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Frankreichs neues MBT-Programm: Landgestützte Mittelstreckenraketen für europäische Abschreckung

Frankreichs neues MBT-Programm: Landgestützte Mittelstreckenraketen für europäische Abschreckung

27. Februar 2026 von Anna Schröder

Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch russische ballistische Systeme wie die IRBM Oreschnik beschleunigt Frankreich seine Bemühungen, eine eigenständige, landgestützte Mittelstreckenraketen-Kapazität aufzubauen. Das Vorhaben wird von der ArianeGroup getragen, nutzt das Know-how der M51-Trägerraketen und zieht das Interesse Deutschlands sowie weiterer europäischer Partner nach sich. Ziel ist es, die strategische Autonomie Europas zu stärken, Fähigkeitslücken zu schließen und die Abschreckung gegenüber Moskau zu festigen.

Hintergrund: Russische Bedrohung und europäische Reaktion

Die russische Oreschnik-IRBM, ein experimentelles Mittelstreckenraketensystem mit geschätzter Reichweite von über 2.700 km und potenziell MIRV-fähiger Sprengkopf, wird von westlichen Quellen als unmittelbar einsatzbereit eingeschätzt. Ihre Geschwindigkeit von Mach 10-11 und die Fähigkeit, mehrere Submunitionen gleichzeitig zu verwerfen, stellen eine erhebliche Herausforderung für bestehende Luft- und Raketenabwehrsysteme dar. In diesem Kontext haben die USA angekündigt, ab 2026 die Hyperschallrakete Dark Eagle in Deutschland zu stationieren, um die Verteidigungslage weiter zu festigen.

Frankreichs Programm für landgestützte Mittelstreckenraketen

Präsident Emmanuel Macron hat erklärt, dass Frankreich eine „echte ballistische Raketenkapazität“ entwickeln will, um die strategische Autonomie Europas zu sichern. Das Programm sieht vor, eine konventionelle Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von über 2.000 km zu realisieren. Der Verteidigungshaushalt für das Jahr 2026 umfasst ein Budget von bis zu 1 Mrd. Euro, wobei die erste Machbarkeitsstudie mit 15,6 Mio. Euro finanziert wird.

  • Budget 2026: bis zu 1 Mrd. Euro (Quelle S1)
  • Machbarkeitsstudie: 15,6 Mio. Euro (Quelle S1)
  • Geplante Reichweite: >2.000 km (konventionell)

Macron betonte im Januar 2026, dass die „Tiefenschlag-Fähigkeiten“ gemeinsam mit Partnern wie Deutschland und Großbritannien im Rahmen des „European Long-range Strike Approach“ vorangetrieben werden sollen.

ArianeGroup und das MBT-Konzept

Die ArianeGroup, europäischer Marktführer für Trägerraketen, nutzt ihr M51-Know-how für das sogenannte Missile Balistique Theatre (MBT)-Programm. Das MBT umfasst ein- und mehrstufige Varianten mit folgenden Reichweitenangaben aus dem Jahr 2023:

  • Einstufige MBT: >1.000 km (Quelle S7)
  • Mehrstufige MBT: ca. 2.500 km (Quelle S7)

Die Systeme sollen ausschließlich konventionell sein und auf mobilen Plattformen einsatzfähig werden. Der Zeitplan sieht eine Serienreife bis etwa 2030 vor.

Vincent Pery, Leiter der Raketenentwicklung bei ArianeGroup, betonte: „Mit dem MBT-Programm schließen wir die Deep-Strike-Lücke und stärken die europäische Abschreckung, ohne nukleare Optionen zu verfolgen.“ (Quelle S4)

Deutsches Interesse und mögliche Zusammenarbeit

Deutschland führt Vorgespräche mit der französischen Regierung und der ArianeGroup, um mögliche Beteiligungen zu prüfen. Ein hoher Stellenwert wird dabei auf die Schließung von Deep-Strike-Lücken gelegt, die durch das aktuelle Arsenal nicht abgedeckt sind. Die Gespräche könnten zu einer Fertigungspartnerschaft in Deutschland führen.

