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Technische Details zu Project Overwatch und AI-Integration im F-35 Combat Identification System

Technische Details zu Project Overwatch und AI-Integration im F-35 Combat Identification System

28. Februar 2026 von Michael Bauer

Lockheed Martin verleiht dem F-35-Kampfjet eine neue KI-Unterstützung, die die Bedrohungserkennung und das Combat-Identification (Combat ID) deutlich beschleunigt. Im Rahmen von Project Overwatch wurde die KI-gestützte Combat-ID in das Informations-Fusionssystem des Flugzeugs integriert und demonstrierte erstmals eine unabhängige Identifikation von Bedrohungen direkt auf dem Piloten-Display. Dieser Durchbruch verbindet die Flexibilität von 6th-Gen-Technologien mit der bewährten Plattform einer 5th-Gen-Flugzeugfamilie.

Project Overwatch: Erster Flugtest einer taktischen KI im F-35

Der Test fand auf der Nellis Air Force Base in Nevada statt. Dort wurde ein KI-erweitertes Combat-ID-Modul in das bestehende System des F-35 eingebettet. Die KI löst überlappende Signale von Radar- und Kommunikations-Emittern auf und reduziert die Entscheidungszeit der Piloten erheblich. Wie Jake Wertz, Vizepräsident für F-35 Combat Systems bei Lockheed Martin Aeronautics, erklärte:

„This is a demonstration of 6th Gen technology brought to a 5th Gen platform. Equally important is our ability to re-program the AI model on the ground and have those updates available for the next mission, an essential step toward maintaining a tactical edge in a rapidly evolving threat environment.“

Der Test markierte den ersten Flug, bei dem ein taktisches KI-Modell eigenständig Combat-IDs auf dem Piloten-Display generierte, ohne das bestehende System zu ersetzen.

Funktionsweise der AI-gestützten Combat Identification

Das KI-Modell arbeitet mit RF-Emissionen von feindlichen Radaren und Kommunikationssystemen. Es analysiert die Signale, löst Ambiguitäten zwischen überlappenden Emittern und priorisiert Bedrohungen, um dem Piloten eine klare Situationswahrnehmung zu bieten. Die KI läuft onboard auf den Computern des F-35 und ergänzt das legacy Combat-ID-System, das weiterhin aktiv bleibt. Der Pilot erhält Informationen aus beiden Quellen und behält die finale Entscheidungsbefugnis.

  • Analyse von Radar- und Kommunikations-RF-Emissionen
  • Auflösung von Signal-Überlappungen (Emittern)
  • Priorisierung von Bedrohungen für schnellere Entscheidungsfindung
  • Onboard-Verarbeitung ohne Ersatz des bestehenden Systems

Schnellere Bedrohungserkennung durch AI-Retraining in Minuten

Ein zentrales Merkmal von Project Overwatch ist die Fähigkeit, das KI-Modell innerhalb von Minuten neu zu trainieren. Ingenieure labeln neu entdeckte Emittern mit automatisierten Tools, führen ein schnelles Retraining durch und laden das aktualisierte Modell für den nächsten Flug. Dieser Prozess findet im selben Planungszyklus statt – ein entscheidender Unterschied zu früheren Systemen, die Monate für Updates benötigten.

Die Vorgehensweise im Detail:

  1. Erfassung neuer Emittern während des Fluges
  2. Automatisiertes Labeln und Datenaufbereitung durch Boden-Engineers
  3. Retraining des KI-Modells in wenigen Minuten
  4. Upload des aktualisierten Modells für den nächsten Sortie-Flug

Wie in den Quellen angegeben, ermöglicht dieser Ansatz eine schnelle Anpassung an sich verändernde Bedrohungslandschaften und unterstützt die angestrebte 6th-Gen-Fähigkeit des F-35.

Integration in die US-Air-Force-AI-Doktrin 2025

Die Tests von Project Overwatch stehen im Einklang mit der im April 2025 veröffentlichten USAF-Doktrin, die Künstliche Intelligenz als Force-Multiplier für Intelligence, Surveillance & Reconnaissance (ISR) definiert. Die Doktrin betont, dass KI versteckte Bedrohungen ohne Vorwissen erkennen soll – ein Ziel, das durch die neuen KI-Fähigkeiten des F-35 unterstützt wird.

