Skip to content
Defence-Tech.de

Defence-Tech.de

  • Starteite
  • Kategorien
    • News
    • Verteidigungstechnologieentwicklung und Innovation
    • Strategische und operative Verteidigungsplanung
    • Autonome Systeme und Robotik
    • Cybersicherheit und digitale Verteidigung
    • Drohnen und unbemannte Überwachungssysteme
  • Leitbild & Qualität
  • Kontakt

Defence-Tech.de

Harmattan AI präsentiert 2.000-km-IRIFI-Drohnen ohne GPS

Harmattan AI präsentiert 2.000-km-IRIFI-Drohnen ohne GPS

14. Oktober 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Harmattan AI hat im Oktober 2026 das autonome Einweg-Angriffsdrohnen-System IRIFI vorgestellt. Das System kann Ziele in bis zu 2.000 km Entfernung erreichen – und das ganz ohne globale Satellitennavigation (GNSS). Durch die Kombination aus inertialer Koppelnavigation und optischem Geländevergleich soll IRIFI eine metergenaue Endphasenlenkung ermöglichen und gleichzeitig die Anfälligkeit gegenüber GPS-Störmaßnahmen ausschalten.

IRIFI – Technische Eckdaten und Funktionsweise

  • Reichweite: bis zu 2.000 km (Meter-genaue Endphasenlenkung)
  • Navigation: inertial-sensorische Koppelnavigation + optischer Geländevergleich (Visual Navigation)
  • Bedienung: ein einzelner Operator kann dutzende autonome Schläge gleichzeitig steuern
  • Start: mobiler, kanisterisierter Launcher, einsetzbar auf LKW, taktischen Fahrzeugen und Anhängern

Die autonome Zielerfassung erfolgt durch Bordkameras, die Echtzeitbilder mit zuvor geladenen Satelliten- und Geländedaten abgleichen. Das Unternehmen betont, dass das System in der Endphase „Meter-genau“ zum Ziel navigiert, während es gleichzeitig die Radar-Exposition reduziert.

Autonome Zielerfassung ohne Satelliten

Bei der Navigation verzichtet IRIFI komplett auf GNSS-Signale. Stattdessen nutzt das System eine Kombination aus trägheitsbasiertem Kurs- und Geschwindigkeits-Tracking sowie optischer Geländevergleich-Technologie. Bei jedem Bildvergleich wird die aktuelle Position relativ zu bekannten Geländemerkmalen korrigiert, wodurch eine präzise Kurskorrektur über die gesamte Flugstrecke gewährleistet wird.

Wirtschaftliche Bedeutung – Kostenasymmetrie im Deep-Strike-Segment

Der Markt für Tiefenschlagwaffen ist durch extreme Kostenunterschiede gekennzeichnet. Während die iranische Shahed-136 pro Stück zwischen 20.000 USD und 50.000 USD kostet (Durchschnitt ~ 35.000 USD), liegen die Stückkosten für westliche Marschflugkörper wie Tomahawk bei 1,5 Mio. USD bis 3 Mio. USD, und für Storm Shadow sogar bei rund 3 Mio. USD. Diese Daten stammen aus dem CEPA-Report von 2026.

IRIFI soll die Lücke zwischen günstigen, aber ungenauen Kamikaze-Drohnen und hochpräzisen, aber teuren Marschflugkörpern schließen. Das Unternehmen argumentiert, dass durch die AI-gestützte Autonomie und die GNSS-Unabhängigkeit ein kosteneffizienter, dennoch präziser Deep-Strike möglich ist.

„The Shahed is cheap and easy to produce at scale, but it is imprecise and easy to shoot down. Tomahawks and Storm Shadows are exquisite pieces of technology with high survivability, but they are expensive and produced in very limited numbers. AI-powered autonomy now makes it possible to combine the best of both worlds, and that is exactly what we did with IRIFI.“ – Mouad M’Ghari, CEO und Mitgründer von Harmattan AI

Finanzierung und Unternehmenshintergrund

Harmattan AI wurde 2024 gegründet und erzielte im Januar 2026 dank einer Finanzierungsrunde mit unter anderem Dassault Aviation die Bewertung von rund 1,4 Mrd. Euro – damit das erste französische Rüstungs-Unicorn. Die starke Kapitalbasis erklärt, warum das Startup innerhalb kürzester Zeit von taktischen Drohnen zu strategischen Tiefenschlag-Systemen aufsteigen konnte.

