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Royal Navy testet Wildcat als fliegende Kommandozentrale – Mesh-Netzwerk, Drohnen und das Hybrid-Navy-Modell

Royal Navy testet Wildcat als fliegende Kommandozentrale – Mesh-Netzwerk, Drohnen und das Hybrid-Navy-Modell

3. Februar 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Im Rahmen des „Eagles Eye“-Versuchs hat die britische Royal Navy gezeigt, wie ein Wildcat-Hubschrauber als zentrale Knotenstelle eines mesh-basierten Netzwerks fungieren kann. Dabei wurden zwei unbemannte Luftfahrzeuge – eine Puma-Drohne der 700X Naval Air Squadron und eine Providence-Drohne von UAV Aerosystems – zusammen mit bodengestützten Sensoren in ein digitales Kommunikationssystem eingebunden. Der Test demonstrierte, dass bemannte und unbemannte Systeme in Echtzeit zusammenarbeiten können, um Ziele jenseits der Sichtlinie zu lokalisieren und simulierte Angriffe mit Martlet-Raketen vorzubereiten.

Hintergrund des „Eagles Eye“-Tests

Der Test fand am Predannack Airfield in Cornwall statt und war der erste nachweisliche Einsatz eines Hubschraubers, der in der Luft die Kontrolle über eine Drohnenflotte übernimmt. Ziel war es, die Kampfkraft der Marine durch nahtlose Integration bemannter und unbemannter Systeme zu steigern und die Interoperabilität in modernen Konfliktszenarien – etwa im Schwarzen Meer – zu verbessern.

Technische Basis und Skalierbarkeit des Mesh-Netzwerks

Das Netzwerk nutzt handelsübliche Android-Geräte, die als Bedienoberfläche für sämtliche Assets dienen. Durch die modulare Architektur kann das System bei Ausfall eines Knotens automatisch umleiten, sodass die Kommunikation resilient bleibt. Diese Fähigkeit, Sensoren und Strike-Assets instant zu verbinden, wird als „Universal Translator“ bezeichnet.

Android-basierte Kontrolle

  • Einfaches Interface für Piloten und Drohnenoperatoren.
  • Unabhängig vom Drohnentyp – sowohl Puma als auch Providence wurden über dieselbe Plattform gesteuert.
  • Modularer Aufbau ermöglicht schnelle Integration neuer Sensoren.

Lieutenant Commander Rhydian Edwards betonte: „This is essentially a universal translator. In the past, every new drone and sensor came with its own unique interface. This breaks that cycle.“ [Quelle S1]

Drohnen und Einsatzdetails im Test

Im Test wurden folgende unbemannte Systeme eingesetzt:

  • Puma-Drohne – im Dienst seit über sechs Jahren bei der 700X Naval Air Squadron (Dienstzeit >6 Jahre, 2026).
  • Providence-Drohne von UAV Aerosystems, bereitgestellt für die Demonstration.

Die Wildcat-Besatzung steuerte die Puma-Drohne direkt über das „Golden Eagle“-Interface und erhielt Live-Video-Feeds, um ein bewegliches Ziel jenseits der Sichtlinie zu orten. Anschließend wurde ein simulierter Martlet-Raketenangriff vorbereitet. Der Einsatz zeigte, dass die Kontrolle über Drohnen unabhängig vom jeweiligen Typ möglich ist – ein entscheidender Schritt hin zu einer skalierbaren, netzwerkbasierten Luftkampffähigkeit.

Hybrid Navy-Modell – Lektionen aus dem Ukraine-Krieg

Commander Andrew Henderson erklärte, dass der Test ein wichtiges Element des neuen Hybrid Navy-Modells sei, das bemannte und unbemannte Assets zu einem flexiblen, netzwerkbasierten System verschmelzen lässt. „By learning lessons from the war in Ukraine, we are securing these links into mesh networks, increasing interoperability, and proving we can connect sensors and strike assets across the battlefield instantly,“ sagte Henderson. [Quelle S2]

Die aus der Ukraine gewonnenen Erkenntnisse betreffen vor allem die Resilienz der Kommunikationswege. Das mesh-Netzwerk soll bei Störungen einzelner Knotenpunkten automatisch umleiten, sodass die Einsatzbereitschaft erhalten bleibt.

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Nächste Phase – Test in Norwegen

Der nächste große Schritt ist eine Übung in Norwegen nahe Bergen, bei der die Royal Navy gemeinsam mit der norwegischen Marine gegen Fast-Attack-Craft in Küstengewässern operieren wird. Ziel ist es, das Konzept der manned-unmanned teaming Taktiken in einer realitätsnahen Umgebung zu validieren und die Leistungsfähigkeit des Wildcat-Hubschraubers als Flotten-Kommandozentrale weiter zu prüfen.

Die norwegische Übung wird zudem asymmetrische Bedrohungen simulieren, um zu prüfen, ob das Mesh-Netzwerk und die Drohnensteuerung unter anspruchsvollen Bedingungen stabil bleiben.

Chancen und Risiken – Gegenüberstellung

  • Chance: Schnelle Reaktion und verbesserte Situationslage dank Echtzeit-Daten von Drohnen und Bodensensoren.
  • Chance: Skalierbarkeit – ein einzelner Wildcat-Hub könnte mehrere Flotten steuern.
  • Risiko: Abhängigkeit von Netzwerkknoten – bei Ausfall eines Knotens muss das System umleiten, die volle Kampfeinsatztauglichkeit muss noch in Norwegen bewiesen werden.
  • Risiko: Der Test war ein Proof-of-Concept; ein vollständiger Waffeneinsatz wurde nicht demonstriert, sondern nur Daten-Sharing und ein simulierter Martlet-Einsatz.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Drohnen wurden genau getestet?Eine Puma-Drohne von 700X Naval Air Squadron und eine Providence-Drohne von UAV Aerosystems; die Wildcat steuerte die Puma direkt via Golden Eagle-Interface. [S1] Was ist das Hybrid Navy-Modell?Es fusioniert bemannte und unbemannte Assets zu einem flexiblen, netzwerkbasierten System für cross-domain-Operationen, inspiriert von den Erfahrungen im Ukraine-Krieg. [S2] Wann und wo ist der Folgetest?Im Rahmen einer Übung in Norwegen nahe Bergen, gemeinsam mit der norwegischen Marine, gegen Fast-Attack-Craft in Küstengewässern. [S3]

Fazit

Der „Eagles Eye“-Versuch hat gezeigt, dass ein Wildcat-Hubschrauber als fliegende Kommandozentrale für ein mesh-basiertes Drohnen- und Sensorsystem funktionieren kann. Durch die Nutzung von Android-Geräten, die modulare Architektur des Netzwerks und die Lehren aus dem Ukraine-Konflikt entsteht ein resilienter Kommunikationsverbund, der die Interoperabilität von bemannten und unbemannten Plattformen deutlich erhöht. Die bevorstehende Übung in Norwegen wird entscheiden, ob das Konzept unter realen Einsatzbedingungen standhält und ob die Risiken – insbesondere die Abhängigkeit von einzelnen Knotenpunkten – beherrschbar sind. Unabhängig vom Ergebnis markiert der Test einen wichtigen Schritt hin zu einer moderneren, vernetzten Marine, die schneller und flexibler auf Bedrohungen reagieren kann.

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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