Skip to content
Defence-Tech.de

Defence-Tech.de

  • Starteite
  • Kategorien
    • News
    • Verteidigungstechnologieentwicklung und Innovation
    • Strategische und operative Verteidigungsplanung
    • Autonome Systeme und Robotik
    • Cybersicherheit und digitale Verteidigung
    • Drohnen und unbemannte Überwachungssysteme
  • Leitbild & Qualität
  • Kontakt

Defence-Tech.de

Red Cat Holdings V7: Modulares, kampferprobtes Drohnenboot aus ukrainischer Magura-Technologie

Red Cat Holdings V7: Modulares, kampferprobtes Drohnenboot aus ukrainischer Magura-Technologie

9. Februar 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Red Cat Holdings erweitert seine maritime Autonomie-Strategie mit dem V7 – einem modularen, bewaffneten Drohnenboot, das auf der bewährten ukrainischen Magura-Technologie basiert. Das System verbindet mehr als 10.000 Stunden kampferprobter Einsatzzeit mit amerikanischer Fertigungskompetenz und soll den US-Streitkräften sowie verbündeten Marinen im Indo-Pazifik eine verlässliche, autonome Tiefschlagfähigkeit im maritimen Raum bieten.

Ukrainischer Ursprung und Kampferprobung im Schwarzen Meer

Der V7 ist baugleich mit der von einer ukrainischen Geheimdienstorganisation entwickelten Magura V7. Seit 2024 wird die Magura-Serie im russo-ukrainischen Krieg eingesetzt und hat bis 2026 kumulativ über 10.000 Betriebsstunden in Live-Kampfmissionen absolviert. Laut Red Cat und den ukrainischen Verteidigungskräften (Group 13) wurden dabei „Dutzende“ Lenkwaffeneinsätze durchgeführt – mehr als jede Marine seit dem Zweiten Weltkrieg.

„Der V7 basiert auf der ukrainischen Magura V7, die seit 2024 im Schwarzen Meer im Kampfeinsatz ist“, erklärt Red Cat in einer offiziellen Mitteilung.

Die Magura V7 ist mit Sidewinder-Luft-Luft-Raketen ausgestattet, die auf See-Startschienen montiert werden und theoretisch eine Reichweite von etwa 10 km besitzen. Die Plattform hat sich bereits als reifere Kampfplattform gegenüber früheren Versionen (z. B. Magura V5) erwiesen.

Technische Merkmale und modulare Flexibilität

Die wichtigsten Leistungsdaten des V7 lauten:

  • Länge: 7,8 – 8 Meter (Red Cat 7,8 m, Naval News misst ca. 8 m)
  • Maximale Geschwindigkeit: 49 Knoten (Dual-Jet-Antrieb)
  • Reichweite: bis zu 450 Seemeilen (Standard) bzw. 540 Seemeilen mit Zusatz-Tanks
  • Ausdauer: 48 + Stunden ununterbrochener Betrieb
  • Nutzlastkapazität: bis zu 850 kg, ermöglicht mehrere Lenkwaffen, Sensor-Pakete oder Sprengköpfe
  • Bewaffnung: modulare Integration von Sidewinder-Raketen, Hoch-Explosiv- oder Penetrator-Sprengköpfen, automatischen Waffen (z. B. Maschinengewehr)

Der V7 verfügt über ein umfassendes Sensorset, darunter stabilisierte elektro-optische und Infrarot-Kameras, Laser-Entfernungsmesser, inertiale Navigationssysteme und gesicherte Kommunikationslinks. Das proprietäre halbautonome C2-System erlaubt den Betrieb in koordinierten Schwärmen und die Einbindung in ein übergreifendes Multi-Domain-C4ISR-Netzwerk.

Magura V7 vs. Red Cat V7 – Längen- und Leistungsunterschiede

Während Red Cat die Plattform mit 7,8 m angibt, messen unabhängige Naval-News-Quellen die ukrainische Variante mit etwa 8 m. Diese leichte Diskrepanz kann durch unterschiedliche Messpunkte (z. B. Antennen) erklärt werden. Beide Varianten teilen jedoch die gleichen Kernparameter: 49 Knoten Höchstgeschwindigkeit, 850 kg Nutzlast und die Möglichkeit, Sidewinder-Raketen zu tragen.

Produktionsplan und strategische industrielle Ausrichtung

Red Cat plant die Serienproduktion des sieben-Meter-Modells ab dem dritten Quartal 2026. Die Fertigung erfolgt in den USA in Zusammenarbeit mit einem führenden, jedoch nicht namentlich genannten, ukrainischen USV-Hersteller. Zielmärkte sind die US-Streitkräfte und ihre Verbündeten, insbesondere im Indo-Pazifik-Theater, wo das System als Teil einer Revitalisierung der amerikanischen maritimen Fertigungsindustrie positioniert wird.

