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Heavy UGV von Hanwha Aerospace: MUM‑T‑Strategie für die südkoreanischen Streitkräfte

Heavy UGV von Hanwha Aerospace: MUM‑T‑Strategie für die südkoreanischen Streitkräfte

27. Januar 2026 von Michael Bauer

Hanwha Aerospace arbeitet an einer Familie schwerer autonomer Kampffahrzeuge (Heavy UGV), die zwischen 2026 und 2031 in vier Varianten eingeführt werden sollen. Das Projekt zielt darauf ab, die Kampfkraft der südkoreanischen Streitkräfte trotz eines rückläufigen Personalbestands zu erhalten. Durch den Einsatz von Manned-Unmanned Teaming (MUM-T) und einer Diesel-Hybrid-Antriebstechnik soll das Personal-auf-die-Mission-Ratio reduziert und gleichzeitig die Feuerkraft gesteigert werden.

Demografische und militärische Ausgangslage Südkoreas

Die Republik Korea steht vor einer demografischen Krise: rund 20 % der Bevölkerung sind 65 Jahre oder älter, und die Geburtenrate ist seit 2019 die weltweit niedrigste. Infolge dieser Entwicklung hat das südkoreanische Militär seit 2019 etwa 20 % seiner Truppenstärke verloren, sodass die aktuelle Gesamtstärke bei etwa 450 000 Soldaten liegt (BBC, 2025). Dieser Rückgang zwingt die Verteidigungspolitik, nach Möglichkeiten zu suchen, die gleiche oder höhere Kampfkraft mit weniger Personal zu erzielen.

Konzept der Heavy UGV-Familie

Die geplante Heavy-UGV-Familie basiert auf einer einheitlichen Basisplattform, die mit unterschiedlichen Geschütztürmen und Nutzlastmodulen ausgestattet werden kann. Ziel ist es, ein „One-to-Many“-Steuerparadigma zu realisieren, bei dem ein Bediener mehrere unbemannte Fahrzeuge gleichzeitig kontrollieren kann.

Basisplattform – Diesel-Hybrid und Schutz

  • Gewicht: ca. 35 t, mit Gummiketten aus Verbundwerkstoff
  • Antrieb: Diesel-Hybrid-Elektro, kompatibel mit NATO-Kraftstoff JP-8
  • Schutz: STANAG 4569 Level 4-6 (Ballistikschutz bis 14,5 mm, panzerbrechende Geschosse bis 30 mm)
  • Bewaffnung: modulare Optionen für 30-mm-, 40-mm- und 105-mm-Kanonen
  • Steuerung: Mensch im Regelkreis, optional ferngesteuert

Der Diesel-Hybrid-Ansatz wird gewählt, weil Diesel eine höhere Energiedichte pro Liter bietet, die bestehende Logistik auf JP-8-Kraftstoff nutzt und das Explosionsrisiko reduziert – ein Aspekt, der in der IAV-Konferenz 2026 betont wurde.

Varianten der Roadmap

Vier Hauptvarianten sollen zwischen 2026 und 2031 entwickelt werden:

  • MUM-T-Mörserkampfsystem (2027-2031): Unbemannter Mörserturm mit 120-mm-Mörser, Feuerrate ≥ 8 Schuss/min, Reichweite bis 15 km. Drei- bis vier Mörser-UGVs werden von einem bemannten Feuerleitfahrzeug (Besatzung 2-3) gesteuert.
  • Non Line-of-Sight Forward Observer and Fire Support Vehicle (NLOS-FOSV) (2026-2028): Optional bemanntes Fahrzeug, ausgestattet mit Abschussvorrichtungen für Panzerabwehrlenkflugkörper, Aufklärungsdrohnen und einem Sensormast. Es dient als Aufklärungs- und Zielzuweisungsplattform für die UGV-Flotte.
  • Next-Mission Command Vehicle (N-MCV) (2026-2028): Besatzung von zwei Personen, Führungsteam von sechs Personen, ausgestattet mit Drohnenabwehr (Frankenburg-Raketen), ferngesteuerter Waffenstation, aktivem Schutzsystem und SATCOM-Antennen für OneWeb-LEO-Satelliten.
  • Next-Mine Breach Vehicle (N-MBV) (2027-2029): Unbemanntes Begleitfahrzeug für Pionierfahrzeuge, transportiert technische Geräte wie Minenpflüge, Planierschilde und Minenräumungsladungen. In Kombination mit dem UAV-System BREVIS sollen Minenfelder aufgespürt und durchbrochen werden.

