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Partnerschaft von Babcock und Frankenburg Technologies: Das containerisierte Startersystem für die Mark 1 Anti-Drohnen-Rakete

Partnerschaft von Babcock und Frankenburg Technologies: Das containerisierte Startersystem für die Mark 1 Anti-Drohnen-Rakete

1. Februar 2026 von Michael Bauer

Die britische Verteidigungsfirma Babcock und das estnische Start-up Frankenburg Technologies haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um ein containerisiertes Startersystem für die kostengünstige Anti-Drohnen-Rakete Mark 1 zu entwickeln. Die Kooperation zielt darauf ab, ein skalierbares, preiswertes maritimes Abwehrsystem gegen ein-weg-Attack-Drohnen zu schaffen – ein Bedarf, der durch den intensiven Drohneneinsatz im Ukraine-Krieg deutlich geworden ist. Gleichzeitig soll damit die europäische Souveränität in der Luftverteidigung gestärkt werden.

Hintergrund der Partnerschaft und strategische Bedeutung

Die Zusammenarbeit verbindet Babcocks langjährige Erfahrung im maritimen Verteidigungsbereich mit Frankenburgs Innovationskraft im Bereich kleiner, feststoffgetriebener Lenkdrohnen. Beide Unternehmen betonen die Notwendigkeit, Verteidigungslösungen von Grund auf für „Masse und Geschwindigkeit“ zu konzipieren. Wie CEO Kusti Salm (Frankenburg) erklärt:

„Die Drohnenbedrohung hat die Art der Kriegsführung verändert, und jede Verteidigungsebene muss von Anfang an für Masse und Geschwindigkeit ausgelegt sein.“

Und Babcocks CEO David Lockwood ergänzt:

„Die Zusammenarbeit ermöglicht es uns, schnell eine operative maritime Fähigkeit zu liefern und damit eine neue, souveräne Verteidigungsoption für Europa zu schaffen.“

Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, in dem europäische Streitkräfte nach kosteneffizienten Gegenmaßnahmen gegen die im Ukraine-Krieg verbreiteten, günstigen Drohnen suchen.

Technische Spezifikationen der Mark 1 Rakete

Die Mark 1 wird von Frankenburg als die weltweit kleinste Lenkdrohne beworben. Die wichtigsten Merkmale lauten:

  • Länge: 65 cm (2025) – Hauptprodukt von Frankenburg (Quelle: Navy Leaders )
  • Triebwerk: Feststoffraketenmotor
  • Zielgruppe: Drohnen der Gruppen 1-3 sowie Loitering-Munition
  • Komponenten: Kommerziell verfügbare Bauteile für Massenproduktion
  • Entwicklungszeit von Konzept bis Live-Feuer: 13 Monate (2025) (Quelle: Defense News )
  • Testgeschwindigkeit des Ziels: bis zu 200 km/h (2025) – erfolgreicher Hard-Kill-Test gegen ein Shahed-ähnliches Ziel (Quelle: Resilience Media )

Durch die kompakte Bauweise und den Einsatz von Standard-Komponenten soll die Mark 1 zehnmal günstiger und hundertmal schneller herstellbar sein als konventionelle Systeme.

Erfolgreicher Hard-Kill-Test und Leistungsnachweis

Im Dezember 2025 wurde bei der NATO-Basis Ādaži in Lettland ein vollständiger Kill-Chain-Test durchgeführt. Die Mark 1 zerstörte ein schnellfliegendes, Shahed-ähnliches Ziel, das mit bis zu 200 km/h unterwegs war. Frankenburg bezeichnete den Test als einen „SpaceX-Moment“ für die Raketentechnik. Der Test bestätigt die Einsatzfähigkeit der kleinen Lenkdrohne gegen reale Bedrohungen und unterstreicht ihr Potenzial für maritime Anwendungen, wo schnelle, unbemannte Angriffe immer häufiger werden.

Produktionskapazitäten und Skalierbarkeit

Die geplante Fertigung ist in zwei Phasen strukturiert:

  • Estland – Phase 1: Im Defence Industry Park wird eine Kapazität von 100 Raketen pro Tag angestrebt (2025) (Quelle: Defense News ).
  • Polen – PGZ-MoU: Durch ein Memorandum mit der Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) soll bis 2025 eine lokale Fertigung von bis zu 10.000 Einheiten pro Jahr realisiert werden (Quelle: Babcock International ).

Die containerisierte Bauweise des Babcock-Launchers ermöglicht ein schnelles „Plug-and-Play„-Deployment auf Schiffen oder an Land, ohne umfangreiche bauliche Änderungen. Dadurch kann die Lösung rasch in bestehende maritime Verteidigungssysteme integriert werden.

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Risiken, Gegenargumente und kritische Bewertung

Trotz der vielversprechenden Zahlen gibt es wesentliche Unsicherheiten:

  • Bislang existieren nur MoU-Vereinbarungen und Prototyp-Tests; eine serielle Produktion oder operative Einsätze sind noch nicht bestätigt.
  • Die Behauptung, die Mark 1 sei die „weltweit kleinste Lenkdrohne“, wurde bislang nicht von unabhängigen Dritten verifiziert. Vergleichbare Systeme könnten ähnliche Abmessungen aufweisen.
  • Die Angaben zu Kosten- und Produktionsvorteilen basieren auf firmeneigenen Schätzungen und sind noch nicht durch externe Wirtschaftsdaten belegt.

Leser sollten diese Entwicklungsphasen und potenziellen Risiken berücksichtigen, um realistische Erwartungen an die zukünftige Einsatzfähigkeit zu haben.

FAQs zur Mark 1 und zum containerisierten System

Was ist die Mark 1 Rakete genau?

Die 65 cm lange, feststoffgetriebene Lenkdrohne ist für die Abwehr von Group 1-3 Drohnen konzipiert und wurde in 13 Monaten von der Idee bis zum Live-Feuer entwickelt. Der erste Hard-Kill-Test gegen ein 200 km/h Ziel war erfolgreich (Quelle: Resilience Media, Navy Leaders ).

Warum containerisiert?

Die Containerisierung erlaubt eine schnelle Integration auf Schiffen oder an Land ohne Modifikationen – ideal für maritime Verteidigung gegen One-Way-Drohnen wie die im Ukraine-Konflikt eingesetzten Shahed-Drohnen (Quelle: Interesting Engineering, Babcock International ).

Gibt es bereits Produktion?

Geplant ist eine Anfangskapazität von 100 Raketen pro Tag in Estland (Phase 1) sowie bis zu 10.000 Einheiten jährlich in Polen über die PGZ-Partnerschaft. Eine serielle Fertigung ist jedoch noch nicht in Betrieb (Quelle: Defense News ).

Fazit

Die Partnerschaft zwischen Babcock und Frankenburg Technologies stellt einen bedeutenden Schritt hin zu einer kostengünstigen, schnell skalierbaren maritimen Drohnenabwehr dar. Die Mark 1 verspricht mit ihrer kompakten Bauweise, kurzen Entwicklungszeit und geplanten Produktionskapazitäten ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Produktionszahlen realisiert und die behaupteten Leistungsmerkmale von unabhängigen Stellen bestätigt werden. Für europäische Streitkräfte könnte das System jedoch ein wichtiger Baustein für die zukünftige, souveräne Luftverteidigung werden.

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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