Hensoldt erzielt 2025 Rekord-Auftragseingang – Wachstum, Profitabilität und strategische Ausrichtung bis 2026
Im Geschäftsjahr 2025 hat die Hensoldt AG einen historischen Auftragseingang von 4,71 Milliarden Euro erzielt – ein Plus von 62 % gegenüber dem Vorjahr. Der starke Auftragseingang, gekoppelt mit einer soliden Umsatzsteigerung und einer verbesserten Profitabilität, unterstreicht die Position des Unternehmens im europäischen Verteidigungsmarkt. Gleichzeitig bestätigt die Verlängerung des CEO-Vertrags bis Ende 2031 die strategische Kontinuität, die das weitere Wachstum bis 2026 unterstützen soll.
Rekord-Auftragseingang 2025: Zahlen im Überblick
- Auftragseingang: 4.710 Mio. EUR (+62 % YoY)
- Auftragsbestand: 8.833 Mio. EUR (+33 % YoY)
- Umsatz: 2.455 Mio. EUR (+9,6 % YoY)
- Bereinigtes EBITDA: 452 Mio. EUR
- EBITDA-Marge: 18,4 % (Prognose ≥ 18 %)
- Free Cashflow: 347 Mio. EUR (≈ 77 % des EBITDA)
- Book-to-Bill-Verhältnis: 1,9 x
Segmentale Performance: Sensors vs. Optronics
Die beiden Hauptsegmente des Unternehmens tragen unterschiedlich zum Wachstum bei:
Sensors
- Auftragseingang: 3.143 Mio. EUR
- Umsatz: 2.058 Mio. EUR (+8 % YoY)
- EBITDA: 394 Mio. EUR
- EBITDA-Marge: 19,2 % (über der Gesamtmarge)
- Wichtige Aufträge: Luftverteidigungsradare (TRML-4D), Eurofighter-Programm, PEGASUS, P8-Poseidon
Optronics
- Auftragseingang: 1.585 Mio. EUR (mehr als Verdopplung YoY)
- Umsatz: 419 Mio. EUR (+20 % YoY)
- EBITDA: 58 Mio. EUR
- EBITDA-Marge: 13,8 % (unter der Gesamtmarge)
- Wichtige Aufträge: Integration von Wärmebildlösungen in Luchs 2 und Leopard 2
Das Sensors-Segment ist deutlich profitabler und trägt maßgeblich zur Gesamtrentabilität bei, während Optronics ein starkes Umsatzwachstum zeigt, jedoch noch Potenzial zur Margin-Verbesserung besitzt.
Finanzielle Stabilität und Cashflow-Stärke
Hensoldt kombiniert starkes Auftragswachstum mit einer soliden Finanzstruktur. Der Free Cashflow von 347 Mio. EUR entspricht rund 77 % des bereinigten EBITDA, was eine hohe Cash-Konvertierung signalisiert. Der Nettoverschuldungsgrad liegt bei 1,6 x (2025) und wird für 2026 auf etwa 1,5 x prognostiziert – ein Hinweis auf moderate Verschuldung und Spielraum für Investitionen oder Dividendenerhöhungen.
Die Dividende wurde auf 0,55 EUR je Aktie angehoben, was das Vertrauen des Managements in die nachhaltige Cash-Flow-Entwicklung widerspiegelt.
Strategische Kontinuität: CEO-Vertragsverlängerung und „North Star“-Strategie
Im Februar 2026 hat der Aufsichtsrat den Vertrag von CEO Oliver Dörre bis zum 31. Dezember 2031 verlängert. Dörre, der das Unternehmen 2024 übernommen hat, führt die „North Star“-Strategie, die vier Kernpfeiler umfasst:
- Skalierung der Produktion
- Ausbau von Software-Lösungen
- Fokussierte Internationalisierung
- Kultur-Weiterentwicklung
Die Kontinuität im Top-Management schafft Planungssicherheit für Investoren und Mitarbeiter, insbesondere in einer Phase, in der das Unternehmen Rekord-Aufträge realisiert.