„Wir bringen kampferprobte Technologie in die US-Maritime-Industrie und schaffen damit ein neues Geschäftsmodell für autonome Schlagkraft“, so Red Cat in einer Investor-Relations-Meldung.

Der Produktionsramp-up ist ambitioniert; erste Lieferungen sind für das spätere Jahr 2026 vorgesehen, ein vollständiges Skalieren könnte jedoch 12-24 Monate in Anspruch nehmen.

Vergleich mit konkurrierenden USV-Plattformen

Im globalen Rüstungswettbewerb positioniert sich der V7 durch seine nachweisliche Kampferprobung und modulare Waffenintegration:

  • Taiwan: Entwickelt das CSBC-Konzept, das jedoch als Kopie der Magura-Technologie gilt und weniger fortgeschritten ist.
  • Russland: Programme wie RK-700 Vizir bieten eine Nutzlast von 600 kg und geschätzte Reichweite von 200 km, jedoch sind technische Details kaum dokumentiert.
  • V7: Bietet 850 kg Nutzlast, 49 Knoten Geschwindigkeit, 450-nm Reichweite und ist bereits in über 10.000 Kampfstunden getestet.

Damit hebt sich der V7 nicht durch Neu-Erfindungen, sondern durch die Kommerzialisierung einer erprobten Technologie von der Konkurrenz ab.

Anzeige* Venture Diligence - Startup Analysen Venture Diligence - Startup Analysen

Schwarmfähigkeit und Multi-Domain-Integration

Die Red-Cat-Familie umfasst neben dem V7 Luftsysteme wie die Black-Widow-Quadcopter, das VTOL-System TRICHON und die FPV-Drohne FANG. Diese Plattformen können über ein gemeinsames Daten-Verbundnetzwerk miteinander kommunizieren, was die Realisierung von Schwarmoperationen und MUM-T (Multi-Domain-Operations-and-Tactics) ermöglicht.

  • Datenaustausch in Echtzeit zwischen USVs und UAVs
  • Koordinierte Zielerfassung und -engagements
  • Flexibles Umschalten zwischen ISR-, Strike- und Luftfahrzeug-Start-Missionen

Durch diese Integration wird der V7 zu einem Baustein eines umfassenden C4ISR-Ökosystems, das Luft, Land und See miteinander verknüpft.

Risiken, offene Fragen und Gegenmaßnahmen

  • Unklare Partnerschaft und geistiges Eigentum: Red Cat nennt den ukrainischen Partner nicht offiziell, was rechtliche und Export-Kontroll-Fragen (ITAR, Sanktionen) aufwirft.
  • Skalierbarkeit und Kosten: Keine öffentlichen Angaben zu Stückpreisen oder Produktionsraten; Verzögerungen im Übergang von Prototyp zu Serie sind im Rüstungssektor üblich.
  • Abwehrmaßnahmen des Gegners: Während Tarnung und Manövrierfähigkeit betont werden, fehlen Details zu Gegenmaßnahmen gegen EMP, Jamming oder spezialisierte Drohnenabwehr.
  • Bewaffnete Konfiguration nicht vollständig dokumentiert: Sidewinder-Integration ist bestätigt, aber Tests mit US-Waffensystemen liegen noch nicht vor.
  • Export-rechtliche Hürden: Der Transfer von ukrainischer Technologie in die USA und weiter zu Verbündeten könnte komplexe Genehmigungsverfahren erfordern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist der Red Cat V7 ein vollständig neues Design oder eine Anpassung?

Der V7 ist eine lizenzierte Adaptierung der ukrainischen Magura V7, die seit 2024 im Schwarzen Meer im Kampfeinsatz ist. Red Cat fertigt die Plattform in den USA, fügt aber keine grundlegenden Neuentwicklungen hinzu.

Wann ist der V7 verfügbar?

Der Produktionsstart ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Konkrete Liefermengen und ein vollständiges Ramp-up werden voraussichtlich 12-24 Monate danach erreicht.

Welche Waffen kann der V7 tragen?

Durch die modulare Architektur kann der V7 Lenkwaffen (z. B. Sidewinder), Sprengköpfe, Sensor-Pakete oder bis zu 850 kg Nutzlast transportieren. Die konkrete Integration mit US-Waffensystemen ist bislang nicht veröffentlicht.

Wie unterscheidet sich der V7 von der 5-Meter-Variante?

Die Magura V5 (5,5 m) ist schneller (bis 42 Knoten) und für Ramm-Angriffe mit Sprengstoff im Bug konzipiert. Der V7 ist größer, trägt mehr Nutzlast, ermöglicht den Einsatz von Lenkwaffen und bietet erweiterte Sensor- und Kommunikationsfähigkeiten.

Sind die 10.000+ Betriebsstunden bewiesene Kampfeinsätze?

