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DIU-Ausschreibung für Sensoren zur Erkennung kleiner Drohnen: Dringlichkeit, Finanzierung und technologische Anforderungen

DIU-Ausschreibung für Sensoren zur Erkennung kleiner Drohnen: Dringlichkeit, Finanzierung und technologische Anforderungen

24. März 2026 von Michael Bauer

Die Bedrohung durch kleinste unbemannte Luftfahrtsysteme (UAVs) nimmt an US-Militärbasen und mobilen Einheiten stetig zu. Das Defense Innovation Unit (DIU) hat deshalb im Frühjahr 2026 eine Demo in Yuma, Arizona angekündigt, bei der Unternehmen innerhalb von 30 Tagen sensorische Lösungen präsentieren müssen. Ziel ist es, sowohl stationäre Installationen als auch fahrbare Einheiten mit hochleistungsfähigen Counter-UAS-Systemen (CUAS) auszustatten.

Warum kleine Drohnen (Group 1 UAVs) eine wachsende Bedrohung darstellen

  • Group 1 UAVs wiegen weniger als 20 lb (9 kg) und sind häufig kommerzielle Consumer-Drohnen.
  • Sie können unbemerkt in einen Radius von 2 km eindringen und kritische Infrastruktur angreifen.
  • Ihre geringe Größe und Manövrierfähigkeit erschweren die Erkennung mit herkömmlichen Radarsystemen.
  • Bei Großveranstaltungen wie der FIFA World Cup 2026 steigt das Risiko durch unautorisierte Flüge erheblich.

Technische Anforderungen der DIU-Ausschreibung

Erkennung von Group 1 UAVs

Die Sensoren müssen mindestens Group 1 UAVs in einer Entfernung von 2 km identifizieren und dabei Vögel sowie Boden-Clutter zuverlässig ausfiltern. Laut der Ausschreibung können sowohl einzelne als auch multimodale Sensoren eingesetzt werden, jedoch muss ein Radar -Sensor Teil des Gesamtkonzepts sein. Zusätzlich soll das System in der Lage sein, größere Drohnen der Group 2 und 3 (<1.320 lb) zu erkennen.

Mobile Sensoren für bewegliche Einheiten

Der zweite Track fokussiert mobile Sensoren, die auf leichten Fahrzeugen montiert werden können. Sie sollen eine niedrige physische und spektrale Signatur besitzen, um nicht von feindlichen Elektronik-Kampfsystemen entdeckt zu werden – ein Problem, das im Ukraine-Krieg deutlich wurde. Gefordert werden passive, breitbandige RF-Erkennungsfähigkeiten von etwa 400 MHz bis 8 GHz sowie die Fähigkeit, Drohnen unter 50 m Höhe zu erfassen.

„The solution’s ability to deliver early warning, allowing units to take protective action, is critical and depends upon a low physical and spectral signature to prevent targeting by enemy forces,“ sagte DIU.

Die Dringlichkeit des DIU-Projekts spiegelt breitere US-Investitionen wider: Das FY2026 -Budget sieht 3,1 Mrd. USD für CUAS-Technologien vor. FEMA vergibt zudem 500 Mio. USD Grants, wovon die Hälfte für die 11 FIFA World Cup 2026-Städte fließt – ergänzt durch DHSs 115 Mio. USD. Solche Mittel unterstützen Systeme wie Fortems DroneHunter, das Net-Fang und Radar für Events einsetzt und in Qatar sowie Ukraine getestet wurde.

Fahrzeugplattformen für mobile Sensoren

  • Infantry Squad Vehicle
  • Joint Light Tactical Vehicle (JLTV)
  • Family of Medium Tactical Vehicles (FMTV)
  • Heavy Expanded Mobility Tactical Truck (HEMTT)

Finanzielle Rahmenbedingungen und nationale Priorität

Die finanziellen Mittel verdeutlichen die strategische Bedeutung von CUAS-Lösungen. Das Pentagon hat für das Fiskaljahr 2026 ein Budget von 3,1 Mrd. USD für Counter-UAS-Technologien bereitgestellt. Parallel vergibt die FEMA ein Grant-Programm von 500 Mio. USD, wobei 250 Mio. USD speziell für die Sicherheitsmaßnahmen in den 11 FIFA-Städten vorgesehen sind. Zusätzlich investiert das Department of Homeland Security (DHS) 115 Mio. USD in CUAS-Systeme für nationale Großevents.

