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Boeing F-15EX liefert 36 Jets für Österreichs Luftschutz

Boeing F-15EX liefert 36 Jets für Österreichs Luftschutz

5. Oktober 2026 von Anna Schröder

Das österreichische Bundesheer steht vor der bislang größten Rüstungsentscheidung seiner Geschichte: Die Beschaffung von rund zehn Milliarden Euro für 36 neue Überschallkampfflugzeuge, die die veraltete Eurofighter-Tranche-1 ersetzen sollen. Im Fokus der Evaluation steht die Boeing F-15EX Eagle II, die als schwerer Zweistrahler mit langer Zelllebensdauer und günstigen Betriebskosten wirbt.

Warum 36 Kampfflugzeuge nötig sind

  • Rechenbasierte Bedarfsplanung verlangt 36 Jets für eine lückenlose Luftverteidigung mit permanenter Combat Air Patrol.
  • Zwei getrennte Einsatzräume (nördlich und südlich der Alpen) erfordern eine ausreichende Redundanz.
  • Die aktuelle Eurofighter-Tranche-1 erreicht ihr vertragliches Nutzungsende spätestens 2037.

Ein offizielles Statement des Bundesheeres lautet: „Das Bundesheer stuft eine reine Friedens-Luftraumüberwachung als nicht mehr ausreichend ein.“

Eurofighter-Tranche 1: Kosten- und Zeitdruck

  • Vertragliches Support-Ende: 2037 (spätestes Ausphasungsjahr).
  • Aktuelle Vollkosten pro Flugstunde: ca. 70.000 Euro (inkl. Wartung und Infrastruktur).
  • Alleiniger Betreiber ab ca. 2030 droht eine Kostenexplosion für Ersatzteile und Software.

Der Rüstungsstab plant die Typenentscheidung für Ende 2028 bzw. 2029, um die Einführung ab 2033/2034 zu sichern.

F-15EX Eagle II im Vergleich

Die F-15EX erweitert das Kandidatenfeld um einen schweren Zweistrahler. Sie basiert auf der Exportversion F-15QA für Katar und bietet:

  • Eine Zellenlebensdauer von 20.000 Flugstunden – deutlich mehr als die 6.000 Std. des Eurofighters und 8.000 Std. der F-35.
  • Geringere direkte Flugstundenkosten: rund 14.000 Euro pro Stunde gegenüber 26.000-31.000 Euro bei der F-35 (ohne Personal- und Infrastrukturkosten).
  • Ein maximales Startgewicht von 36,7 t, was umfangreiche Hangar- und Runway-Anpassungen erfordert.
  • Bis zu 23 externe Laststationen für bis zu 13.400 kg Waffen- und Sensorsysteme.
  • Fortschrittliches AESA-Radar AN/APG-82 und das elektronische Kampfsystem EPAWSS.

„Die F-15EX bietet mit 20.000 Flugstunden Zellenlebensdauer und geringeren direkten Flugstundenkosten im Vergleich zur F-35 signifikante Lifecycle-Vorteile.“ – Bundeswehr-Analyse

Allerdings gibt es Gegenpunkte:

  • Enorme Infrastruktur- und Ausbildungsanpassungen für den schweren Jet.
  • Geopolitische Abhängigkeit von US-Exportkontrollen (ITAR).
  • Fehlende Tarnkappeneigenschaften im Vergleich zur F-35.

US-Rahmenvertrag und Produktionschargen

Der US-Rahmenvertrag „Eagle Crest“ mit einem Volumen von 115 Mrd. USD sichert Skaleneffekte und langfristigen Support. Im Rahmen der siebten Produktionscharge (Los 7) wurden 22 weitere F-15EX-Flugzeuge für 2,38 Mrd. USD (ca. 2,1 Mrd. Euro) bestellt.

  • Bestellte F-15EX-Charge Los 7: 22 Flugzeuge (2026).
  • Auftragswert Los 7 (ohne Triebwerke): 2,38 Mrd. USD.
  • Produktionsrate: zwei Flugzeuge pro Monat ab 2027 in St. Louis, Missouri.

Durch den Rahmenvertrag ergeben sich günstige Kalkulationen für Österreich, das im geplanten Zehn-Milliarden-Euro-Paket für 36 Jets investieren will.

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Sieben-Kandidaten-Feld im Überblick

Die offizielle Longlist des Bundesheeres umfasst sieben Muster:

  • Eurofighter-Neuentwicklung (Tranche 5/Neo)
  • Saab Gripen E
  • Dassault Rafale F4/F5
  • Lockheed Martin F-35A
  • Koreanische KAI KF-21
  • Türkische TAI Kaan
  • Boeing F-15EX Eagle II

Die F-15EX tritt gegen etablierte und neuartige Muster an und bietet einen massiven Fähigkeitssprung gegenüber den bisherigen 15 Eurofighter-Tranche-1-Maschinen.

Schnellüberblick:

Warum braucht Österreich 36 Kampfflugzeuge statt bisher 15 Eurofighter?

Um im Krisenfall eine permanente Luftraumverteidigung rund um die Uhr zu gewährleisten, sind zwei Einsatzräume (nördlich und südlich der Alpen) nötig. Unter Berücksichtigung von Klarstands- und Wartungsraten sind dafür militärisch exakt 36 Jets erforderlich.

Wann soll der Nachfolger für den Eurofighter in Österreich landen?

Die Regierung plant die Typenentscheidung und Vertragsunterzeichnung für Ende 2028 bzw. 2029, damit die ersten Maschinen ab 2033/2034 eingeführt werden, bevor die Tranche 1 2035-2037 außer Dienst geht.

Welche Flugzeuge stehen neben der F-15EX noch zur Auswahl?

Zur Auswahl stehen moderne Eurofighter-Tranche 4/5, Saab JAS-39 Gripen E, Dassault Rafale, Lockheed Martin F-35A sowie Außenseiter wie KAI KF-21 und TAI Kaan.

Quellen

  • https://militaeraktuell.at/warum-das-bundesheer-36-eurofighter-nachfolger-beschaffen-moechte/
  • https://www.twz.com/air/f-15ex-buy-was-just-doubled-by-the-usaf-which-makes-perfect-sense
  • https://migflug.com/f-15ex-lot-7-contract-september-2026/
  • https://militaeraktuell.at/eurofighter-nachfolge-sieben-kandidaten-im-rennen/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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