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Heaviside präsentiert TYR-Munition auf AUSA 2026 – Panzerabwehr-Drohne

Heaviside präsentiert TYR-Munition auf AUSA 2026 – Panzerabwehr-Drohne

12. Oktober 2026 von Anna Schröder

Heaviside Industries stellte auf der AUSA 2026 in Washington die miniaturisierte Loitering-Munition TYR vor. Das System richtet sich gezielt an Infanteristen, die mit einem leichten, transportablen Paket schwere Panzer ohne GPS– oder Funkverbindung präzise bekämpfen können. Mit einem Gesamtgewicht von 6,8 kg und einer Flugkörpermasse von rund 2 kg bietet die TYR-Drohne eine neue Klasse mobiler Panzerabwehr- und Multi-Target-Lösungen.

Technische Daten und Bauform

  • Spannweite: 100,33 cm (39,5 Zoll) – offizielle Herstellerangabe laut Datenblatt (2026)
  • Systemlänge: 78,74 cm (31 Zoll)
  • Flugkörpergewicht: 2,27 kg (ca. 5 lbs)
  • Gesamtsystemgewicht (Tragepack): 6,8 kg (<15 lbs)
  • Spitzegeschwindigkeit: 241,4 km/h (150 mph)
  • Flugzeit: mehr als 60 Minuten, Reichweite über 40 km

Die kompakten Abmessungen ermöglichen einen Transport im Rucksack, während die aerodynamische Starrflüglerkonstruktion stabile Flugeigenschaften selbst in stark gestörten Umgebungen gewährleistet.

Kommunikation und Ausfallsicherung

Heaviside setzt proprietäre Dual-Band-Funkanlagen ein, die sowohl im normalen als auch im GPS-denied-Betrieb zuverlässig funktionieren. Das System enthält programmierbare Abbruch- und Failsafe-Routinen, die bei komplettem Signalverlust automatisch aktiviert werden.

„Reißt die Datenverbindung zum Piloten ab, greifen vorprogrammierte Handlungsoptionen: Die Munition kann den Schlag wahlweise autonom zu Ende führen, den Angriff abbrechen, in eine vordefinierte Sicherheitszone zur Landung einschwenken oder sich kontrolliert selbst zerstören.“ – Heaviside-Präsident Nils Haagenrud

Die vier autonomen Abbruch-Optionen (Angriff fortsetzen, abbrechen, Sicherheitslandung, Selbstzerstörung) geben dem Bediener maximale Flexibilität, selbst wenn die Funkverbindung unterbrochen wird.

Industrielle Partnerschaft mit Nammo und Unternehmensfinanzierung

Im August 2026 schloss Heaviside eine strategische Partnerschaft mit dem norwegischen Rüstungskonzern Nammo. Nammo liefert vier modulare Gefechtskopfvarianten:

  • Hohlladung gegen Panzer
  • Sprengkopf für Bauwerke
  • Explosiv geformter Penetrator
  • Splitterkopf gegen Personen

Gleichzeitig sicherte sich das 2024 gegründete Start-up eine Series-B-Finanzierung über 60 Millionen US-Dollar, geleitet von Felicis, um die Serienproduktion für US- und NATO-Kräfte zu skalieren.

Ein separater fünfjähriger IDIQ-Rahmenvertrag (MOTH-Auftrag) im Wert von 99 Millionen US-Dollar für taktische Hochfrequenz-Spektrumanalysatoren unterstreicht die etablierte Geschäftsbeziehung mit dem US-Verteidigungsministerium.

Taktische Ableitung aus dem Ukraine-Krieg

Nach Angaben der Unternehmensführung entstand das TYR-Konzept aus Beobachtungen des russisch-ukrainischen Krieges. Dort wurden herkömmliche Lenkwaffen häufig durch massive elektronische Störmaßnahmen neutralisiert, während tragbare Panzerabwehrdrohnen auf Gruppenebene fehlten.

Die TYR-Munition adressiert genau diese Lücke: Sie kann in stark gestörten, GPS-denied-Umgebungen operieren und liefert Infanteristen die Möglichkeit, einzelne Panzer oder befestigte Ziele präzise zu bekämpfen.

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Einsatzmöglichkeiten und Einsatzfeld

Die TYR-Drohne ist für verschiedene Szenarien konzipiert:

  • Boden- und Basisverteidigung
  • Counter-UAS-Einsätze
  • Integration in größere unbemannte Systeme
  • Gezielte Angriffe auf gepanzerte Fahrzeuge, befestigte Strukturen und Personen

Mit einer geringen akustischen und visuellen Signatur kann die Drohne unauffällig operieren, während die lange Flugzeit und Reichweite Flexibilität im Gefechtsfeld bieten.

„Mit einer beispiellosen Kombination aus Größe, Gewicht und Leistung verleiht TYR gepanzerten Fahrzeugen, befestigten Strukturen und anderen feindlichen Zielen einen überproportionalen Schlag, während es die Soldaten weiter von Gefahren entfernt hält“, erklärte Phillip Walker, CEO von Heaviside Industries.

Schnellüberblick:

Was passiert mit der TYR-Drohne, wenn die Funkverbindung im Gefecht abreißt?

Bediener können vorab oder im Flug festlegen, wie das System reagiert: Es kann den Angriff autonom fortsetzen, den Anflug abbrechen, in eine designierte Sicherheitszone zurückkehren und landen oder sich selbst zerstören.

Welche Kunden nutzen das System bereits?

Heaviside Industries steht nach eigenen Angaben unter Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium (Department of Defense). Detaillierte Informationen zu den Teilstreitkräften und Beschaffungsprogrammen werden nicht veröffentlicht.

Wie groß ist das Fluggerät in der Praxis?

Die Festflügeldrohne hat eine Spannweite von etwa 100 cm und eine Gesamtlänge von rund 79 cm, wodurch sie von einem einzelnen Soldaten im Rucksack transportiert werden kann.

Quellen

  • https://www.janes.com/osint-insights/defence-news/weapons/ausa-2026-heaviside-industries-debuts-new-loitering-munition
  • https://defence-industry.eu/heaviside-raises-60-million-at-600-million-valuation-taps-nammo-to-supply-warheads-for-precision-munitions-production/
  • https://www.businesswire.com/news/home/20260929120854/en/Heaviside-Industries-Awarded-99M-IDIQ-Contract-to-Provide-MOTH-Spectrum-Analyzers-to-U.S.-Army

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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