Skip to content
Defence-Tech.de

Defence-Tech.de

  • Starteite
  • Kategorien
    • News
    • Verteidigungstechnologieentwicklung und Innovation
    • Strategische und operative Verteidigungsplanung
    • Autonome Systeme und Robotik
    • Cybersicherheit und digitale Verteidigung
    • Drohnen und unbemannte Überwachungssysteme
  • Leitbild & Qualität
  • Kontakt

Defence-Tech.de

Technische Grundlage des XENA-Programms: Langstrecken-X-Ray-Bildgebung von RTX BBN Technologies

Technische Grundlage des XENA-Programms: Langstrecken-X-Ray-Bildgebung von RTX BBN Technologies

25. März 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Das DARPA -Programm XENA (X-ray Extreme-Range Non-Imaging Analysis) verfolgt das Ziel, versteckte Objekte aus einer Distanz von bis zu einem Kilometer zu erkennen und deren innere Geometrie zu rekonstruieren. RTX BBN Technologies entwickelt dafür ein neuartiges X-Ray-Bildgebungssystem, das schwache, verrauschte Signale mithilfe fortschrittlicher mathematischer Modelle und Algorithmen in klare, handlungsrelevante Darstellungen umwandelt. Diese Technologie verspricht eine sichere Situationsbewertung von Bedrohungen – etwa versteckten Waffen oder Sprengsätzen – ohne dass Personal in Gefahr gerät, und könnte die militärische Aufklärung grundlegend verändern.

Technische Grundlagen des kilometerweiten X-Ray-Systems

Das Kernstück des XENA-Projekts ist ein Bildgebungsansatz, der sich von herkömmlichen Scannern unterscheidet. Statt auf massive Trainingsdatensätze zu setzen, nutzt das System groß angelegte Simulationen und intelligente Bildanalyse, um aus wenigen, stark verrauschten Aufnahmen detaillierte Innenansichten zu erzeugen.

Modellierung und Algorithmik

BBN Technologies kombiniert fortgeschrittene mathematische Modellierung mit spezialisierter Software, um Bewegungsunschärfe und Signalverlust über große Entfernungen zu kompensieren. Der Ansatz reduziert den Photonenbedarf erheblich, sodass das System auch mit wenigen Aufnahmen funktionsfähig ist. Durch die Fusion mehrerer unscharfer Scans entsteht ein scharfes Bild, das die interne Struktur von Objekten sichtbar macht.

  • Rekonstruktion unscharfer X-Ray-Bilder aus ~1 km Distanz
  • Einsatz von Simulationen zur Minimierung des Bedarfs an Trainingsdaten
  • Algorithmische Fusion mehrerer Aufnahmen zu einer klaren Darstellung
  • Reduzierung des Photonenbedarfs und damit geringerer Energieverbrauch

Vergleich zu konventionellen X-Ray-Scannern

Traditionelle mobile X-Ray-Scanner arbeiten im Nahbereich, weil die Signalstärke mit zunehmender Entfernung rapide abnimmt. Dies führt zu stärkerer Bildrauschung, Bewegungsunschärfe und eingeschränkter Sichtweite. Das XENA-System überwindet diese Grenzen, indem es schwache Signale mathematisch modelliert und mehrere verrauschte Aufnahmen kombiniert.

„Long-range X-ray imaging requires a fundamentally different approach“, betont Principal Investigator Joshua Fasching. Während herkömmliche Geräte häufig mehrere hundert Aufnahmen benötigen, um ein brauchbares Bild zu erhalten, ermöglicht das neue Verfahren die Rekonstruktion aus nur wenigen, stark verrauschten Messungen.

Beteiligte Partner und Entwicklungsstandorte

Die Entwicklung des Systems erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen RTX BBN Technologies und dem Georgia Institute of Technology. Die Forschung und Entwicklung ist auf zwei Standorte verteilt:

  • Cambridge, Massachusetts – Hauptsitz von BBN Technologies
  • Atlanta, Georgia – Kooperationspartner Georgia Institute of Technology

Der Principal Investigator des Projekts ist Joshua Fasching, dessen Expertise in mathematischer Modellierung und Simulation die interdisziplinäre Zusammenarbeit prägt.

Entwicklungsstand und offene Herausforderungen

Obwohl das Projekt vielversprechende Fortschritte zeigt, befindet es sich noch im frühen Entwicklungsstadium. Die wichtigsten Punkte, die den aktuellen Status charakterisieren, sind:

  • Primär Fokus liegt auf Simulationen und Softwareentwicklung; reale Feldtests wurden noch nicht durchgeführt.
  • Keine feste Einsatzbereitschaft oder Prototypen-Zeitpläne sind derzeit bestätigt.
  • Die Methode beruht auf unvollständigen Daten; komplexe Szenarien wie dichte Materialien oder dynamische Umgebungen können die Rekonstruktionsgenauigkeit beeinträchtigen.

