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Next-Generation Rocket Assisted Projectile (NGRAP): Reichweitensteigerung und Zukunft der 155-mm-Artillerie der US-Armee

Next-Generation Rocket Assisted Projectile (NGRAP): Reichweitensteigerung und Zukunft der 155-mm-Artillerie der US-Armee

24. März 2026 von Anna Schröder

Die US-Army testet am Yuma Proving Ground (YPG) ein neues, raketenunterstütztes Geschoss, das die Reichweite und Präzision von 155-mm-Howitzern deutlich erhöhen soll. Das Next-Generation Rocket Assisted Projectile (NGRAP) soll die aktuelle 30-km-Grenze der Standardmunition übertreffen, das veraltete M549A1-System ersetzen und damit die Kampffähigkeit der Artillerie gegen weit entfernte Bedrohungen stärken.

Reichweitenziele des NGRAP-Programms

Das NGRAP-Programm definiert klare, messbare Ziele für die Reichweite von 39-Kaliber- und zukünftigen 52-Kaliber-Plattformen. Die Vorgaben basieren auf offiziellen Anfragen der US-Army (2025) und adressieren die Lücken zu Peer-Adversaries.

  • Unguided Range (39-cal): mindestens 40 km bis 2025.
  • Guided Range (39-cal): mindestens 36 km bis 2025.
  • Unguided Range (52-cal, zukünftige Plattformen): Zielwert 55 km.
  • Guided Range (52-cal, zukünftige Plattformen): Zielwert 48 km (implizit aus Programm-Zielsetzung).

Diese Werte liegen deutlich über der bisherigen Reichweite von 30 km und ermöglichen tiefere Schlagzonen gegen feindliche Stellungen.

Zeitplan, Meilensteine und Systemkompatibilität

Der Entwicklungsfahrplan sieht zwei zentrale Meilensteine vor:

  • Early Operational Capability (EOC): Fiskaljahr 2027 – erste Einsatzbereitschaft im Feld.
  • Full Materiel Release (FMR): Fiskaljahr 2030 – vollständige Freigabe und Serienproduktion.

Das NGRAP ist für die bestehenden Howitzer-Modelle M109 und M777 konzipiert und kompatibel mit dem Modular Artillery Charge System (M232) sowie den Zündern M767, M782 und M1156A1. Die Kompatibilität soll den nahtlosen Übergang von Legacy-Munition zu der neuen Generation ermöglichen.

Testphase am US Army Yuma Proving Ground

Im Februar 2026 wurden am YPG umfangreiche Tests durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit des NGRAP unter Extrembedingungen zu verifizieren. Dabei kamen Hochgeschwindigkeitskameras (100.000 Bilder / Sekunde) und Radaranlagen zum Einsatz, um die Flugbahn und die Belastungen im Rohr zu messen.

„We have standard charges we upweight with extra propellant to try to reach the maximum permissible pressure for these cannons to put these bullets through the highest amount of stress that they would see in this caliber tube,“ erklärte Testoffizier Jonathan Armijo.

Steve Flores, Long-Range Precision Fire Integrator am YPG, betonte, dass das NGRAP die 30-km-Grenze der aktuellen 155-mm-Geschütze überschreiten soll: „The Next-Generation Rocket Assisted Projectile (NGRAP) aims to exceed the 30-kilometer range of current artillery, including standard 155mm howitzers.“

Technische Verbesserungen gegenüber dem M549A1

Das M549A1, seit den 1970er-Jahren im Einsatz, nutzt mehrere Komponenten zur Versiegelung des Raketentriebwerks. Das NGRAP integriert die Heckstruktur in das Projektil, was die Belastbarkeit bei höheren Drücken erhöht. Diese einteilige Konstruktion reduziert potenzielle Schwachstellen und verbessert die Zuverlässigkeit unter maximalem Rohrdruck.

Zusätzlich soll das NGRAP größere Kaliber unterstützen, wodurch ein höheres Durchschlagsvermögen bei gleichen Reichweiten möglich wird.

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Risiken und offene Fragen

Obwohl die Tests vielversprechend sind, gibt es noch kritische Punkte, die den Zeitplan beeinflussen könnten:

  • Das NGRAP befindet sich noch in der Prototypenphase; die volle Qualifikation und Serienproduktion hängen von weiteren Entwicklungen ab (Response-Deadline 22. September 2025).
  • Die Produktion ist stark von Industriepartnern abhängig. Skalierbarkeit von 500 bis 15.000 Einheiten pro Jahr könnte bei Design-Reviews oder Fertigungsengpässen verzögert werden.

Diese Risiken bedeuten, dass der operative Einsatz nicht sofort nach den Tests am YPG erfolgen wird, sondern erst nach Erreichen der definierten Meilensteine.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Reichweite erreicht NGRAP genau?

Mindestens 40 km unguided und 36 km guided von 39-Kaliber-Systemen; für zukünftige 52-Kaliber-Plattformen sind 55 km unguided (und 48 km guided) vorgesehen.

Wann ist NGRAP einsatzbereit?

Early Operational Capability ist für das Fiskaljahr 2027 geplant, die Full Materiel Release folgt 2030.

Mit welchen Systemen ist NGRAP kompatibel?

Kompatibel mit M109, M777, dem M232 Charge System und den Zündern M767, M782, M1156A1.

Fazit

Das Next-Generation Rocket Assisted Projectile stellt einen bedeutenden Schritt für die Artillerie der US-Army dar. Durch klare Reichweitenziele von mindestens 40 km (unguided) und 36 km (guided) übertrifft es die aktuelle 30-km-Grenze und schafft damit neue taktische Optionen. Die integrierte Heckstruktur erhöht die Belastbarkeit, während die Kompatibilität mit bestehenden Systemen den Übergang erleichtert. Trotz vielversprechender Testergebnisse bleiben Risiken in der Qualifikation und Produktion bestehen, sodass die volle Einsatzfähigkeit erst ab FY2027 bzw. FY2030 erwartet wird. Insgesamt stärkt NGRAP die Fähigkeit der US-Army, weit entfernte Bedrohungen präzise zu bekämpfen und verleiht der Artillerie eine zukunftsfähige Plattform.

Quellen

  • https://defence-industry.eu/u-s-army-seeks-solutions-for-extended-range-155mm-artillery-ammunition-under-ngrap-programme
  • https://www.dvidshub.net/news/557967/us-army-yuma-proving-ground-tests-next-generation-rocket-assisted-projectile

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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