Ein hochrangiger israelischer Experte, der gegenüber Defence Network sprach, sagte: „Sie verstehen die Notwendigkeit, sich zu schützen und im Falle eines Angriffs zurückzuschlagen.“ (Defence Network)

  • Deutschland sondiert Beteiligung an MBT-Programm (Quelle S1)
  • Weitere europäische Länder zeigen Interesse (Quelle S2)
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Technische Details und Zeitplan

Das MBT-Programm baut auf der M51-Technologie auf, die bereits für U-Boot-gestützte SLBMs verwendet wird. Parallel dazu modernisiert Frankreich seine ozeanische Abschreckung mit dem M51.4-Projekt, das am 28.08.2025 von der DGA beauftragt wurde. Dieses Upgrade erhöht Reichweite, Präzision und Penetrationsfähigkeit der Unterwasser-Raketen und liefert wertvolles Know-how für die landgestützten Varianten.

  • M51.4-Auftrag: 28.08.2025 (Quelle S3)
  • Know-how-Transfer von M51 zu MBT (Quelle S3)
  • Serienreife MBT: voraussichtlich 2030

Risiken und kritische Punkte

Obwohl das Programm strategisch wichtig ist, gibt es mehrere Gegenargumente, die beachtet werden müssen:

  • Frühe Planungsphase: Serienreife erst in mehreren Jahren, abhängig von politischen Entscheidungen und Finanzierung.
  • Konventionelle Systeme: Die Raketen sind nicht nuklear, was in der aktuellen INF-Vertrags-Debatte politisch brisant sein kann.
  • Finanzielle Belastung: Das 1-Mrd.-Euro-Budget muss im Gesamthaushalt von Frankreich und möglichen Partnern untergebracht werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist das MBT-Programm von ArianeGroup?

Missile Balistique Theatre (MBT) ist ein Konzept für ein- und mehrstufige landgestützte ballistische Raketen mit einer Reichweite von 1.000-2.500 km, ausschließlich konventionell, basierend auf M51-Technologie (Quelle S7).

Beteiligt sich Deutschland an dem Projekt?

ArianeGroup führt Vorgespräche mit der deutschen Bundesregierung; ein Interesse an der Schließung von Deep-Strike-Lücken und einer möglichen Fertigung in Deutschland ist vorhanden (Quelle S1, S2).

Wie hängt das M51.4-Programm mit den neuen Landraketen zusammen?

Der M51.4-Auftrag, vergeben am 28.08.2025, modernisiert die französischen SLBMs und liefert technisches Know-how, das in das MBT-Programm einfließt (Quelle S3).

Fazit

Frankreichs Vorstoß, landgestützte Mittelstreckenraketen zu entwickeln, ist ein klarer Schritt zur Stärkung der europäischen strategischen Autonomie. Durch die Einbindung der ArianeGroup und das vorhandene M51-Know-how kann das Land innerhalb des nächsten Jahrzehnts eine konventionelle, aber leistungsfähige Abschreckungskapazität aufbauen. Das Interesse Deutschlands und anderer europäischer Staaten unterstreicht die gemeinsame Wahrnehmung der russischen Oreschnik-Bedrohung. Gleichzeitig bleiben finanzielle, politische und technologische Hürden bestehen, die die Realisierung bis zur Serienreife verzögern können. Nichtsdestotrotz zeigt das Programm, dass Europa bereit ist, eigenständige Lösungen zu verfolgen, um seine Sicherheit langfristig zu gewährleisten.

Quellen

  • https://de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/frankreich-und-deutschland-sondieren-neue-ballistische-rakete-sagt-arianegroup-ce7e5ad3db8ef024
  • https://zittauer-zeitung.de/2026/02/13/%F0%9F%9A%80-europas-eigenstaendigkeit-im-fokus-frankreich-bietet-deutschland-ballistische-hyperschallraketen-an/
  • https://umweltfairaendern.de/2025/09/15/nukleare-aufruestung-laeuft-frankreich-installiert-neue-traegerrakete-und-gibt-neues-atomwaffensystem-in-auftrag/
  • https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/rustung-ariane-group-entwickelt-ballistische-raketen-15244686.html
  • https://suv.report/ballistische-raketen-fuer-die-bundeswehr/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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