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Kawa UAV vollendet Erstflug der Divyastra Mk3 mit Jet-Triebwerk

Kawa UAV vollendet Erstflug der Divyastra Mk3 mit Jet-Triebwerk

19. August 2026 von Michael Bauer

Am 11. August 2026 startete das indische Startup Kawa UAV (Handelsname HoverIt) in Uttar Pradesh mit dem Jungfernflug seiner ersten indisch entwickelten, strahlgetriebenen Loitering Munition „Divyastra Mk3“. Der Test, bei dem das System von einer fahrzeuggebundenen Startplattform aus dynamisch abgefeuert wurde, markiert einen bedeutenden Durchbruch für die indische Rüstungsautonomie, da das eingesetzte Kleinstrahltriebwerk von DG Propulsion erstmals aus heimischer Fertigung stammt.

Jungfernflug der Divyastra Mk3 – Fakten und Ablauf

Der Erstflug fand auf einer Testpiste im Uttar Pradesh statt. Nachdem das Trägersystem die erforderliche Geschwindigkeit erreicht hatte, wurde die Divyastra Mk3 von der Plattform abgesprengt und übernahm eigenständig den Flug. Das integrierte Turbojet-Triebwerk erfüllte laut Hersteller die wichtigsten Leistungsanforderungen und wurde als für den operativen Einsatz geeignet bewertet.

„We completed the flight test. For us, it is another validation of the resilience and reliability of the engines we are building at DG Propulsion“, erklärte das Unternehmen nach dem Test. „An indigenous jet engine powering an indigenous loitering munition. Jets belong in the air.“

Technologische Bedeutung der DG Propulsion-Jetintegration

DG Propulsion, 2019 gegründet, entwickelt kompakte Turbojets speziell für militärische Drohnen. Der erfolgreiche Einsatz ihres Triebwerks in der Divyastra Mk3 ist die erste öffentliche Integration eines indischen Kleinstrahltriebwerks in eine operative Flugplattform eines Drittanbieters. Damit wird eine bisherige Importabhängigkeit bei Mikrogasturbinen für Marschflugkörper und Einweg-Angriffsdrohnen überwunden.

„From programme inception to maiden flight in one calendar year. No imported jet engine. No foreign critical subsystem. Built in India. Flown in India“, betonte Kawa UAV in einer offiziellen Mitteilung.

Entwicklungslinie: Von Mk1 zu Mk3

Die Mk3-Variante baut auf den früheren Modellen der Reihe auf, insbesondere auf der Divyastra Mk1, die mit einem Propellerantrieb und einer Reichweite von etwa 500 km operierte (2025). Der Wechsel zum Jet-Antrieb erhöht die Anfluggeschwindigkeit erheblich und verbessert die Überlebensfähigkeit gegenüber modernen Luftverteidigungssystemen. Damit können Zielgebiete schneller erreicht und die Abfangwahrscheinlichkeit reduziert werden.

  • Divyastra Mk1 – Propeller, ca. 500 km Reichweite (2025)
  • Divyastra Mk3 – Jet-Triebwerk, höhere Geschwindigkeit, keine ausländischen kritischen Komponenten

Strategische Implikationen für Atmanirbhar Bharat

Der Test unterstreicht Indiens Bestreben, die eigene Verteidigungsindustrie zu stärken („Atmanirbhar Bharat“). Die Entwicklung dauerte nur ein Kalenderjahr – von der Konzeptphase bis zum erfolgreichen Flugtest – und erfolgte vollständig ohne importierte Triebwerke oder kritische Untersysteme. Der Uttar Pradesh Defence Corridor, ein von der Landesregierung geförderter Rüstungsindustriekorridor, unterstützt Startups wie Kawa UAV gezielt beim Aufbau solcher Technologien.

„Kawa UAV hat seinen Sitz im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh, wo die Regierung gezielt einen Rüstungsindustriekorridor aufbaut, um Startups und private Luftfahrtunternehmen zu fördern“, hieß es in einer FAQ-Antwort des Unternehmens.

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Herausforderungen und nächste Schritte

Obwohl der Erstflug die Aerodynamik und den Antrieb validiert, fehlen bislang Leistungs- und Sensordaten zum Prototyp. Zukünftige Tests müssen die Sensorik, Störfestigkeit, Sprengkopf-Integration und Zielgenauigkeit unter realen Einsatzbedingungen prüfen. Zudem stellt die Skalierbarkeit der Triebwerksproduktion eine Herausforderung dar: Der Übergang vom Demonstrator zur industriellen Massenfertigung unter militärischen Qualitätsstandards erfordert erhebliche Fertigungs- und Qualitätskontrollen.

  • Validierung von Sensorik und Zielführung in Folgetests
  • Skalierung der Triebwerksproduktion für Serienreife
  • Integration von Gefechtsköpfen und Störfestigkeit gegen elektronische Kampfführung

Schnellüberblick:

Was unterscheidet die Divyastra Mk3 von herkömmlichen Loitering Munitions?

Während gängige Loitering Munitions meist mit Kolben- oder Elektromotoren betrieben werden, nutzt die Divyastra Mk3 ein Turbostrahl-Triebwerk. Das ermöglicht deutlich höhere Geschwindigkeiten und erschwert die feindliche Luftabwehr.

Welche Rolle spielt der Uttar Pradesh Defence Corridor dabei?

Der Corridor fördert private Luftfahrt-Startups und bietet Infrastruktur sowie finanzielle Unterstützung, was den schnellen Entwicklungszyklus von einem Jahr für die Divyastra Mk3 begünstigte.

Wie schnell wurde das Projekt von der Idee bis zum Erstflug umgesetzt?

Die Entwicklungszeit betrug exakt ein Kalenderjahr – von der Konzeptphase bis zum erfolgreichen Jungfernflug am 11. August 2026.

Welche technischen Vorteile bietet der Jet-Antrieb gegenüber dem Vorgängermodell?

Der Jet-Antrieb steigert die Anfluggeschwindigkeit, erhöht die Durchdringungsfähigkeit moderner Luftverteidigungssysteme und reduziert die Reaktionszeit im Zielgebiet im Vergleich zum propellergetriebenen Mk1.

Quellen

  • https://timesofindia.indiatimes.com/india/kawa-uav-successfully-conducts-maiden-test-flight-of-divyastra-mk3-loitering-munition/articleshow/112563345.cms
  • https://yourstory.com/2026/08/dg-propulsion-small-jet-engines-loitering-munition

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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