Termine, Programm und strategische Bedeutung der Austrian Defence Innovation Conference 2026
Vom 28. bis 30. Januar 2026 verwandelt sich der Lakeside Park in Klagenfurt in einen Hotspot für Verteidigungs- und Innovationsakteure. Rund 300 Vertreter aus Militär, Wirtschaft und Forschung treffen dort zusammen, um die Verknüpfung von Innovation, industrieller Leistungsfähigkeit und sicherheitspolitischen Erfordernissen zu diskutieren. Die Konferenz dient als Plattform für die Vernetzung von Start-ups, KMU, Forschungseinrichtungen und dem Bundesheer – ein zentrales Element, das laut WKO-Vizepräsidentin Carmen Goby die Beschleunigung marktfähiger Lösungen ermöglicht.
Veranstaltungstermine und zentrale Programmpunkte
Die ADIC 2026 erstreckt sich über drei Tage (28.-30. Januar) und bietet ein breites Spektrum an Formaten:
- 28. Januar: Eröffnung im Makerspace, Netzwerk-Kick-off und erste Präsentationen von Dual-Use-Start-ups.
- 29. Januar: Defence Innovation Garage – ein intensiver Workshop, in dem Start-ups und etablierte Unternehmen gemeinsam Prototypen für Luftraumverteidigung, Drohnen und IT-Lösungen im Gefechtsfeld entwickeln. Weitere Sessions behandeln Defence Quantum Challenge und Next Generation Protection Systems. ( inno4def.at )
- 30. Januar: Abschluss-Hackathon „Cognitive Security & Resilience“, Preisverleihung (30.000 € für den Sieger Mindset Technologies) und Ausblick auf zukünftige Kooperationen.
Das offizielle Programm, das im PDF-Kompendium der ADIC veröffentlicht wurde, bestätigt diese Termine und den Fokus auf Dual-Use-Technologien.
Strategische Ziele: Innovation, Dual-Use und europäische Zusammenarbeit
Die ADIC verfolgt drei übergeordnete Zielsetzungen:
- Förderung von Dual-Use-Technologien, die sowohl zivile als auch militärische Anwendungen ermöglichen – ein Schlüssel zur Stärkung der europäischen Souveränität.
- Intensive Vernetzung von Start-ups, Forschung und etablierten Unternehmen, um Ideen schneller in marktfähige Produkte zu überführen.
- Ausbau von europäischen Kooperationsprogrammen wie dem European Sky Shield, das die Luftraumverteidigung der EU langfristig sichern soll.
Goby betont: „Die ADIC zeigt, wie viel Potenzial in der Vernetzung von Start-ups, Forschung und etablierten Unternehmen steckt. Genau solche Plattformen brauchen wir, damit aus Ideen schneller marktfähige Lösungen werden.“
Bundesheer im Beschaffungsmodus – Zeitenwende und Ressourcen
Generalleutnant Harald Vodosek beschreibt die aktuelle Lage des Bundesheeres als „Zeitenwende“. Nach einer signifikanten Aufstockung der Beschaffungs-mittel liegt der Fokus nicht mehr primär auf Truppenstärke, sondern auf:
- Reaktionsgeschwindigkeit und technologischer Überlegenheit.
- Luftraumverteidigung, vernetzte Artilleriesysteme und Lenkwaffen.
- Drohnen- und Antidrohnensysteme sowie Mobilität.
- IT-Einsatz im Gefechtsfeld.
Die quantitativen Hintergründe: Das österreichische Bundesheer zählt aktuell rund 26.000 Soldaten, davon 12.000 Wehrpflichtige. Die Verteidigungsausgaben lagen 2012 bei lediglich 0,8 % des BIP – ein historisch niedriger Wert, der durch das Mission Forward -Programm bis 2032 deutlich erhöht wird.
Der zehnjährige Entwicklungsplan „Mission Forward“ zielt darauf ab, bis 2032 die Fähigkeiten in Luftraumverteidigung und Drohnen zu stärken und gleichzeitig europäische Initiativen wie den European Sky Shield zu unterstützen.
Herausforderungen und Risikofaktoren
Goby identifiziert drei zentrale Herausforderungen für die langfristige Stärkung der österreichischen Verteidigungsfähigkeit:
- Intensive Vernetzung und Kooperation aller relevanten Akteure.
- Zugang zu Rohstoffen und Schlüsseltechnologien, die für Dual-Use-Entwicklungen unabdingbar sind.
- Gesicherte Finanzierung, um die Innovationspipeline stabil zu halten.
Gleichzeitig weist der Risk Monitor 2024 darauf hin, dass die historischen Verteidigungsausgaben (0,8 % BIP) und geopolitische Unsicherheiten bis 2035 – etwa die Rivalität zwischen USA und China sowie die russische Bedrohung – finanzielle und strategische Risiken darstellen.
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FAQ zur ADIC 2026
Wann und wo findet die ADIC 2026 statt?Vom 28. bis 30. Januar 2026 in Klagenfurt, Makerspace und Lakeside Park. Schwerpunkt-Workshop: Defence Innovation Garage am 29. Jänner ( inno4def.at ).Wie groß ist das österreichische Bundesheer?Ca. 26.000 Soldaten, davon 12.000 Wehrpflichtige. Die Aufstockung der Mittel erfolgt im Rahmen des Mission Forward -Programms bis 2032 ( Wikipedia ).Was ist European Sky Shield?Ein gemeinsames Beschaffungsprogramm für die Luftraumverteidigung, das Österreich im europäischen Kontext stärkt ( Risk monitor 2024 ).
Fazit
Die Austrian Defence Innovation Conference 2026 verbindet zeitkritische Themen – von Dual-Use-Technologien über europäische Sicherheitskooperationen bis hin zu einer neu ausgerichteten Beschaffungspolitik des Bundesheeres. Durch die klare Terminplanung, die gezielten Workshops und die Einbindung von über 300 Akteuren schafft die ADIC ein Umfeld, in dem Innovationen schneller zur Marktreife gelangen können. Gleichzeitig macht die Veranstaltung deutlich, dass finanzielle Ressourcen, Rohstoffzugang und geopolitische Unsicherheiten nach wie vor zentrale Risikofaktoren sind. Wer die Entwicklungen der nächsten Jahre in der europäischen Verteidigungslandschaft mitgestalten will, findet in der ADIC 2026 einen entscheidenden Knotenpunkt – sowohl für Österreich als auch für die gesamte EU.
