BAE Systems miniaturisiert elektromagnetisches Angriffssystem – Flexibilität für moderne Kriegsführung
BAE Systems hat sein elektromagnetisches Angriffssystem (EA) auf ein neues, kompaktes Niveau gehoben. In einem US-Air-Force -Test am 23. Februar 2026 demonstrierte das Unternehmen, dass das miniaturisierte System von kleinen Drohnen -Plattformen aus massenhafte Störungseffekte erzeugen kann. Durch die modulare Bauweise lässt sich die Technologie nicht nur auf UAVs, sondern auch auf Hubschrauber, Bodenfahrzeuge und Schiffe übertragen – ein kostengünstiger Force-Multiplier, der die etablierten High-End-Lösungen wie die EA-37B ergänzt.
Modulares elektromagnetisches Angriffssystem (EA) – Kernfunktionen und Testdaten
Der Prototyp wurde in einem Waffen-Pod eines Testflugzeugs installiert, das Group-4- und Group-5-UAVs simulierte. Dabei kamen bewährte Software-Komponenten zum Einsatz, sodass ein funktionsfähiger Prototyp in kurzer Zeit bereitstand. Das System ermöglicht die verteilte Störung feindlicher Kommando- und Kontrollnetze (C5ISRT) und liefert damit eine flexible, skalierbare Lösung für die elektronische Kriegsführung.
- Testdatum: 23. Februar 2026
- Plattform: Prototyp-Waffen-Pod für Group-4-/Group-5-Drohnen
- Ziel: Mass Disruption von Command, Control, Communications, Computers, Cyber, Intelligence, Surveillance, Reconnaissance und Targeting (C5ISRT)
Miniaturisierung für Group-4- und Group-5-Drohnen
Durch die Reduktion von Größe und Gewicht kann das EA-System auf kleineren, preiswerten Plattformen eingesetzt werden, die zuvor nicht für hochleistungsfähige elektronische Angriffe geeignet waren. Dies eröffnet neue taktische Optionen, da mehrere Knoten gleichzeitig im Netzwerk agieren können.
Ergänzung zur EA-37B und das Netzwerk verteilter Störungen
Die EA-37B ist die Nachfolgerin des Compass-Call-Systems und wird seit 2018 auf einer Gulfstream-G550-Basis entwickelt, um die Reichweite und Leistungsfähigkeit gegenüber der früheren EC-130H zu erhöhen. Das modulare System von BAE Systems ergänzt die EA-37B, indem es dezentrale Störungen von kleineren Plattformen aus ermöglicht und damit ein Netzwerk verteilter Angriffe bildet.
„Wir zeigen den Streitkräften, dass wir unsere High-Performance-EA-Hardware verkleinern und für kleinere Knoten im Netzwerk neu einsetzen können“, sagte Rory Duddy, Program Director für Modular Electromagnetic Attack bei BAE Systems. „Wir innovieren, um eine kosteneffiziente Mischung aus exquisiten und erschwinglichen Fähigkeiten zu liefern, die zusammen einen diskriminierenden Effekt auf das Schlachtfeld erzeugen.“
Die Demonstration vom 23. Februar 2026 nutzte einen Prototypen in einem Waffensatz auf einem Testflugzeug, das Group-4- und Group-5-UAVs simulierte. Proven software, inklusive Drittanbieter-Apps, ermöglichte rasche Prototypenentwicklung für counter-C5ISRT-Missionen. Dies unterstreicht BAE’s Fähigkeit, hochleistungsfähige EA-Effekte auf kleine Plattformen zu skalieren.
Technische Standards und offene Architektur
Das System folgt den US Open-Architecture-Standards „Big Iron“ und ist mit der Software Open Systems Architecture (SOSA) konform. Durch den Einsatz softwaredefinierter Radios und off-the-shelf-Komponenten können neue Anwendungen von Drittanbietern schnell integriert werden. Diese offene Architektur reduziert den Aufwand für Upgrades und ermöglicht eine rasche Anpassung an neue Bedrohungen, ohne dass komplette Hardware ausgetauscht werden muss.
- Standard-Konformität: Big Iron & SOSA (2026)
- Komponenten: Software-definierte Radios, off-the-shelf-Materialien
- Vorteil: Schnelle Integration von Drittanbieter-Software
Anwendungsbereiche – von UAVs bis zu Schiffen
Dank der Modularität lässt sich das EA-System in verschiedenste Plattformen integrieren:
- Unmanned Aerial Vehicles (UAVs) – Group 4/5 Drohnen
- Rotary-Wing-Plattformen ( Hubschrauber )
- Bodenfahrzeuge (z. B. gepanzerte Fahrzeuge)
- Oberflächenfahrzeuge (Schiffe, Schnellboote)
Diese Vielseitigkeit erhöht die operative Flexibilität und ermöglicht den Einsatz von elektronischer Kriegsführung dort, wo bisher nur teure Großplattformen verfügbar waren.
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Vorteile und mögliche Risiken
Das modulare System bietet zahlreiche Vorteile, birgt jedoch auch einige Herausforderungen:
Vorteile
- Kostengünstige Lösung im Vergleich zu traditionellen Großplattformen
- Verteilte Störungsfähigkeiten erhöhen die Überlebensfähigkeit des Netzes
- Offene Architektur erlaubt schnelle Upgrades und Integration neuer Bedrohungsabwehrmaßnahmen
- Kompatibilität mit der EA-37B schafft ein integriertes Störungsnetzwerk
Risiken und Gegenargumente
- Abhängigkeit von Drittanbieter-Software kann Integrationsrisiken und potenzielle Sicherheitslücken mit sich bringen
- Fehlende quantitative Angaben zu Reichweite, Frequenzbändern oder konkreten Kosteneinsparungen erschweren eine objektive Bewertung des „low-cost“-Anspruchs
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet counter-C5ISRT?
Counter-C5ISRT umfasst Störungen von Command, Control, Communications, Computers, Cyber, Intelligence, Surveillance, Reconnaissance und Targeting. BAE-Systeme zielen auf feindliche Netzwerke ab.
Unterscheidet sich das modulare System von Compass Call?
Ja, das modulare System miniaturisiert bewährte Komponenten für kleine Plattformen, während Compass Call/EA-37B große Flugzeuge nutzt. Es ergänzt als dezentrales Netzwerk.
Fazit
Die Miniaturisierung des elektromagnetischen Angriffssystems von BAE Systems markiert einen bedeutenden Schritt hin zu einer flexibleren und kosteneffizienteren elektronischen Kriegsführung. Durch die offene, modulare Architektur können verschiedene Plattformen – von kleinen Drohnen bis zu Schiffen – schnell mit leistungsfähigen Störfähigkeiten ausgestattet werden. Während die Vorteile in Bezug auf Kostenreduktion und Netzwerkverteilung klar erkennbar sind, müssen potenzielle Risiken wie die Abhängigkeit von Drittanbieter-Software und das Fehlen detaillierter Leistungsdaten sorgfältig bewertet werden. Insgesamt stärkt das System die Einsatzmöglichkeiten der EA-37B und eröffnet neue taktische Optionen für die US-Air-Force und ihre Verbündeten.