Die Army-Entwicklung Athena hat nach sieben Jahren Forschung im Jahr 2026 die Initial Operating Capability erreicht und integriert Sensoren für das National Counter-UAS-Repository (NCR) sowie das Inter-Agency-Operations-Center (IOC). Neue DoD-Richtlinien vom Dezember 2025 erweitern die Autorität von Basis-Kommandeuren über den physischen Zaun hinaus, sodass unautorisierte Drohnen als unmittelbare Bedrohung klassifiziert werden können. Die Task Force 401 koordiniert die Proliferation von CUAS-Technologien, muss jedoch die Kritik des DoD-Inspector-General-Reports zu inkonsistenten Genehmigungsverfahren berücksichtigen.

Marktbeispiele und mögliche Partner

Kommerzielle Lösungen zeigen, welche Technologien bereits einsatzbereit sind. Fortem DroneHunter kombiniert ein Net-Fang-System mit Radar und wurde für den FIFA World Cup 2026 ausgewählt. Das System ist das einzige in den USA autorisierte „drone-on-drone“-Verteidigungssystem und wurde bereits in Katar und der Ukraine getestet. DHS hat hierfür 115 Mio. USD bereitgestellt.

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Herausforderungen und Gegenargumente

  • Inkonsistente Genehmigungsverfahren: Viele Basen verfügen noch über keine operative Freigabe für CUAS-Systeme, was die schnelle Einführung verzögert.
  • Low-Signature-Anforderungen: Die Forderung nach passiven, kaum sichtbaren Sensoren kann radarbasierten Lösungen den Rang ablaufen und die Auswahl einschränken.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind Group 1 UAVs?

Kleinste Kategorie: unter 20 lb (9 kg), typischerweise Consumer-Drohnen. Die DIU fordert eine Erkennung in 2 km Entfernung plus Clutter-Filterung.

Warum werden passive Sensoren bevorzugt?

Ein niedriger spektraler Fingerabdruck verhindert die Entdeckung durch feindliche Kräfte, wie im Ukraine-Krieg beobachtet wurde. Das DIU verlangt ein breites RF-Spektrum von 400 MHz bis 8 GHz für passive Lösungen.

Welche Fahrzeuge sind für mobile Sensoren vorgesehen?

Infantry Squad Vehicle, Joint Light Tactical Vehicle, Family of Medium Tactical Vehicles und Heavy Expanded Mobility Tactical Truck.

Fazit

Die DIU-Ausschreibung adressiert eine kritische Lücke im US-Verteidigungssystem: die frühzeitige Erkennung und Abwehr von kleinen, schwer zu erfassenden Drohnen. Durch die Kombination aus klar definierten technischen Vorgaben, einer beachtlichen finanziellen Unterstützung von Pentagon, FEMA und DHS sowie bereits vorhandenen kommerziellen Lösungen wie Fortem DroneHunter, entsteht ein robustes Ökosystem für Counter-UAS-Technologien. Dennoch bleiben regulatorische Hürden und die Herausforderung, passive, low-signature Sensoren zu realisieren, zentrale Punkte, die bei der Umsetzung berücksichtigt werden müssen.

Quellen

  • https://www.defensenews.com/news/pentagon-congress/2026/02/13/pentagon-wants-counter-drone-sensors-to-protect-us-infrastructure-and-fast/
  • https://www.flyingmag.com/dc-counter-uas-drone-capability/
  • https://dronelife.com/2026/02/12/fortem-technologies-net-counter-drone-system-chosen-for-2026-fifa-world-cup/

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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