Diese Transparenz verhindert ein Über-Hype-Szenario und macht deutlich, dass weitere Tests und Validierungen nötig sind, bevor das System operativ eingesetzt werden kann.

Anzeige* Venture Diligence - Startup Analysen Venture Diligence - Startup Analysen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was genau bewirkt das XENA-Programm?

„XENA entwickelt Algorithmen zur Rekonstruktion interner Objektgeometrien aus schwachen, verrauschten X-ray-Signalen über ~1 km, ohne große Trainingsdaten“, erklärt das offizielle Projektstatement.

Wann ist die Technologie einsatzbereit?

Derzeit befindet sich das System in der Simulations- und Softwarephase. Feste Termine für Prototypen oder Feldtests sind bislang nicht bekannt.

Unterscheidet sich das von herkömmlichen X-Ray-Scannern?

Ja. Konventionelle Systeme benötigen Nahbereich, weil das Signal mit der Distanz stark abnimmt. Das XENA-System fusioniert mehrere unscharfe Scans zu klaren Bildern und reduziert dabei den Photonenbedarf erheblich.

Fazit

Das XENA-Programm von DARPA und RTX BBN Technologies stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung sicherer, langfristiger X-Ray-Aufklärung dar. Durch die Kombination von mathematischer Modellierung, simulationsgetriebener Entwicklung und interdisziplinärer Zusammenarbeit wird ein Ansatz ermöglicht, der herkömmliche Beschränkungen von Nahbereichsscannern überwindet. Gleichzeitig verdeutlichen die noch offenen Entwicklungsaspekte – insbesondere das Fehlen von Feldtests und die Abhängigkeit von unvollständigen Daten – dass die Technologie noch nicht einsatzreif ist. Dennoch bietet das Projekt ein vielversprechendes Fundament für zukünftige Anwendungen, bei denen das Risiko für das Personal minimiert und kritische Informationen aus großer Entfernung gewonnen werden können.

Quellen

  • https://www.prnewswire.com/news-releases/darpa-taps-rtx-to-advance-kilometer-range-x-ray-vision-302691631.html
  • https://www.rtx.com/news/news-center/2026/02/25/darpa-taps-rtx-to-advance-kilometer-range-x-ray-vision

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

Post navigation

Vorheriger Beitrag:

Saudi-Arabien präsentiert ausländische Rüstungsplattformen mit Nationalflagge auf der World Defense Show 2026 – Symbol für mögliche Milliarden-Deals

Nächster Beitrag:

Hensoldt erzielt 2025 Rekord-Auftragseingang – Wachstum, Profitabilität und strategische Ausrichtung bis 2026

Netzwerke & Treffen

  • Based: Defence & Dual-Use Innovation Platform
  • European Defense Tech Hackathon
  • Munich Security Breakfast

Neueste Beiträge

  • Transformation der Verteidigungsproduktion: Dezentrale Fertigung und Additive Manufacturing
  • Wirksamkeit von RF-Waffen gegen Drohnen – RapidDestroyer von Thales
  • Wachstum der israelischen Verteidigungsexporte 2025: Rekordwerte, regionale Verteilung und strategische Bedeutung
  • Aktuelle Verteidigungsausgaben und Budgetplanung der österreichischen Bundesregierung 2027/2028
  • Diehl Defence auf der ILA 2026: Innovationen in der Luftverteidigung
  • Wirtschaftliche Auswirkungen der Rüstungsaufträge von Rheinmetall in Rumänien
  • Bedarf an moderner Softwareverwaltung im militärischen Bereich – Einführung der UDS Fleet-Plattform
  • Diehl Defence auf der ILA 2026: Erfolgsbilanz der IRIS-T-Familie und Zukunftstechnologien der Luftverteidigung
  • Marktentwicklung der Rüstungsindustrie und Verkauf der Zivilsparte von Rheinmetall an AEQUITA
  • Umgestaltung der Verteidigungsindustrie für die arktische Kriegsführung – Chancen, Herausforderungen und Marktpotenziale

Informationen

  • Datenschutz
  • Impressum
  • Kontakt
  • Leitbild & Qualität
  • Sitemap
© 2026 Defence-Tech.de

Defence Tech, die Schnittstelle zwischen modernster Technologie und Verteidigung, umfasst innovative Entwicklungen in den Bereichen Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz, Robotik, Drohnentechnologie und autonome Waffensysteme. In einer zunehmend komplexen geopolitischen Lage, in der Bedrohungen nicht mehr nur physisch, sondern auch digital existieren, spielt Defence Tech eine tragend Rolle für die nationale Sicherheit, militärische Effizienz und den Schutz kritischer Infrastrukturen. Darüber zu berichten ist uns daher wichtig, um Transparenz zu schaffen, ethische Fragen zu beleuchten und technologische Fortschritte sowie deren globale Auswirkungen zu verstehen.