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Rheinmetall festigt Marktführerschaft mit NATO-Auftrag und deutschem Milliardenrahmenvertrag

Rheinmetall festigt Marktführerschaft mit NATO-Auftrag und deutschem Milliardenrahmenvertrag

13. Februar 2026 von Anna Schröder

Rheinmetall hat seine Position als führender Hersteller von 120-mm-Panzermunition weiter gefestigt. Durch einen neuen NATO-Rahmenvertrag im Wert von rund 200 Millionen Euro sowie einen separaten deutschen Mehrjahresrahmen von etwa vier Milliarden Euro wird das Unternehmen zum zentralen Lieferanten für die gesamte Allianz. Beide Aufträge verdeutlichen nicht nur die operative Bedeutung der 120-mm-Glattrohrtechnologie, die seit 1980 im Einsatz ist, sondern auch die strategische Rolle Rheinmetalls im europäischen Bestreben nach Munitionsautonomie.

NATO-Rahmenvertrag und das Basic Contractual Instrument (BCI)

Im Juli 2025 unterzeichnete die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) das sogenannte „Basic Contractual Instrument“ (BCI) mit Rheinmetall. Dieses Rahmenabkommen definiert die Geschäftsbedingungen und alle technischen Spezifikationen für die Beschaffung von 120-mm-Panzermunition. Durch das BCI können NATO- und NATO-gleichgestellte Mitglieder die Munition direkt bei der NSPA abrufen, wodurch langwierige bilaterale Verhandlungen entfallen.

Details zum NATO-Auftrag

  • Auftragswert: ca. 200 Millionen Euro
  • Bestellmenge: rund 35 000 Patronen
  • Unterzeichnung BCI: Juli 2025
  • Endkunden: diverse NATO-Länder, primär Leopard-2- und M1-Abrams-Operatoren

„Rheinmetall kann damit seine Rolle als führender Anbieter von 120 mm-Munition weiter ausbauen“, heißt es in der Unternehmensmitteilung (Quelle: Rheinmetall).

Deutscher 4-Milliarden-Euro-Rahmenvertrag

Parallel zum NATO-Großauftrag hat Deutschland im Dezember 2025 einen zusätzlichen Abruf aus einem bereits 2023 erweiterten Rahmenvertrag getätigt. Dieser Vertrag ist auf insgesamt vier Milliarden Euro bis 2030 ausgelegt und umfasst mehrere hunderttausend Combat- und Trainingsmunition im Kaliber 120 × 570 mm.

  • Gesamtvolumen des deutschen Rahmenvertrags (2023-2030): ca. 4 Milliarden Euro
  • Dezember-2025-Abruf: mehrstelliger Milliardenbereich für Combat- und Trainingsmunition
  • Lieferzeitraum: bis Ende 2030

Der deutsche Auftrag wird als Teil der „Zeitenwende-Rüstungsoffensive“ bezeichnet und verdeutlicht, dass die Bundeswehr ihre Munitionsbestände nach Jahren der Unterversorgung systematisch wieder aufbaut.

Technische Spezifikationen der 120 × 570 mm NATO-Standardmunition

Rheinmetalls Munition entspricht dem NATO-Standard 120 × 570 mm und nutzt einen halbverbrennbaren Patronenmantel. Diese Bauweise reduziert das Gewicht nach dem Schuss und ermöglicht manuelle Ladesysteme. Ein kompletter APFSDS-Projektil wiegt etwa 19,8 kg – nur geringfügig mehr als ältere 105-mm-Munition, liefert jedoch deutlich höhere Zielenergie.

  • Kaliber: 120 × 570 mm (NATO-Standard)
  • Patronengewicht (APFSDS): ca. 19,8 kg
  • Technologieeinsatz seit: 1980
  • Kompatibel mit: Leopard 2 und M1 Abrams

Die Kombination aus reduziertem Nach-Schuss-Gewicht und hoher Durchschlagskraft unterstreicht Rheinmetalls Innovationskompetenz im Kaliber 120 mm.

