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US Navy vergibt Entwicklungsauftrag für das nächste Generation Acoustic Device Countermeasure (ADC MK6) – Hintergrund, Technik und globale Vergleiche

US Navy vergibt Entwicklungsauftrag für das nächste Generation Acoustic Device Countermeasure (ADC MK6) – Hintergrund, Technik und globale Vergleiche

25. März 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Die US Navy hat den Auftrag an Ultra Maritime vergeben, das nächste Generation Acoustic Device Countermeasure (ADC MK6) zu entwickeln – ein entscheidendes System zur Abwehr moderner, stealthiger Torpedos. Das neue System soll akustische Signaturen erzeugen, die ankommende Torpedos verwirren und ablenken, und damit die Überlebensfähigkeit der Flotte in zunehmend umkämpften Gewässern stärken.

Hintergrund zu ADC-Systemen und deren Evolution

Seit den frühen 2000er-Jahren liefert Ultra Maritime über 30.000 Gegenmaßnahmen an alliierte Marinen weltweit. Die ADC-Serie entwickelte sich von einfachen, abwerfbaren Jammern hin zu hochadaptiven Systemen. Der Vorgänger ADC MK4, ein abwerfbarer Jammer mit einem Durchmesser von 6,25 Zoll und einem Gewicht von 54,4 kg, erzeugte breite Tonfolgen, um Torpedos in endlose Zielverifikationsschleifen zu treiben.

ADC MK6 baut auf dieser Erfahrung auf und stellt die neueste „soft-kill“-Komponente einer geschichteten Verteidigung dar, die künftig durch Hard-Kill-Systeme ergänzt wird. Ultra Maritime investiert zudem in integrierte Lösungen, die Detektion und Neutralisierung kombinieren.

Wichtige Meilensteine der ADC-Entwicklung

  • Mehr als 30.000 gelieferte Gegenmaßnahmen bis 2026.
  • ADC MK4: Durchmesser 6,25 Zoll, Gewicht 54,4 kg, abwerfbarer Jammer.
  • ADC MK6: maßgeschneiderte, schiffsähnliche Akustikprofile, höhere akustische Ausgabe und schnellere Einsatzbereitschaft.
  • Ziel-Kostensenkung für Oberflächenschiffe um 20-25 %.

Technische Merkmale des ADC MK6

Das ADC MK6 ist für den schnellen Einsatz konzipiert und zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Erzeugung adaptiver akustischer Signaturen, die speziell auf das jeweilige Schiff abgestimmt sind.
  • Hohe Einsatzbereitschaft und stärkere akustische Ausgabe im Vergleich zu Vorgängern.
  • Breite Plattformkompatibilität – das System kann an verschiedensten Oberflächenschiffen angebracht werden.
  • Intelligente Steuerung, die auf moderne, stealthige Torpedos mit Pump-Jet-Antrieb und Re-Angriffsfähigkeit reagiert.

„Keeping today’s fleets protected in an increasingly contested maritime domain requires systems that are smarter, faster, and fully adaptive“, betont Ultra Maritime in der offiziellen Pressemitteilung.

Bedrohungsprofil, das ADC MK6 adressiert

Moderne Torpedos setzen auf geringere Kavitation, Pump-Jet-Antriebe und Re-Angriffsfähigkeit, wodurch herkömmliche Köder leicht umgangen werden. ADC MK6 soll diese Lücke schließen, indem es akustische Signaturen erzeugt, die den Torpedo-Homing-Algorithmen widersprechen.

Vergleich mit internationalen Gegenmaßnahmen

Im internationalen Kontext gibt es verschiedene Anti-Torpedo-Systeme:

  • Russisches Paket-E/NK: stationärer Launcher mit einer Reichweite von bis zu 800 m.
  • Leonardo C303/S: ebenfalls stationär, jedoch mit anderen Emulations-Ansätzen.

Im Gegensatz dazu ist das ADC MK6 ein abwerfbares, intelligentes System, das schiffspezifische Akustikprofile erzeugt. Diese Flexibilität ermöglicht den gezielten Einsatz gegen Stealth-Torpedos, die gegen stationäre Systeme weniger wirksam sind.

Einzigartige Vorteile des ADC MK6

  • Abwerfbarer Jammer mit adaptiven Signaturen statt starrem Launcher.
  • Schiffs-spezifische Akustikprofile für höhere Täuschungsrate.
  • Kompatibilität mit externen Launchern an Oberflächenschiffen.
  • Potential für Kostensenkungen von 20-25 % im Vergleich zu Legacy-Systemen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet ADC MK6 von früheren Versionen?

„ADC MK6 erzeugt maßgeschneiderte, schiffsähnliche Akustikprofile für bessere Täuschung moderner Torpedos, mit höherer Ausgabe und schnellerer Bereitschaft“.

Welche Bedrohungen bekämpft es?

Stealth-Torpedos mit Pump-Jet-Antrieb, geringer Kavitation und Re-Angriffsfähigkeit, die traditionelle Köder umgehen.

Ist ADC MK6 für U-Boote oder Schiffe gedacht?

Primär für externe Launcher an Oberflächenschiffen gegen akustische Torpedos; submariner Einsatz war bei Vorgängern üblich.

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Risiken und offene Fragen

Obwohl das ADC MK6 vielversprechend ist, befindet es sich noch in der Entwicklungsphase. Konkrete Testdaten oder ein genauer Einführungszeitplan wurden bislang nicht veröffentlicht. Zudem könnten Legacy-Systeme wie ADC MK2/4 für Oberflächenschiffe überdimensioniert und kostenintensiv bleiben, was die Dringlichkeit für kostengünstigere Varianten unterstreicht.

Fazit

Der Entwicklungsauftrag der US Navy für das ADC MK6 markiert einen bedeutenden Schritt in der Unterwasserverteidigung. Durch die Kombination aus adaptiven akustischen Signaturen, hoher Einsatzbereitschaft und breiter Plattformkompatibilität stärkt das System die Überlebensfähigkeit moderner Flotten gegen immer raffiniertere Torpedobedrohungen. Während die Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt, zeigt die langjährige Erfahrung von Ultra Maritime – mehr als 30.000 gelieferte Gegenmaßnahmen – dass das Unternehmen über das nötige Know-how verfügt, um die ambitionierten Ziele der Navy zu erreichen. Die internationalen Vergleiche verdeutlichen, dass das ADC MK6 mit seiner Flexibilität und den schiffspezifischen Profilen ein einzigartiges Angebot im globalen Markt darstellt.

Quellen

  • https://briefglance.com/articles/us-navy-taps-ultra-maritime-for-next-gen-anti-torpedo-defense-system
  • https://www.prnewswire.com/news-releases/ultra-maritime-awarded-development-contract-for-the-next-generation-acoustic-device-countermeasure-302691700.html
  • https://www.twz.com/33467/the-shadowy-world-of-submarine-and-ship-launched-torpedo-countermeasures-an-explainer

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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