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Geopolitischer Kontext und Marktumfeld
CEO Oliver Dörre betont in der Unternehmensmitteilung: “ Die geopolitische Lage zwingt Europa zu einer nachhaltigen Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit. Das sehen wir nicht nur in steigenden Budgets, sondern seit dem letzten Halbjahr auch in beschleunigten und konkreten Beschaffungsentscheidungen. Deutschland hat hier eine Schlüsselrolle eingenommen und war 2025 ein wesentlicher Treiber unserer Auftragseingangsdynamik. „
Der wachsende europäische Rüstungsbedarf, insbesondere in Deutschland, liefert strukturellen Tailwind für Hensoldt. Die Aufträge für Luftverteidigungsradare, Luchs 2 und Leopard 2 zeigen, dass das Unternehmen von Multi-Year-Verträgen im Rahmen der Bundeswehr– und NATO-Planungen profitiert.
Risiken und Gegenmaßnahmen
- Produktions-Transformation: Parallel zu den Aufträgen laufen Transformationsinitiativen, etwa eine langsamere Radarproduktion in H1 2025. Verzögerungen könnten das Gewinnwachstum bremsen.
- Margin-Druck im Optronics-Segment: Trotz starkem Umsatzwachstum liegt die EBITDA-Marge bei 13,8 %. Eine Margen-Verbesserung ist Voraussetzung, um die 2026-Guidance (EBITDA-Marge 18,5-19 %) zu erreichen.
- Geopolitische und regulatorische Abhängigkeit: Das Wachstum ist stark an europäische Rüstungsbudgets gekoppelt. Änderungen in der Sicherheitspolitik oder EU-Exportkontrollen könnten Aufträge beeinflussen.
- Wettbewerbsdruck: Globale Konkurrenten wie Leonardo, Thales oder US-Hersteller kämpfen um dieselben NATO-Aufträge. Preis- und Skalierungswettbewerb könnte Margen belasten.
Das Unternehmen adressiert diese Risiken durch die bereits erwähnte Produktions-Transformation, die Fokussierung auf margenstarke Sensor-Geschäfte und die fortlaufende Diversifizierung der internationalen Kundenbasis.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum ist das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 x so wichtig?
Ein Book-to-Bill von 1,9 x bedeutet, dass Hensoldt für jeden Euro Umsatz 1,9 Euro an neuen Aufträgen erhalten hat. Das signalisiert eine hohe Auftragsauslastung und reduziert das Umsatz-Risiko für die kommenden Jahre.
Welches Segment treibt das Wachstum am stärksten?
Das Sensors-Segment liefert das größte Volumen (3.143 Mio. EUR Auftragseingang) und die höchste Marge (19,2 %). Optronics wächst prozentual stärker, trägt jedoch noch weniger zur Gesamtrentabilität bei.
Kann Hensoldt die Umsatzprognose für 2026 von 2,75 Mrd. EUR erreichen?
Mit einem Auftragsbestand von 8,833 Mio. EUR und einem Book-to-Bill von 1,9 x besteht eine solide Auftragsvisibilität. Voraussetzung ist, dass die Produktions-Transformation ohne wesentliche Verzögerungen umgesetzt wird.
Was bedeutet die Dividendenerhöhung für Investoren?
Die Erhöhung auf 0,55 EUR je Aktie zeigt, dass das Management trotz intensiver Investitionen in Produktion und Transformation von einer stabilen Cash-Flow-Entwicklung ausgeht.
Welche Rolle spielt die Bundeswehr für Hensoldt?
Deutschland war 2025 ein zentraler Treiber des Auftragseingangs, insbesondere durch Aufträge für Luftverteidigungsradare, Luchs 2 und Leopard 2. Die Bundeswehr ist damit einer der größten Einzelkunden.
Ist die EBITDA-Marge von 18,4 % nachhaltig?
Die Prognose für 2026 liegt bei 18,5-19 %, was auf eine nachhaltige Marge hindeutet. Entscheidend ist, dass Optronics seine Marge verbessert und Sensors-Marge stabil bleibt.
Warum wurde der CEO-Vertrag bis 2031 verlängert?
Oliver Dörre leitet seit 2024 die „North Star“-Strategie. Die Vertragsverlängerung signalisiert das Vertrauen des Aufsichtsrats in seine Umsetzung und sorgt für strategische Kontinuität während der Wachstumsphase.
Fazit
Der Rekord-Auftragseingang von 4,71 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2025 bestätigt, dass Hensoldt von einer strukturellen Aufwärtsdynamik im europäischen Verteidigungsmarkt profitiert. Das Unternehmen kombiniert starkes Volumen
