Raytheon erhöht Tomahawk-Produktionsrate auf >1.000/Jahr
Die US-Marine hat Raytheon (RTX) einen siebenjährigen Großauftrag im Wert von 22,9 Milliarden US-Dollar erteilt, um die Jahresproduktion des Tomahawk-Marschflugkörpers von bislang rund 60 Stück auf über 1.000 Einheiten zu steigern. Der Vertrag markiert einen radikalen Wandel von Friedens- zu Krisenproduktionsraten und schafft langfristige Planungssicherheit für die amerikanischen und verbündeten Seestreitkräfte.
Umfang und Zielvorgaben des Siebenjahresvertrags
Der Vertrag, Teil der „Arsenal of Freedom“-Initiative, sieht vor, dass Raytheon ab 2026 jährlich mindestens 1.000 Tomahawk-Marschflugkörper (Land-Attack- und Maritime-Strike-Varianten) liefert. Die Laufzeit von sieben Jahren gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, Produktionskapazitäten schrittweise auszubauen, wobei die volle Zielrate erst im Verlauf der Vertragsperiode erreicht wird.
- Vertragsvolumen: 22,9 Mrd. USD (US-Navy)
- Laufzeit: 7 Jahre (ab 2026)
- Zielproduktionsrate Tomahawk: > 1.000 Stück/Jahr
Produktionssteigerung Tomahawk: Zahlen im Vergleich
Vor Inkrafttreten der Rahmenverträge lag die Friedensproduktionsrate bei etwa 60 Stück pro Jahr (2025). Durch den neuen Auftrag wurde die Rate bereits im ersten Halbjahr 2026 auf das 17-fache erhöht – mehr als 1.000 Stück jährlich.
- 2025: ca. 60 Tomahawk/Jahr (Friedensrate)
- 2026: > 1.000 Tomahawk/Jahr (geplante Zielrate)
- Erste 6-Monate 2026: Verdreifachung der Auslieferungen gegenüber Vorjahr
„Wir investieren erheblich in unsere Belegschaft, Technologie, Lieferkette und Anlagen, um unsere Produktionskapazitäten drastisch zu erhöhen und die stark steigende Nachfrage zu bedienen“, erklärte Raytheon-Präsident Phil Jasper.
Skalierung weiterer Lenkwaffenprogramme
Parallel zum Tomahawk-Auftrag wurden im Februar 2026 Rahmenverträge geschlossen, die die Produktion anderer Schlüsselmunitionen festlegen:
- AIM-120 AMRAAM: mindestens 1.900 Stück/Jahr
- Standard-Missile-6 (SM-6): > 500 Stück/Jahr
- Standard-Missile-3 (SM-3) Varianten: Verdopplung bis Vervierfachung der Jahreskapazität
Diese Zielmarken verdeutlichen, dass die US-Verteidigung nicht nur einen einzelnen Flugkörper, sondern das gesamte Lenkwaffenportfolio industriell auf Krisenniveau heben will.
Industrielle Investitionen und Fertigungsstandorte
Um den Produktionshochlauf zu ermöglichen, hat RTX seine Kapitalausgaben für Fabriken und Anlagen im Jahr 2026 von ursprünglich 2,6 Mrd. USD auf 3,1 Mrd. USD erhöht. Die Hauptfertigung und Endmontage der Tomahawk- und Standard-Missile-Familien konzentriert sich auf drei US-Standorte:
- Tucson, Arizona
- Huntsville, Alabama
- Andover, Massachusetts
Hundert-plus Zulieferer aus dem US-Industrienetzwerk unterstützen die Fertigung, wodurch die Lieferkette resilienter gegenüber geopolitischen Störungen wird.
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Risiken und Übergangszeit
Der massive Ausbau erfordert nicht nur neue Anlagen, sondern auch umfangreiche Schulungen des Personals. Experten weisen darauf hin, dass die volle Auslastung von über 1.000 Tomahawk pro Jahr erst schrittweise über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg erreicht werden kann. Kurzfristig bleibt daher ein Engpass bei der sofortigen Ersetzung hoher Bestandsabflüsse bestehen.
- Langfristiger Ressourcenbedarf für Ausbildung und Wartung
- Mehrjährige Übergangsphase bis zur vollen Kapazitätsauslastung
Schnellüberblick:
Wie hat sich die Tomahawk-Produktion im Vergleich zu früher verändert?
Die Tomahawk-Produktion stieg von bis zu 60 Lenkwaffen pro Jahr (2025) auf mehr als 1.000 pro Jahr (2026), was eine Zunahme um das 17-fache bedeutet.
Wie hoch war die bisherige US-Produktion vor dem Ausbau?
In den Vorjahren wurden teils nur 22 bis 60 Neubau-Flugkörper pro Jahr beschafft, was einer Ausbringung von rund einem Marschflugkörper pro Woche entsprach.
An welchen Standorten erfolgt die Fertigung?
Die Hauptfertigung und Systemintegration finden primär in den Raytheon-Werken in Tucson (Arizona) und Huntsville (Alabama) statt, gestützt durch ein Netz aus hunderten US-Zulieferbetrieben.
