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Auterion Talon testet Bundeswehr: mobile Drohnenabwehr per Gewehr

Der von Auterion entwickelte kinetische Drohnen-Abfangjäger Talon wurde von deutschen Truppen auf einem Testgelände erprobt und demonstriert eine sprengstofflose, per Gewehr-Startvorrichtung abgefeuerte Mittel, die feindliche Kleindrohnen im Nahbereich zuverlässig zerstört.

3 Min. Lesezeit

Maximale Abfanggeschwindigkeit60 m/s (2026)Einsatzreichweite5 km (2026)Einsatzhöhe2 000 m (2026)Trefferwahrscheinlichkeit> 80 % (2026)Sensorreichweite des optischen Suchers600 m (2026)Nachladezeit der Startvorrichtung80 % (2026)

Leistungsdaten und Abfangkapazität

Der Talon ist speziell für die NATO-Kategorien Group 1 und 2 ausgelegt – Mikro- bis leichte taktische Drohnen bis zu einem Gewicht von 25 kg. Mit einer maximalen Abfanggeschwindigkeit von 60 m/s (216 km/h) kann das System Ziele neutralisieren, die sich mit bis zu 40 m/s (144 km/h) bewegen. Die Reichweite von fünf Kilometern und eine operative Höhe von bis zu 2 000 Metern ermöglichen den Einsatz im gesamten Nahbereich (VSHORAD) von Infanterie-Einheiten bis zu kritischen Infrastrukturen. Die gemeldete Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei über 80 % – ein direkter Aufprall ohne Sprengkopf garantiert eine sprengstofffreie Zerstörung.

Sensortechnik und modulare Hardware

Die Zielerfassung beruht auf dem Bordrechner Skynode S, der mit einem ungekühlten Wärmebildsensor FLIR Boson 640 LWIR gekoppelt ist. Der Sensor deckt im Endanflug eine Distanz von 600 Metern ab. Die Drohnenzelle besteht aus einer modularen 3-D-Druck-Struktur, die niedrige Beschaffungskosten und eine schnelle Feldreparatur ermöglicht. Die Kombination aus hochauflösendem thermischem Bild und autonomer Navigation über AuterionOS erlaubt den Einsatz in GPS-gestörten Umgebungen.

Erprobung durch die Bundeswehr

Im Oktober 2026 testeten Soldaten der Bundeswehr den Talon auf einem Flugplatz-Testgelände. Das Zwei-Personen-Einsatzkonzept nutzt eine gewehrähnliche Startvorrichtung, die das Interceptor-System wie ein Schuss abfeuert. Sobald das Fahrzeug die Luft erreicht, übernimmt das integrierte “Fire-and-Forget”-Modul die Zielverfolgung, sodass keine weitere manuelle Steuerung nötig ist. Der Test bestätigte die Funktionsfähigkeit des Systems in GPS-denied-Szenarien dank AuterionOS.

Einsatzszenarien und Skalierbarkeit

Der Talon ergänzt die bestehende Luftverteidigung, indem er kostengünstig mobile Einheiten schützt – von Fußsoldaten bis zu kritischen Anlagen wie Flughäfen und Regierungsgebäuden. Neben dem Handfeuer-Start kann die Technologie zukünftig in fahrzeugbasierte Mehrfach-Startplattformen integriert werden, wodurch Schwärme von Interceptoren gleichzeitig abgefeuert werden können. Die modulare Bauweise ermöglicht zudem die Anpassung an unterschiedliche Trägerfahrzeuge und die Einbindung in breitere Luftverteidigungsnetze.

Technologische Einordnung und Vergleich

Die gleiche Grundtechnologie wie im Auterion-Nemyx-VLS wird verwendet, wodurch ein nahtloser Übergang von der Handfeuer-Startvorrichtung zur vertikalen Mehrfach-Startplattform (VLS) für Fahrzeuge und größere Schwärme möglich ist. Dieser Ansatz reduziert Entwicklungszeit und Kosten, weil bereits erprobte Komponenten wiederverwendet werden können.

Schnellüberblick

Wie schnell erreicht Talon ein Ziel?

Mit einer maximalen Abfanggeschwindigkeit von 60 m/s (216 km/h) kann Talon schnell auf sich nähernde Drohnen reagieren.

Welche Drohnentypen können abgefangen werden?

Der Interceptor ist für NATO-Group 1 und 2 ausgelegt – Mikro- bis leichte Drohnen bis zu 25 kg.

Wie groß ist die Einsatzreichweite?

Die maximale Reichweite beträgt fünf Kilometer.

Auf welche Höhe kann Talon operieren?

Der Betrieb ist bis zu einer Höhe von 2 000 Metern möglich.

Wie hoch ist die Trefferwahrscheinlichkeit?

Die gemeldete Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei über 80 %.

Quellen · 2

Stand: 30.10.2026
  1. defence-blog.com german-troops-test-auterions-talon-drone-interceptor
  2. janes.com defence-news/news-detail/auterion-nemyx-vls-uses-same-technology-as-interceptor-rifle
Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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