Internationale Partnerschaften – Marokko als erster Kunde

Unmittelbar nach der Präsentation auf der Marrakech Air Show im Oktober 2026 unterzeichnete Harmattan AI ein Letter of Intent mit Marokko. Ziel ist die gemeinsame Weiterentwicklung und lokale Fertigung kritischer IRIFI-Komponenten. Die Vereinbarung belegt ein konkretes Interesse eines staatlichen Kunden und ein internationales Beschaffungs- und Industrie-Engagement, das über reine Ankündigungen hinausgeht.

Anzeige* Venture Diligence - Startup Analysen Venture Diligence - Startup Analysen

Kritische Gegenpunkte und Risiken

  • Fehlende verifizierte Leistungsdaten: Bislang gibt es keine unabhängigen Flugtests, und Angaben zu Nutzlast, Marschgeschwindigkeit oder Stückkosten bleiben geheim.
  • Witterungs- und Täuschungsanfälligkeit: Die optische Geländevergleich-Navigation kann bei dichtem Nebel, Rauch oder veränderten Geländemerkmalen Schwierigkeiten haben, im Vergleich zu radargestützten Systemen.
  • Ethische und rechtliche Hürden: Trotz „Human-on-the-loop“-Konzeptes birgt ein autonomer Endanflug ohne permanente Datenverbindung das Risiko von Fehlidentifikationen bei zivilen oder dynamischen Zielen.

Schnellüberblick:

Wie navigiert IRIFI ohne GPS bzw. GNSS über Distanzen von bis zu 2.000 km?

Das System kombiniert inertialsensorische Koppelnavigation mit optischem Geländevergleich. Bordkameras verarbeiten Echtzeitbilder und gleichen sie mit vorab geladenen Satelliten- und Geländedaten ab, um den Kurs mit Meter-Genauigkeit zu korrigieren.

Welche Nutzlast transportiert IRIFI?

Harmattan AI hält genaue Angaben zu Gewicht und Art des Gefechtskopfs unter Verschluss. Das System wird von einem Verbrennungsmotor angetrieben.

Gibt es bereits Käufer oder industrielle Abnehmer für das System?

Marokko hat im Oktober 2026 auf der Marrakech Air Show eine Grundsatzvereinbarung (Letter of Intent) mit Harmattan AI unterzeichnet, um IRIFI gemeinsam weiterzuentwickeln und lokale Fertigungskapazitäten aufzubauen.

Quellen

  • https://www.harmattan.ai/blog/harmattan-ai-unveils-irifi-and-enters-deep-strike
  • https://cepa.org/article/unleashing-defense-innovation/

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

Post navigation

Vorheriger Beitrag:

General Dynamics testet MO-Nav auf Talon-A ohne GPS

Nächster Beitrag:

Lockheed Martin investiert 250 Mio. USD in PAC-3 Edge

Netzwerke & Treffen

  • Based: Defence & Dual-Use Innovation Platform
  • European Defense Tech Hackathon
  • Munich Security Breakfast

Neueste Beiträge

  • Ideal Aerosmith präsentiert Troublemaker-Drohne für US-Militär
  • PERCH 2.0 montiert Switchblade 300 Block 20 auf M1A2 Abrams
  • Lockheed Martin investiert 250 Mio. USD in PAC-3 Edge
  • Harmattan AI präsentiert 2.000-km-IRIFI-Drohnen ohne GPS
  • General Dynamics testet MO-Nav auf Talon-A ohne GPS
  • Overland AI integriert IBEX in MADIS des US Marine Corps
  • Polen modernisiert F-16-Flotte: Viper-Upgrade für 3,8 Mrd. USD
  • Deutschland verfolgt Lead-Option für 6. Generation – GCAP-Option
  • Russland produziert 10.000 Dan-T 2027 – Quasi-Marschflugkörper
  • ParaZero und ThirdEye starten 360° Drohnenabwehr für Panzer

Informationen

  • Datenschutz
  • Impressum
  • Kontakt
  • Leitbild & Qualität
  • Sitemap
© 2026 Defence-Tech.de

Defence Tech, die Schnittstelle zwischen modernster Technologie und Verteidigung, umfasst innovative Entwicklungen in den Bereichen Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz, Robotik, Drohnentechnologie und autonome Waffensysteme. In einer zunehmend komplexen geopolitischen Lage, in der Bedrohungen nicht mehr nur physisch, sondern auch digital existieren, spielt Defence Tech eine tragend Rolle für die nationale Sicherheit, militärische Effizienz und den Schutz kritischer Infrastrukturen. Darüber zu berichten ist uns daher wichtig, um Transparenz zu schaffen, ethische Fragen zu beleuchten und technologische Fortschritte sowie deren globale Auswirkungen zu verstehen.