Strategischer Kontext: Europäische Munitionsautonomie

Die Platzierung Rheinmetalls im Zentrum der NATO- und deutschen Beschaffung stärkt nicht nur die strategische Unabhängigkeit Deutschlands, sondern signalisiert einen breiteren europäischen Trend. Die Verfügbarkeit von Rüstungsmaterialien wird zunehmend zur Glaubwürdigkeitsfrage politischer und militärischer Verpflichtungen innerhalb der NATO. Durch zentrale Plattformen wie die NSPA und die Konzentration auf bewährte europäische Hersteller wird die strategische Autonomie des Bündnisses weiter gefestigt.

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Risiken und Gegenmeinungen

Trotz der offensichtlichen Vorteile gibt es kritische Stimmen, die auf mögliche Schwachstellen hinweisen:

  • Lieferkettenkonzentration: Rheinmetall ist Marktführer, was jedoch Abhängigkeitsrisiken schafft, falls Produktionskapazitäten nicht mit der Nachfrage skalieren.
  • Unklare Produktionskapazitäten: Die veröffentlichten Artikel nennen keine konkreten Zahlen zu Produktionsvolumen oder geplanten Kapazitätserweiterungen, die zur Bewältigung der massiven Auftragsmengen nötig wären.

Diese Punkte sind für Leser relevant, die die Resilienz der NATO-Beschaffungsstruktur und die Notwendigkeit einer Lieferanten-Diversifizierung beurteilen wollen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum hat die NATO 2025 ein eigenes Rahmenabkommen mit Rheinmetall abgeschlossen?

Das Rahmenabkommen (BCI) vereinfacht die Munitionsbeschaffung für alle NATO-Mitglieder: Statt bilateraler Verträge können Länder direkt über die NSPA ordern. Dies beschleunigt die Beschaffung und reduziert Bürokratie, besonders wichtig angesichts gestiegener Sicherheitsrisiken und Munitionsbedarfe.

Ist die 120-mm-Munition von Rheinmetall mit allen NATO-Panzern kompatibel?

Rheinmetall liefert im NATO-Standard 120 × 570 mm, der Standardkaliber für Leopard 2 und M1 Abrams. Länder mit anderen Panzertypen (z. B. ältere nationale Systeme) müssen eigene Kompatibilitätsprüfungen durchführen; der aktuelle Auftrag zielt primär auf Leopard-2- und Abrams-Operatoren ab.

Wie steht dieser NATO-Auftrag zu Deutschlands eigenem 4-Milliarden-Euro-Vertrag?

Beide Aufträge sind getrennt: Der NATO-Auftrag (200 Millionen Euro, Juli 2025) bedient alle Allianzpartner. Der deutsche Rahmenvertrag (4 Milliarden Euro, 2023-2030) ist bilateral und dient dem Bundeswehr-Bestandsaufbau und der Leopard-2-Flottensicherung. Zusammen zeigen sie Rheinmetalls dominante Position.

Wann wurden die Munitionsmengen tatsächlich beliefert?

Die Quellen bestätigen die Abrufung im Dezember 2025 und Januar 2026, ohne konkrete Lieferdaten zu nennen. Lieferketten für solche Volumen erstrecken sich typischerweise über mehrere Jahre; das BCI erlaubt Abrufe bis mindestens 2030.

Fazit

Rheinmetalls jüngste Erfolge – der NATO-Auftrag über 200 Millionen Euro und der deutsche Mehrjahresrahmen von vier Milliarden Euro – belegen die herausragende Stellung des Unternehmens im europäischen Munitionsmarkt. Die Kombination aus bewährter 120-mm-Glattrohrtechnologie, strategischer Vertragsstruktur und der Fähigkeit, sowohl NATO- als auch nationale Anforderungen zu bedienen, macht Rheinmetall zum Kernstück der europäischen Rüstungsautonomie. Gleichzeitig mahnen kritische Analysen zu Lieferkettenkonzentration und unklaren Produktionskapazitäten, dass eine nachhaltige Versorgungspolitik weitere Diversifikationsschritte erfordern könnte.

Quellen

  • https://defence-industry.eu/rheinmetall-secures-e200-million-nato-order-under-120mm-tank-ammunition-framework-agreement/
  • https://www.globaldefensecorp.com/2025/12/10/974183/
  • https://www.rheinmetall.com/en/media/news-watch/news/2025/12/2025-12-08-rheinmetall-to-supply-tank-ammunition-to-the-bundeswehr
  • https://euro-sd.com/2025/12/major-news/48146/bundeswehr-orders-tank-ammo/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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