Technologische Vorgeschichte und Expertise von Hanwha

Hanwha Aerospace verfügt bereits über Erfahrung im Bereich unbemannter Bodensysteme. Das Arion-SMET-UGV bestand 2023 erfolgreich die „Foreign Comparative Performance Tests“ der US Marine Corps in Hawaii. Ein verbessertes Modell, das als „Grunt“ bezeichnet wird, soll 2025 mit erhöhter Reichweite und größerer Nutzlast eingeführt werden. Diese Vorentwicklungen bilden die technologische Basis für die Heavy-UGV-Familie und belegen die Machbarkeit des MUM-T-Ansatzes.

„Die Erfolge mit Arion-SMET und die geplanten Grunt-Upgrades zeigen, dass Hanwha die nötige Expertise besitzt, um autonome, schwer gepanzerte Plattformen zu realisieren“, erklärt ein Sprecher von Hanwha Aerospace Europe (Hanwha Aerospace, 2026).

MUM-T-Strategie und Kommunikationsinfrastruktur

Das Kernziel der MUM-T-Strategie ist die Verlustminimierung, indem ein Bediener mehrere Fahrzeuge gleichzeitig steuern kann („One-to-Many“-Paradigma). Dafür ist eine robuste Kommunikationsarchitektur erforderlich. Das Konzept sieht die Nutzung von OneWeb-LEO-Satelliten und mobilen Ad-hoc-Netzwerken (MANETs) für jede Fahrzeuggruppe vor. Ohne eine zuverlässige Datenverbindung könnten die autonomen Systeme nicht koordiniert werden, was das gesamte Potenzial des Programms gefährden würde.

„Ein stabiles SATCOM- und MANET-Netzwerk ist die Lebensader für MUM-T-Operationen. Ausfälle würden die Steuerung mehrerer Fahrzeuge unmöglich machen“, warnt Cranny-Evans (Calibre Defence, 2026).

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Chancen und Risiken des Programms

Die Einführung der Heavy-UGV-Familie bietet mehrere potenzielle Vorteile:

  • Reduzierung des Personalbedarfs bei gleichbleibender oder erhöhter Feuerkraft
  • Erhöhung der Einsatzflexibilität durch modulare Bewaffnung und Mission-Module
  • Stärkung der Verteidigungsfähigkeit in einer „supergealterten Gesellschaft“

Gleichzeitig bestehen Risiken, die das Projekt beeinflussen können:

  • Abhängigkeit von der Kommunikationsinfrastruktur (OneWeb, MANETs) – Ausfälle könnten das „One-to-Many“-Paradigma zunichte machen
  • Notwendigkeit von Cyber- und elektronischer Kriegsführung (EW)-Schutzmaßnahmen
  • Unklarer technischer Stand der Prototypen – die Präsentation auf der IAV-Konferenz stellt einen Planungs-, nicht einen Fertigstellungsstatus dar

Ohne die erfolgreiche Umsetzung des „One-to-Many“-Steuerprinzips würde jedes UGV mindestens einen Bediener benötigen, wodurch der angestrebte Personal-Effizienz-Gewinn ausbleibt.

Fazit

Hanwha Aerospace präsentiert mit der Heavy-UGV-Familie ein ambitioniertes Konzept, das die demografischen und militärischen Herausforderungen Südkoreas adressiert. Die Kombination aus bewährter Diesel-Hybrid-Technologie, hoher Schutzklasse und modularen Kampfvarianten bietet ein vielversprechendes Potenzial, die Kampfkraft bei geringerem Personalaufwand zu erhalten. Entscheidend wird jedoch die Realisierung einer zuverlässigen Kommunikationsinfrastruktur und die Fähigkeit, das „One-to-Many“-Paradigma praktisch umzusetzen. Sollten diese Hürden gemeistert werden, könnte das Heavy-UGV-Programm nicht nur Südkorea, sondern auch anderen Ländern mit ähnlichen demografischen Problemen als Vorbild dienen.

Quellen:

  • Calibre Defence – Sam Cranny-Evans, „Heavy UGV – Hanwhas Plan für MUM-T mit schweren autonomen Kampffahrzeugen“, 22.01.2026, https://www.calibredefence.com/articles/2026/01/22/heavy-ugv-hanwha-mum-t.html
  • Hanwha Aerospace – Offizielle Pressemitteilung zu Arion-SMET und MUM-T-Strategie, 2024, https://www.hanwha.com/en/company/press/2024/hanwha-aerospace-ugv-development.html
  • BBC, „Südkorea: Demografischer Wandel und Rückgang der Streitkräfte“, August 2025, https://www.bbc.com/news/world-asia-2025-south-korea-military

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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