Insta Group liefert 14 Mio € FPV-Drohnen an Finnland
Finnland hat einen Vertrag über 14 Millionen Euro mit der heimischen Insta Group Oy abgeschlossen, um modulare FPV-Drohnen für die landesweite Ausbildung und Einsatzbereitschaft zu beschaffen. Der Schritt markiert den strategischen Übergang zu einer vollständigen Integration bewaffnungsfähiger Kleinstdrohnen in den Wehrdienst und stärkt die Versorgungssicherheit durch in-Land-Fertigung.
Technische Varianten und Systemkomponenten der Insta-Drohnen
Der finnische Rüstungs- und Technologiekonzern Insta liefert modulare Quadrokopter in den Standardrahmen 7 Zoll und 10 Zoll. Diese Plattformen wurden speziell für die harschen klimatischen Bedingungen des Nordens und für Einsatzgebiete mit intensiver elektronischer Störführung (Electronic Warfare) optimiert.
- Modulare Rahmenkonstruktion ermöglicht schnelle Umrüstung zwischen Aufklärungs- und Wirkmittelkonfigurationen.
- Gehärtete Bodenkontrollstationen und taktische Datenlinks garantieren gesicherte Kommunikation.
- Optionale Sensorik (optische, Infrarot) oder modulare Abwurf-/Waffenvorrichtungen können je nach Auftrag integriert werden.
- Komplettes Wartungs- und Ersatzteilpaket wird in Finnland bereitgestellt.
Die 7- und 10-Zoll-Rahmen bieten flexible Einsatz- und Nutzlastprofile, sodass Truppenteile die Drohnen innerhalb von Minuten an die jeweilige Missionsanforderung anpassen können.
Schichtweises Drohnenkonzept der finnischen Streitkräfte
Die neue Beschaffung fügt sich in ein mehrstufiges Gesamtkonzept ein. Während die FPV-Modelle für Nahkampf- und Präzisionsangriffe geschult werden, beschaffte Finnland Anfang 2026 separat Micro-UAV-Systeme für reine ISR-Aufgaben im Wert von rund 15 Millionen Euro. Diese Aufklärungsdrohnen, die Parrot ANAFI UKR, ergänzen das Netzwerk aus Aufklärung, Stör- und Wirksystemen.
- FPV-Drohnen: Direktes, bildbasiertes Situationsbewusstsein für Truppen auf Gruppenebene.
- Micro-UAV-Drohnen: Langstrecken-Aufklärung und Zielerfassung für übergeordnete Kommandos.
Durch die Kombination beider Systeme entsteht ein vernetztes Drohnennetz, das die traditionelle Abhängigkeit von schwerer Artillerie reduziert.
Vertrag, Lieferstatus und Ausbildungsplan
Der Rahmenvertrag über 14 Millionen Euro, inklusive Optionen, wurde von Brigadegeneral Juha-Matti Ylitalo, stellvertretender Chef des Logistikkommandos, und Tuure Lehtoranta, Senior Vice President bei Insta, unterzeichnet. Die ersten FPV-Systeme wurden nach Abschluss der militärischen Erprobung im August 2026 übergeben.
„Die zu beschaffenden Systeme werden in Finnland hergestellt“, heißt es im offiziellen Beschaffungsdokument. Zusätzlich zu den Fluggeräten umfasst der Vertrag Schulungen, Ersatzteile und Wartungsleistungen.
Die Ausbildung begann im Herbst 2025 an der Heeresakademie. Seit Anfang 2026 wird das Training auf alle Brigadeeinheiten ausgeweitet, wobei das Einrückungskontingent 1/2026 den flächendeckenden Roll-out markiert.
„Unsere Wehrpflichtigen erhalten ab dem kommenden Jahr eine praxisnahe Drohnenausbildung, die sie zu eigenständigen Akteuren im Gefechtsfeld macht“, betont General Ylitalo.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Trotz lokaler Endmontage bestehen Risiken, die in der Beschaffungsdiskussion genannt wurden:
- Abhängigkeit von COTS-Komponenten: Viele Mikro-Elektronik- und Batteriezellen werden noch aus Asien bezogen, was im Krisenfall Lieferkettenrisiken birgt.
- Entwertung von Funkfrequenzen durch Electronic Warfare: Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg zeigen, dass FPV-Funkprotokolle alle paar Monate neu angepasst werden müssen, um Störsendern zu entgehen.
Finnland plant, durch enge Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten und regelmäßige Frequenz-Updates die Resilienz zu erhöhen.
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Schnellüberblick:
Welche konkreten Drohnenmodelle liefert Insta an das finnische Militär?
Insta liefert modular aufgebaute FPV-Multikopter in 7- und 10-Zoll-Konfigurationen, die speziell für arktische Witterungsverhältnisse optimiert sind und je nach Auftrag mit optischer Sensorik oder Wirkmitteln bestückt werden können.
Wann erhalten die Wehrpflichtigen die Drohnenausbildung?
Nach einem Pilotprogramm an der Heeresakademie im Herbst 2025 wird die standardisierte Ausbildung mit dem Einrückungskontingent 1/2026 auf alle Heeresbrigaden ausgeweitet.
Warum setzt Finnland auf einen einheimischen Hersteller statt auf günstige Importdrohnen?
Die nationale Produktion stärkt die Versorgungssicherheit im Krisenfall (Huoltovarmuus) und stellt sicher, dass einsatzkritische Verschlüsselungs- und Kommunikationsschnittstellen direkt mit den finnischen Führungs- und Waffensystemen kompatibel sind.
Quellen
- https://pia-ry.fi/insta-vahvistaa-suomen-droonikyvykkyytta-toimittamalla-kotimaisia-fpv-drooneja-puolustusvoimille/
- https://www.uusiteknologia.fi/2026/08/26/kotimaisia-fpv-drooneja-puolustusvoimille/
- https://reservilainen.fi/puolustusvoimille-lisaa-fpv-droonijarjestelmia/
- https://www.defence-review.fi/ispotiminen/2026/01/finland-beschafft-parrot-anafi-ukr-drohnen/
