GM Defense plant funktionale Tests des Silverado-UGV 2027
Nutzlast8.000 Pfund (ca. 3.628 kg)Akkukapazität100 kWhDauerleistung EPIQ Hybrid60 kWGeplanter Flottenbedarf ISV12.000 FahrzeugeUrsprünglicher Erstbeschaffungsvertrag ISV (2020)649 FahrzeugeAuszustattende Brigaden39 Brigaden
Technische Fahrzeugarchitektur und Nutzlastkapazität des UGV
Das unbemannte Fahrzeug basiert auf dem Fahrgestell des Chevrolet Silverado 3500HD, das durch eine Doppelbereifung an der Hinterachse und eine vollständige Entfernung der Kabine zu einer flachen Skateboard-Architektur umgebaut wurde. Diese offene Ladefläche ermöglicht eine maximale Nutzlast von bis zu 8.000 Pfund (rund 3,6 Tonnen). Das Fahrzeug kann damit sowohl Verwundete als auch schwere modulare Systeme wie Antidrohnen-Laser oder andere Einsatzmodule transportieren.
Der Antrieb kombiniert einen konventionellen Verbrennungsmotor mit einem 100-kWh-Batteriespeicher. Dieser ermöglicht im sogenannten Silent-Drive-Modus emissionsarme Fahrten mit reduzierter Geräusch- und Wärmesignatur – ein entscheidender Vorteil für Operationen in umkämpften Umgebungen.
Autonomie-Integration und Sensorik
Auf der AUSA 2026 präsentierte GM Defense die Missions- und Fahrsoftware “Gx Ground Agent” des KI-Spezialisten Scout AI. Die offene Softwareschnittstelle erlaubt der US-Armee, eigenständig modulare Navigations- und Missionsmodule zu integrieren. Das System unterstützt sowohl vollautonome als auch teleoperierte Einsätze und nutzt Sensorfusion, um das Fahrzeug sicher durch schwieriges Gelände zu führen.
Hintergrund zur Beschaffungsausweitung der Mobile Brigade Combat Teams (MBCT)
Die US-Army erhöht den Bedarf an Infantry Squad Vehicles von ursprünglich 649 auf fast 12.000 Einheiten, um die neue Doktrin der Mobile Brigade Combat Teams zu unterstützen. Diese hochmobilen Einheiten sollen schnelle Truppenbewegungen außerhalb feindlicher Artillerie-Reichweiten ermöglichen. GM Defense entwickelte eigenfinanziert die 5-Sitz-Variante (ISV-Utility), um Schutz- und Ausrüstungsanforderungen modular abzudecken.
Die Ausweitung betrifft 39 aktive Brigaden und Nationalgarde-Brigaden, die künftig mit den ISV-Varianten ausgestattet werden sollen.
Risiken und Gegenargumente
- Fehlende BeschusspanzerungDie Fahrzeuge basieren auf gewichtsoptimierten COTS-Strukturen ohne ballistischen Schutz oder Panzerglas, wodurch sie in umkämpften Frontabschnitten anfällig für Splitterwirkung und FPV-Drohnen sind.
- Robuste Datenverbindungen erforderlichVollautonome oder teleoperierte Bodenfahrzeuge riskieren bei starker Funkstörung (Jamming) den Kontrollverlust, wenn Edge-KI-Algorithmen das Gelände nicht vollständig ohne Satellitenführung erschließen können.
- HaushaltsvorbehaltDie Zahl von 12.000 ISVs stellt den ermittelten Gesamtbedarf dar, ist jedoch noch kein bindender, vollständig ausfinanzierter Kaufvertrag des Pentagon.
“The modern defense landscape demands advanced capability, rapid fielding and sustainable scale,”
Steve duMont, President, GM Defense
Schnellüberblick
Welche Vorteile bietet der Einsatz eines zivilen Pickups als Basis für ein unbemanntes Militärfahrzeug?
GM Defense nutzt bestehende Fertigungslinien, bewährte Serienkomponenten (COTS) und die weltweite Ersatzteil-Lieferkette von General Motors, wodurch Anschaffungskosten deutlich sinken und Wartungszyklen beschleunigt werden.
Wozu dient das mobile Speichersystem EPIQ Hybrid im Gefechtsfeld?
Es versorgt vorgeschobene Einsatzbasen, Funkknoten oder Drohnenabwehrlaser geräusch- und wärmearm mit 60 kW Strom aus einem 100-kWh-Batteriepuffer, wodurch Streitkräfte von Infrarot- und Akustiksensoren des Gegners schwerer aufgeklärt werden.
Wann ist mit dem regulären Feldeinsatz des fahrerlosen Silverado zu rechnen?
Erste funktionale Erprobungsfahrten sind für 2027 anvisiert; bis zu einer Serienreife und offiziellen Beschaffung durch das US-Militär sind nach den Tests umfangreiche Truppenversuche erforderlich.
Quellen · 2
Stand: 22.10.2026- defensenews.com land/2026/10/12/us-army-gm-defense-agree-to-add-12000-infantry-squad-vehicles-to-fleet
- gm-trucks.com meet-the-autonomous-silverado-hd-drone-gm-defense-built-for-the-army
Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.
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