Technische Daten und taktische Bedeutung der Aksungur-Kampfdrohne mit Super Simsek-UAVs
Am 10. März 2026 demonstrierte Turkish Aerospace Industries (TAI) einen neuen Ansatz in der Luftkriegführung: Die MALE-UAV Aksungur transportierte während eines Testflugs zwei Super Simsek-Drohnen unter ihren Tragflächen. Durch die Kombination von hoher Ausdauer und der Fähigkeit, schnelle, modulare UAVs zu starten, eröffnet das Konzept „Drone-on-Drone“ gestaffelte Missionen für Angriff, Störung und Täuschung. Dieser Test verdeutlicht, wie verteilte Kräfte und risikominimierende Taktiken in Konflikten mit intensiver Luftverteidigung eingesetzt werden können.
Aksungur – Die langlebige Träger-UAV
Die Aksungur ist eine mittelgroße, langstreckenfähige Kampf-UAV (MALE) mit einer beeindruckenden Nutzlast- und Ausdauerkapazität, die sie zum idealen Träger für kleinere UAVs macht.
- Spannweite: 24 m (nach TAI-Angaben, 2026)
- Max. Startgewicht (MTOW): 3.300 kg (inkl. >750 kg nutzbarer Payload, 2026)
- Ferry-Ausdauer: bis zu 50 Stunden bei 40.000 ft (2026)
- Antrieb: zwei TEI-PD170-Turbodiesel-Motoren
- Payload-Kapazität: >750 kg für externe Systeme
- Hardpoints: sechs, geeignet für Drohnen oder Präzisionswaffen
Leistungsdaten im Detail
Die Kombination aus 24-Meter-Spannweite und einem maximalen Startgewicht von 3.300 kg ermöglicht eine Reichweite von über 5.000 km, unterstützt durch Satellitenkommunikation. Die Plattform kann zudem EO/IR-Sensoren, Radar und verschiedene Präzisionswaffen tragen, wodurch sie flexibel in Aufklärungs- und Angriffsrollen einsetzbar ist.
Super Simsek – Der schnelle Multi-Role-UAV
Der Super Simsek ist ein kleiner, jet-getriebener UAV, der als vielseitiges Einsatzsystem für elektronische Kriegsführung, Täuschung und One-Way-Angriffe konzipiert ist.
- Länge: 4 m (2026)
- MTOW: 200 kg (2026)
- Maximale Geschwindigkeit: Mach 0.85 (2026)
- Service Ceiling: 35.000 ft (2026)
- Ausdauer bei Luftstart: 80 Minuten, Reichweite ca. 900 km (2026)
- Treibstoffkapazität: 70 Liter (unterstützt 80 Minuten-Flug)
- Payload-Kapazität: bis zu 50 kg, inkl. 35 kg Sprengkopf (2026)
- Datenlink-Reichweite (LOS): 150 km, autonome Operationen möglich
Erweiterte Payload-Optionen
Der Super Simsek kann je nach Mission unterschiedliche Nutzlasten tragen:
- Elektronische Kriegsführung (EW-Jammer)
- Radar-Cross-Section-Änderer und IR-Signaturverstärker für Täuschungsflüge
- 35 kg Sprengkopf für One-Way-Angriffe
- Swarming-Fähigkeit für simultane Zieleingriffe
Drone-on-Drone: Testflug vom 10. März 2026
Der Test, der von GBP Aerospace am 12. März 2026 veröffentlicht wurde, zeigte die Aksungur beim Taxieren und Starten mit je einer Super Simsek unter jeder Tragfläche. Das offizielle Video lässt erkennen, dass die UAVs nicht nur transportiert, sondern auch stabil im Flug gehalten wurden. Wie TAI betont: „Der Aksungur trägt zwei Super Simsek unter den Flügeln in einem Testflug.“ Der Test konzentrierte sich auf die Trage- und Flugleistung; Freisetzungs- oder Kampftests wurden nicht dokumentiert.
Taktische Vorteile und Einsatzszenarien
Durch die Kombination von Aksungur und Super Simsek ergeben sich mehrere strategische Optionen:
- Suppression of Enemy Air Defenses (SEAD): Die Aksungur bleibt außerhalb stark verteidigter Lufträume, während die Super Simsek-Drohnen in Wellen eindringen, Radarstellungen auslösen oder jammen.
- Täuschungsmissionen: Durch Radar- und IR-Signature-Modifikatoren können die kleineren UAVs feindliche Sensoren täuschen und falsche Ziele präsentieren.
- Swarming-Angriffe: Mehrere Super Simsek können gleichzeitig verschiedene Ziele anvisieren, was die Abwehr erschwert.
- Flexibles Payload-Management: Je nach Auftrag kann die Nutzlast von EW-Modulen bis zu einem 35 kg Sprengkopf variieren.
- Ausgedehnte Reichweite: Mit einer Ferry-Ausdauer von 50 Stunden kann die Aksungur über 5.000 km operieren, während die Super Simsek nach dem Abwurf bis zu 900 km zurücklegen kann.
Risiken und Grenzen des Konzepts
Obwohl das Konzept vielversprechend ist, gibt es kritische Punkte, die beachtet werden müssen:
- Der Test beschränkte sich auf die Trage- und Flugleistung; reale Freisetzungs- und Kampfszenarien wurden nicht nachgewiesen.
- Die Payload-Kapazität der Aksungur variiert je nach Flugkonfiguration – bei 35.000 ft kann die nutzbare Nutzlast deutlich geringer sein als die maximalen >750 kg.
- Der operative Nutzen hängt von der Integration von Steuerungs- und Kommunikationssystemen ab, die im Test nicht detailliert behandelt wurden.
Häufig gestellte Fragen
Wann fand der Test statt?
Der Flugtest mit Aksungur und zwei Super Simsek erfolgte am 10. März 2026.
Kann Super Simsek autonom operieren?
Ja, das System unterstützt Pre-Flight-Mission-Planning, In-Flight-Updates, Return-to-Base-Modi und Fallschirm-Recovery.
Wie unterscheidet sich Super Simsek vom Original-Simsek?
Super Simsek erweitert Reichweite, Geschwindigkeit und Payload für Multi-Rolle-Einsätze im Vergleich zur reinen Ziel-Drohne.
Fazit
Der Test der Aksungur-Kampfdrohne mit zwei unter den Tragflächen montierten Super Simsek-UAVs markiert einen bedeutenden Schritt hin zu verteilten, risikominimierenden Luftkampfsystemen. Die technischen Daten belegen, dass die Aksungur dank ihrer 50-Stunden-Ausdauer und einer Nutzlast von über 750 kg in der Lage ist, schnelle, modulare UAVs mit bis zu 50 kg Payload über weite Strecken zu transportieren. Durch die Möglichkeit, verschiedene Payload-Optionen – von EW-Jammern bis zu Sprengköpfen – zu integrieren, eröffnen sich vielfältige Einsatzszenarien, insbesondere im SEAD- und Täuschungsbereich. Gleichzeitig zeigen die Gegenargumente, dass das Konzept noch nicht vollständig operationalisiert ist und weitere Tests, insbesondere Freisetzungs- und Kampftests, erforderlich sind, um das volle Potenzial zu bewerten.
