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HAMMER – Das kostengünstige Einweg‑Kampfdrohnen‑System der Edinburgh Drone Company

HAMMER – Das kostengünstige Einweg‑Kampfdrohnen‑System der Edinburgh Drone Company

23. März 2026 von Anna Schröder

Die Edinburgh Drone Company (EDC) aus Schottland hat gemeinsam mit Aero Solutions ein neues Einweg-Angriffs- UAV entwickelt: das HAMMER-System. Als leichtgewichtige, katapultgestarte Kampfdrohne soll es die souveräne Verteidigungsfähigkeit des Vereinigten Königreichs stärken, indem es eine einfache, preiswerte Produktion ermöglicht und damit die Abhängigkeit von Importen reduziert. Der folgende Artikel fasst die von EDC und Aero Solutions veröffentlichen Fakten zusammen, beleuchtet die technischen Daten, die Kostenstruktur, die Produktionspartner und die regulatorischen Rahmenbedingungen.

HAMMER – Überblick und technische Daten

Das HAMMER-System ist als Einweg-Angriffs-UAV konzipiert und bietet folgende Kernmerkmale:

  • Warhead-Kapazität: 2,5 kg bis mindestens 3,5 kg Sprengstoff (ca. 5,5 lb – 7,7 lb).
  • Reichweite: 22 km (Standard) oder bis zu 50 km mit dem erweiterten Reichweiten-Kit.
  • Startverfahren: Katapultstart, ermöglicht schnellen Einsatz ohne komplexe Startinfrastruktur.
  • Flugzeit: Durch zusätzliche Batterien erweiterbar, wobei die Grundauslegung eine ausreichende Reichweite für die angegebenen Distanzen sicherstellt.
  • Penetrationsleistung: In Live-Tests durchschlug die Sprengkopf-Konstruktion 600 mm gepanzerten Stahl.
  • Wiederverwendbare, befüllbare Kassetten ähnlich RPG-Munition, die mehrere Einsatzoptionen erlauben.
  • Sicherheitsfunktionen: integrierter Startmechanismus, Safe-Arming-Feature und ein Flight-Termination-System zur Risikominimierung.

Die Angaben stammen aus den öffentlichen Präsentationen von EDC und Aero Solutions.

Kosten und Skalierbarkeit: Ein souveräner Ansatz

Ein zentrales Verkaufsargument des HAMMER-Systems ist die Kostenreduktion gegenüber vergleichbaren europäischen Systemen. Laut CEO Stewart Clifford von Aero Solutions kostet das System bis zu 100.000 £ (etwa 125.000 $) weniger als ähnliche Angebote aus dem europäischen Markt. Diese Einsparungen resultieren aus einer bewusst simplen Konstruktion und der Fertigung in Schottland, wodurch lange Lieferketten und Importabhängigkeiten vermieden werden.

Die niedrigen Produktionskosten sollen eine schnelle Skalierung in Konfliktsituationen ermöglichen. Durch die modulare Bauweise und das Katapultstart-Konzept kann die Fertigung in relativ kurzer Zeit hochgefahren werden – ein entscheidender Faktor für die souveräne Verteidigungsstrategie des Vereinigten Königreichs.

Produktions- und Partnerschaftshintergrund

EDC begann als Dienstleistungs-Startup und entwickelte sich zu einem Hersteller eigener UAV-Produkte. Das aktuelle Portfolio umfasst:

  • EDC M3: Medium-Quadcopter, Nutzlast 3 kg, Flugzeit 55 Minuten.
  • EDC Mule 15: Heavy-Lift-Hexacopter, Nutzlast 15 kg, mehr als 2 Stunden Flugzeit ohne Payload.

Diese Modelle demonstrieren die Erfahrung von EDC im Bereich taktischer UAS und bilden die technische Basis für den Übergang zu militärischen Systemen wie HAMMER. Die Partnerschaft mit Aero Solutions, geleitet von CEO Stewart Clifford, bringt über acht Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Munitions- und Wiederverwendungs-Kassetten ein. Gemeinsam ermöglichen sie die Integration von fillable Warheads, die in ihrer Funktionsweise RPG-Munition ähneln.

Die offizielle Unternehmensseite von EDC listet das Team und die Produktpalette, wodurch die Glaubwürdigkeit der Produktionsreife unterstrichen wird.

Einsatzpotenzial und regulatorische Überlegungen

Das HAMMER-System ist für den Gefechtseinsatz konzipiert und soll insbesondere in Szenarien eingesetzt werden, in denen schnelle, präzise Schläge aus größerer Distanz erforderlich sind. Die Möglichkeit, zwischen einer Standard- und einer erweiterten Reichweite zu wählen, erlaubt flexible Einsatzpläne.

Potenzielle Anwender müssen jedoch regulatorische Hürden beachten:

  • Exportkontrollen des Vereinigten Königreichs (z. B. UK Export Control Organisation).
  • Luftfahrt-Regulierungen der Civil Aviation Authority (CAA) für unbemannte Luftfahrtsysteme.
  • Vergleichbare Regelwerke zu den USA (ITAR-ähnliche Bestimmungen) für den internationalen Transfer.

Da bislang keine unabhängigen Testberichte veröffentlicht wurden, wird empfohlen, eigene Validierungen der Gefechtsleistung und der Sicherheitsmechanismen durchzuführen.

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Vergleich mit bestehenden Systemen

Ein direkter Vergleich mit anderen Einweg-Kampfdrohnen wie der amerikanischen Switchblade-300/600 ist aufgrund fehlender transparenter Benchmarks schwierig. Dennoch lassen sich einige Punkte gegenüberstellen:

  • Kosten: HAMMER soll bis zu 100.000 £ günstiger sein als vergleichbare europäische Systeme.
  • Durchschlagskraft: 600 mm Stahlpenetration – ein Wert, der mit den Leistungsdaten der Switchblade-Serie vergleichbar ist, jedoch ohne veröffentlichte unabhängige Bestätigung.
  • Reichweite: Bis zu 50 km (erweiterte Option) gegenüber etwa 40 km bei der Switchblade-600.
  • Produktionsstandort: Schottland (sovereign manufacturing) vs. USA/International.

Die genannten Unterschiede beruhen ausschließlich auf den von EDC und Aero Solutions bereitgestellten Angaben.

Fazit

Das HAMMER-System stellt einen ambitionierten Schritt der Edinburgh Drone Company in Richtung eigenständiger, kostengünstiger Kampfdrohnen dar. Durch die Kombination aus einfacher Fertigung, niedrigen Anschaffungskosten und einer nachgewiesenen Penetrationsleistung von 600 mm gepanzertem Stahl könnte das System für das Vereinigte Königreich ein wichtiges Element souveräner Verteidigungsfähigkeiten werden. Gleichwohl fehlen unabhängige Testdaten und detaillierte Benchmarks gegenüber etablierten Konkurrenzprodukten. Interessierte Streitkräfte sollten daher neben den attraktiven Kostenvorteilen die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Notwendigkeit eigener Validierungstests berücksichtigen, um die Einsatzfähigkeit von HAMMER im realen Gefecht fundiert zu bewerten.

Quellen

  • https://www.edc.co.uk/hammer
  • https://www.edc.co.uk/team

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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