OKSI demonstriert 81-mm Intelligent Seeker für GPS-freie Lenkwaffen
OKSI stellt seine neuen, vollständig autonomen „Intelligent Seekers“ vor – KI-gesteuerte, passive Edge-Suchköpfe, die Zielerfassung und -verfolgung ohne GPS- oder Laserunterstützung ermöglichen. Die Technologie wird exemplarisch an einem 81-mm Precision Guidance Kit (PGK) demonstriert, das herkömmliche Mörsergranaten in eigenständige Präzisionswaffen verwandelt.
Intelligente Seeker: Funktionsprinzip und Edge-KI
Die „Intelligent Seekers“ basieren auf bordbasierter Computer-Vision, die elektro-optische (EO) und Infrarot-(IR) Sensoren kombiniert. Die KI-Algorithmen verarbeiten Bilddaten in Echtzeit, erkennen, klassifizieren und verfolgen Ziele über Geschwindigkeitsbereiche von Unterschall bis Hyperschall. Das System arbeitet vollständig ohne externe Signale – weder GPS-Daten noch aktive Laser-Laserzielbeleuchtung sind nötig, wodurch die Waffen in stark gestörten Umgebungen einsatzfähig bleiben.
- Passive EO/IR-Sensorik ist immun gegen Hochfrequenz-Jamming.
- Lock-on-After-Launch (LOAL) und Rapid-Ripple-Fire ermöglichen das simultane Abfeuern mehrerer Geschosse ohne manuelle Zielbeleuchtung.
- Die Zielverfolgung erfolgt ausschließlich über die interne Computer-Vision-Pipeline.
„Modern electronic warfare has made single-shot, signal-dependent guidance a liability“, erklärt Chris Holmes-Parker, CEO von OKSI. „Our Intelligent Seekers… sense, detect, recognize, track and guide, all on board. That is what autonomous guidance should truly mean in a contested environment.“
81-mm Precision Guidance Kit: Praktische Plattformadaption
Als konkretes Demonstrationsbeispiel präsentiert OKSI ein schraubaufsatz-basiertes EO/IR-Modul für ein 81-mm Precision Guidance Kit (PGK). Der Rüstsatz fügt Standard-Mörsergranaten Steuerflächen und die Bord-KI hinzu, wodurch ungelenkte Steilfeuermunition zu autonomen Präzisionswaffen wird. Das Kit ist für das Heer kostengünstig und lässt sich schnell an vorhandene Munitionsbestände anbringen.
- Kaliber: 81 mm (Quelle S2)
- Schraubaufsatz mit integrierter Steuerung und EO/IR-Computer-Vision
- Kompatibel mit bestehenden Mörsergranaten – keine neue Fertigung notwendig
Die modulare Architektur (MOSA) erlaubt Skalierbarkeit für verschiedene Waffengattungen und Missionsprofile, sodass das gleiche Grundsystem für Luft-, Boden- und See-gestützte Plattformen angepasst werden kann.
OMNISCIENCE-Softwarearchitektur: Modulare KI-Bausteine
Die Suchköpfe basieren auf OKSIs firmeneigener Autonomie-Suite OMNISCIENCE, einer containerisierten Softwareplattform. Kernmodule umfassen:
- OMNIseek – automatische Zielerkennung (ATR)
- OMNInav – GPS-unabhängige Landmark-Navigation
- OMNItarget – finale Endphasenlenkung
OKSI blickt auf über 35 Jahre Forschung in Optik und KI zurück und hält mehr als 450 Regierungsverträge mit DoD, USSOCOM und AFRL (Quelle S1). Diese Erfahrung fließt in die robuste, skalierbare Softwarearchitektur ein, die schnelle Integration und vereinfachte Updates ermöglicht.
Kosteneffizienz und Drohnenabwehr (C-UAS)
Ein zentrales Ziel der Entwicklung ist die Senkung des Kostenverhältnisses zwischen abgefangener Drohne und eingesetzter Munition. Frühere Programme wie ARMGDN mit USSOCOM und AFRL strebten ein Verhältnis von nahezu 1:1 an (Jahr 2024, Quelle S3). Durch Nachrüstsätze wie den 81-mm PGK sollen bestehende Bestände kostengünstig befähigt werden, Drohnenbedrohungen wirksam zu bekämpfen – ein entscheidender Vorteil im Ukraine-Krieg und im Roten Meer, wo günstige Drohnen zu einer Hauptbedrohung für westliche Streitkräfte geworden sind.
- Ziel-Kostenverhältnis C-UAS: 1 : 1 (Jahr 2024, Quelle S3)
- Über 450 Regierungsverträge belegen die langfristige Entwicklungsbasis (Jahr 2026, Quelle S1)
Ethische und technische Gegenargumente
Die vollautonome Zielauswahl wirft Fragen des humanitären Völkerrechts auf. Ohne ständigen „Human-in-the-Loop“ könnte die KI Fehlziele im dichten Gefechtsfeld anvisieren. Zudem können dichte Nebel, Rauchgranaten oder Aerosole die rein passive EO/IR-Sensorik beeinträchtigen, obwohl sie gegenüber HF-Jamming immun ist.
Schnellüberblick:
Was unterscheidet OKSIs ‚Intelligent Seeker‘ von bisherigen Lenkwaffen?
Herkömmliche Präzisionswaffen benötigen kontinuierliche GPS-Daten oder einen Laserstrahl, den ein Soldat oder eine Drohne auf das Ziel richtet. Der OKSI-Suchkopf erkennt, verfolgt und steuert das Ziel rein passiv über bordinterne Computer-Vision-Algorithmen.
Was bedeutet ‚Rapid Ripple-Fire‘?
Mehrere Flugkörper können in extrem kurzen Intervallen abgefeuert werden; die Geschosse weisen sich Ziele nach dem Start autonom selbst zu (Lock-on-After-Launch), anstatt dass jede Waffe manuell beleuchtet werden muss.