  • AI-Integration in USAF: Force Multiplier für ISR
  • Jahr der Doktrin: 2025 (April)
  • Ziel: Erkennen versteckter Bedrohungen ohne Vorwissen

Damit positioniert Lockheed Martin das F-35-Upgrade nicht nur als technisches Update, sondern als strategische Umsetzung der langfristigen KI-Vision der US-Luftwaffe.

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Vorteile und Grenzen: Menschliche Kontrolle und proprietäre Details

Obwohl die KI die Entscheidungszeit verkürzt, bleibt der Pilot für die finale Entscheidung verantwortlich. Die Technologie liefert lediglich Vorschläge, um die menschliche Kontrolle in kritischen Szenarien zu erhalten.

„Der Pilot bleibt für die finale Entscheidung verantwortlich; AI ist nur ein Vorschlag.“

Ein weiterer kritischer Punkt ist die begrenzte Transparenz der KI-Algorithmen. Details zur Funktionsweise bleiben proprietär und sind nur spärlich öffentlich verfügbar, sodass genaue Leistungsdaten (z. B. Genauigkeit) noch nicht verifiziert sind.

  • Pilotische Endverantwortung bleibt erhalten
  • AI liefert nur unterstützende Vorschläge
  • Algorithmus-Details sind proprietär und nicht vollständig offen

Häufig gestellte Fragen zur AI-Integration

Wie funktioniert die AI-Retraining-Prozedur genau?

Ingenieure labeln neue Emittern mit automatisierten Tools, trainieren das Modell in Minuten neu und laden es für den nächsten Flug – alles im selben Planungszyklus (Lockheed Martin, 2026).

Ersetzt die AI das bestehende Combat-ID-System?

Nein, die KI ergänzt das vorhandene System. Der Pilot sieht Informationen aus beiden Systemen und trifft die finale Entscheidung (Lockheed Martin-Sprecher via TWZ, 2026).

F-35 technische Eckdaten (Snapshot)

  • Länge: 51,4 ft (15,7 m)
  • Höhe: 14,4 ft (4,38 m)
  • Leergewicht: 29.300 lb (13.290 kg)
  • Maximale Nutzlast: 18.000 lb (8.160 kg)
  • Bewaffnung: 25 mm GAU-22/A Kanone, AIM-120C/D Luft-zu-Luft-Raketen, GBU-31 JDAM-Bomben
  • Höchstgeschwindigkeit: Mach 1,6 (1.960 km/h)
  • Reichweite: 1.200 nmi (2.200 km) pro Mission

Fazit

Project Overwatch demonstriert, wie KI das etablierte Combat-Identification-System des F-35 erweitert, indem sie überlappende RF-Signale auflöst, die Entscheidungszeit verkürzt und durch Minuten-Retraining schnell auf neue Bedrohungen reagiert. Die Integration entspricht der US-Air-Force-KI-Doktrin von 2025 und stärkt die Position des F-35 als Plattform, die sowohl 5th-Gen-Leistung als auch 6th-Gen-Flexibilität bietet. Trotz der Fortschritte bleibt die menschliche Entscheidungsgewalt erhalten, und die proprietären Details der KI-Algorithmen bleiben ein Punkt technischer Skepsis. Insgesamt markiert die Einführung der KI einen wichtigen Schritt hin zu software-getriebenen Verbesserungen, die die Einsatzfähigkeit des F-35 in dynamischen Bedrohungsumgebungen nachhaltig erhöhen.

Quellen

  • https://thedefensepost.com/2026/02/26/f-35-ai-breakthrough-test/amp/
  • https://www.f35.com/f35/news-and-features/LockheedMartinApplyingAItoEnhanceF35CombatIdentificationSystem.html
  • https://www.twz.com/air/ai-is-now-helping-the-f-35-spot-enemy-air-defenses
  • https://www.defensenews.com/industry/techwatch/2026/02/24/lockheed-debuts-ai-on-f-35-fighter-jet-to-identify-targets/
  • https://breakingdefense.com/2026/02/lockheed-test-flies-f-35-with-artificial-intelligence-to-quickly-id-unknown-contacts/
  • https://www.jpost.com/defense-and-tech/article-887732

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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