Ja. Laut Red Cat und ukrainischen Quellen wurden über 10.000 Stunden in echten Kampfmissionen absolviert, inklusive Dutzender erfolgreicher Lenkwaffeneinsätze.

Kann der V7 gegen moderne Luftabwehr bestehen?

Der V7 nutzt Tarnung, niedrige Signatur und hohe Manövrierfähigkeit, um Erkennung zu erschweren. Gegen spezialisierte Drohnen- oder Flugabwehrsysteme sind jedoch keine detaillierten Leistungsnachweise veröffentlicht.

Fazit

Der Red Cat V7 stellt die erste kommerzielle Umsetzung einer bereits kampferprobten ukrainischen USV-Technologie für den US- und Verbündeten-Markt dar. Mit einer Länge von rund 8 m, einer Reichweite von bis zu 450 nm, einer Ausdauer von über 48 Stunden und einer modularen Waffenarchitektur bietet das System eine flexible Lösung für tiefe maritime Schlagoperationen. Der geplante Produktionsstart im Q3 2026 markiert den Übergang von der Ankündigung zur Serienfertigung und verdeutlicht Red Cats strategisches Ziel, die amerikanische maritime Fertigungsindustrie zu revitalisieren. Trotz offener Fragen zu Partnerschaft, Kosten und Gegenmaßnahmen bleibt der V7 ein bedeutender Schritt in Richtung autonomer, schwarmfähiger Marinen, die sowohl in ISR- als auch in kinetischen Rollen eingesetzt werden können.

Quellen

  • Red Cat Reveals Next-Gen Multi-Role USV With Stand-Off Strikes (The Defense Post, 2026-02-09)
  • Unmanned Surface Vessels – Red Cat (Red Cat Holdings, 2026-02-09)
  • Variant 7 – Blue Ops (Blue Ops, 2026-02-09)
  • First Image Of Ukraine’s Sidewinder-Armed Magura V7 Surface Drone (Naval News, 2025-05-00)
  • Red Cat Expands Maritime Domain Capabilities with Battle-Tested Unmanned Surface Vessels (Red Cat Holdings Investor Relations, 2025)
  • Red Cat Will Assemble and Sell Ukrainian Magura V7 Naval Drones in the US (Defence Ukraine, 2025)

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

Post navigation

Vorheriger Beitrag:

Technische Details zur Mesh-Struktur und Abschirmleistung von transparenten EMP-Schutzfenstern

Nächster Beitrag:

Pentagon-Review: Wie Trumps Executive Order die US-Rüstungsindustrie zur Produktionssteigerung zwingt

Netzwerke & Treffen

  • Based: Defence & Dual-Use Innovation Platform
  • European Defense Tech Hackathon
  • Munich Security Breakfast

Neueste Beiträge

  • US Coast Guard vergibt Vertrag für fünf Arctic Security Cutters an Davie Defense – Ausbau der arktischen Eisbrecherflotte
  • YALGHAR-200: Pakistans neuer Loitering Munition im globalen Markt
  • Strategische Übernahme von Thyrolf & Uhle durch Salzgitter AG – Ausbau des Defence-Portfolios
  • Rüstung als Wirtschaftsfaktor – Faktenbasierte Plattform der imh GmbH
  • Inleap Photonics: Laserbasierte, KI-gestützte Drohnenabwehr aus Hannover
  • YALGHAR-200: Pakistans neue Loitering Munition im Vergleich zur GIDS Blaze-Serie
  • Hypersonica erzielt ersten europäischen Hyperschall-Test – Meilenstein für Rüstungsautonomie
  • Uplift360s ChemR-Technologie: Nachhaltiges Recycling von Militärkompositen für Europa
  • Lockheed Martins Lamprey MMAUV: Technische Daten, Missionen und Einsatzpotenzial
  • Technische Innovationen des TPG1000Cs – Chinas kompaktes Hochleistungs-Mikrowellen-Waffensystem

Informationen

  • Datenschutz
  • Impressum
  • Kontakt
  • Leitbild & Qualität
  • Sitemap
© 2026 Defence-Tech.de

Defence Tech, die Schnittstelle zwischen modernster Technologie und Verteidigung, umfasst innovative Entwicklungen in den Bereichen Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz, Robotik, Drohnentechnologie und autonome Waffensysteme. In einer zunehmend komplexen geopolitischen Lage, in der Bedrohungen nicht mehr nur physisch, sondern auch digital existieren, spielt Defence Tech eine tragend Rolle für die nationale Sicherheit, militärische Effizienz und den Schutz kritischer Infrastrukturen. Darüber zu berichten ist uns daher wichtig, um Transparenz zu schaffen, ethische Fragen zu beleuchten und technologische Fortschritte sowie deren globale Auswirkungen zu verstehen.