Arbe Robotics stellt Alerion vor: 4D-Radar gegen funkstille Drohnen
4D-Imaging-Architektur von Alerion
Das Kernprinzip von Alerion ist eine hochauflösende 4D-Imaging-Architektur. Das Radar liefert dichte Messdaten zu Entfernung, Azimut, Elevation und Doppler (Geschwindigkeit) und erzeugt daraus ein detailliertes Bild der Umgebung. Arbe nennt für seine Radartechnik eine 48Tx-x-48Rx-Architektur mit 2.304 virtuellen Kanälen. Nach Unternehmensangaben kann das System dadurch:
- Drohnen von Vögeln, Fahrzeugen, Gebäuden und Vegetation unterscheiden.
- Ein Ziel kontinuierlich vom ersten Erkennen bis zum minimalen Messabstand verfolgen, auch in der kritischen Endanflugzone mit niedriger Flughöhe, Manövern und Bodenechos.
- Falschalarme gering halten und Kameras sowie Effektoren präzise auf das Ziel einweisen.
Detektion unabhängig vom Funkverkehr der Drohne
Herkömmliche C-UAS-Sensoren stoßen bei Drohnen an Grenzen, die kaum Radarenergie reflektieren oder gar keine Funkverbindung nutzen. Das gilt für autonome und glasfasergesteuerte Drohnen, bei denen es kein Funksignal zum Abfangen gibt. Alerion erkennt stattdessen die Drohne selbst anhand ihrer physischen Radarechos (Radarquerschnitt, RCS) und hängt damit nicht von einer aktiven Steuerverbindung ab. Der Track bleibt nach Arbe-Angaben bestehen, egal wie die Drohne gesteuert wird.
“Drone threats have become one of the most urgent security challenges worldwide, and detection of small drones is a current weakness where defenders are highly exposed,” sagte Ram Machness, CEO von Arbe Robotics. “Alerion brings the highly detailed sensing capabilities Arbe has spent years developing for automotive – resolving small objects in dense clutter – to counter-drone defense in a compact platform designed for broad deployment.”
Rolle im Multisensor-Verbund
Alerion ist als hochauflösende Sensorebene innerhalb mehrschichtiger C-UAS-Architekturen gedacht, nicht als Komplettlösung. Die strukturierten Radardaten sollen sich für Sensorfusion, Klassifikation und die Anbindung an Führungssysteme (C2) nutzen lassen. Arbe verweist außerdem darauf, dass die Detektion bei Tag und Nacht sowie bei Regen und Nebel funktioniere, wenn die optische Sicht eingeschränkt ist.
Einsatzmöglichkeiten und SWaP-C
Durch die kompakte Solid-State-Bauweise ohne bewegliche Teile soll sich Alerion flexibel einsetzen lassen:
- Feste Installationen wie strategische Anlagen, kritische Infrastruktur, Grenzen und Militärstützpunkte.
- Fahrzeuggestützte Systeme, etwa auf mobilen Einheiten oder gepanzerten Fahrzeugen.
- Tragbare und temporäre Aufbauten, zum Beispiel für öffentliche Veranstaltungen.
SWaP-C steht für Size, Weight, Power und Cost. Arbe beschreibt Alerion als klein, leicht, stromsparend und kostengünstig. Das ist eine Herstellerangabe, konkrete Werte zu Gewicht, Leistungsaufnahme oder Preis nennt die Pressemitteilung nicht.
Status: Feldtests und Evaluierung durch Integratoren
Laut Arbe wurde Alerion für Verteidigungsanwendungen erfolgreich im Feld getestet und wird derzeit von C-UAS-Integratoren weltweit evaluiert. Öffentlich zugängliche Leistungszahlen, etwa Detektionsquoten oder Reichweiten, sowie Zertifizierungen oder Interoperabilitätsbestätigungen nennt das Unternehmen in der Ankündigung nicht. Wer Alerion beschaffen oder einplanen will, sollte solche Werte direkt beim Hersteller anfragen.
Schnellüberblick
Was ist Alerion?
Ein kompaktes 4D-Imaging-Radar von Arbe Robotics zur Detektion und Verfolgung kleiner Drohnen, darunter FPV-, Mini-, autonome und glasfasergesteuerte Drohnen.
Wie erkennt Alerion funkstille Drohnen?
Über die physischen Radarechos der Drohne selbst, nicht über deren Funkverbindung.
Welche Kriterien erfüllt Alerion hinsichtlich SWaP-C?
Nach Herstellerangaben ist das System klein, leicht, stromsparend und kostengünstig und für feste, fahrzeuggestützte und tragbare Systeme geeignet.
Wo wurde Alerion vorgestellt?
Arbe kündigte die Teilnahme an der Messe Counter UAS Homeland Security Europe an, die vom 23. bis 24. September 2026 in London stattfand.
Quellen · 3
Stand: 18.10.2026Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.
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