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Greensea IQ führt Bayonet Sweep für autonome Rumpfinspektion ein

Greensea IQ führt Bayonet Sweep für autonome Rumpfinspektion ein

17. August 2026 von Anna Schröder

Greensea IQ hat den autonomen Unterwasser-Inspektionsroboter Bayonet Sweep vorgestellt – ein kriechendes System, das eigenständig Schiffsrümpfe und Hafeninfrastruktur prüft und Anomalien erkennt.

Technologischer Ursprung und Transfer von EverClean

Der Bayonet Sweep baut direkt auf den Navigations- und Fortbewegungsalgorithmen der kommerziellen EverClean-Plattform von Greensea IQ auf. Während EverClean primär für kontinuierliche Rumpfreinigung und Biofouling-Management entwickelt wurde, wurde Sweep für sicherheitskritische Force-Protection- und EOD/MCM-Einsätze optimiert. Der Transfer der bewährten Rumpfkriech-Technologie verdeutlicht, dass es sich nicht um einen ungetesteten Prototyp, sondern um eine praxiserprobte Anpassung handelt (Greensea IQ 2026; BlueZone Group 2025).

Haftmechanismus ohne Magneten: Vortex Attractor

Im Gegensatz zu herkömmlichen ROVs, die auf magnetische Haftung setzen, nutzt Bayonet Sweep ein hydrodynamisches Vortex- bzw. Impeller-Ansaugsystem, den sogenannten „Vortex Attractor“. Durch einen erzeugten Unterdruck wird das Fahrzeug fest an die Rumpfoberfläche gepresst – unabhängig davon, ob es sich um Stahl, Verbundstoffe oder beschichtete Flächen handelt. So kann der Roboter sogar kopfüber an vertikalen Bordwänden haften, ohne empfindliche Elektronik zu beeinträchtigen.

Autonome Navigation und Schwarmbetrieb

Das System basiert auf der Greensea Core/OPENSEA-Softwarearchitektur. Diese offene Plattform verarbeitet Sensordaten in Echtzeit, klassifiziert Anomalien automatisch und erzeugt georeferenzierte Inspektionsberichte. Darüber hinaus unterstützt die Software Schwarmoperationen: Mehrere Bayonet-Sweep-Einheiten können gleichzeitig ein großes Rumpf- oder Infrastrukturgebiet abdecken, während ein zentrales System die Ergebnisse zusammenführt.

Einsatzbereiche und Sicherheitsrelevanz

Manuelle Rumpfinspektionen durch Marinetaucher sind zeitintensiv, risikoreich und in trüben Hafengewässern fehleranfällig. Bayonet Sweep schließt diese Lücken, indem er:

  • Gefahren wie Haftminen (Limpet Mines) und parasitäre Schmuggelbehälter an Seekästen erkennt.
  • Strukturelle Beschädigungen und Materialabplatzungen frühzeitig detektiert.
  • Port- und Hafeninfrastruktur sowie kritische Unterwasseranlagen effizient überprüft.

Der CEO von Greensea IQ, Ben Kinnaman, betont: „Wir haben die Technologie, die es einem autonomen Fahrzeug ermöglicht, entlang des Rumpfes zu kriechen, und daraus einen Sicherheits-Roboter entwickelt, der von Bug bis Heck zuverlässig und mit hoher Sicherheit 100 % Intelligenz über den Rumpf liefert.“

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Technische Daten im Überblick

  • Gewicht (Trocken): 35 kg (2026)
  • Abmessungen (B × L × H): 565 mm × 1075 mm × 256 mm (2026)
  • Maximale Fahrgeschwindigkeit am Rumpf: 1,0 m/s (2026)
  • Kompatibel mit Core/OPENSEA-Software, unterstützt Schwarmbetrieb
  • Einsatzteam: ca. 2 Personen für schnellen Einsatz

Schnellüberblick:

Wie hält der Roboter kopfüber oder an vertikalen Bordwänden?

Das System nutzt eine hydrodynamische Impeller-Ansaugung (Vortex Attractor), die einen Unterdruck erzeugt und das Fahrzeug fest an den Rumpf presst, ohne auf magnetische Stahloberflächen angewiesen zu sein.

Welche Bedrohungen soll Bayonet Sweep vorrangig aufspüren?

Der Roboter ist primär auf das Auffinden von Haftminen, parasitären Schmuggelbehältern an Seekästen sowie strukturellen Beschädigungen und Materialabplatzungen ausgelegt.

Welche Einschränkungen gibt es bei komplexen Geometrien?

Krächende Roboter bieten hohe Präzision auf freien Rumpfflächen, benötigen jedoch bei stark verwinkelten Hohlräumen ergänzende Freiflug-ROVs oder Taucher zur vollständigen Verifikation.

Wie wirken sich stark sedimentierte Gewässer auf die Inspektion aus?

Obwohl Multibeam-Sonar und automatische Zielerkennung (ATR) eingesetzt werden, können extreme Trübungen und starke Strömungen im Hafenbecken die Inspektionszeit verlängern.

Quellen

  • https://greenseaiq.com/solutions/bayonet-sweep
  • https://oceaneconomist.com/greensea-iq-launches-bayonet-sweep-for-autonomous-hull-inspection/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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