Saab enthüllt A3-001 Konzept: Loyal Wingman-Drohne für 2030er
Auf der Jubiläums-Flugschau Malmen präsentierte Saab ein maßstabsgetreues Modell des neuen Loyal-Wingman-Konzepts A3-001. Das überschallfähige, autonome Begleitkampfflugzeug soll im Rahmen des schwedischen KFS- und ACP-Programms bis Mitte der 2030er-Jahre als operative Ergänzung zu bemannten Jets wie der JAS 39 Gripen E/F dienen. Die Enthüllung markiert einen entscheidenden Schritt zur Sicherung einer eigenständigen, technologisch führenden Luftfahrtindustrie nach Schwedens NATO-Beitritt.
Stufenweiser Entwicklungsfahrplan (A1, A2, A3)
Saab verfolgt im ACP-Projekt eine klar strukturierte Dreistufen-Roadmap. Der erste Technologie-Demonstrator A1 soll innerhalb von 36 Monaten nach Projektstart den Erstflug absolvieren – ein Zeitrahmen, den die schwedische Beschaffungsbehörde FMV für das Jahr 2026 festgelegt hat. Der Antrieb erfolgt über das General-Electric-F414-Triebwerk, das bereits in der Gripen E/F zum Einsatz kommt.
„We are currently in an intensive development phase where, together with Sweden, we are exploring technologies that will lay the foundation for the next generation of combat air systems,“ sagte Peter Nilsson, Leiter der Business Unit Advanced Programs bei Saab.
Der zweite Demonstrator A2 erweitert das Konzept um einen internen Waffenschacht und dient als Testbett für die Integration von Waffen und Sensorik. Erkenntnisse aus A1 und A2 fließen in das finale Serienkonzept A3-001 ein, das für den operativen Einsatz ab Mitte der 2030er-Jahre geplant ist.
- Entwicklungsziel A1 (Konzept bis Erstflug): 36 Monate, Vorgabe FMV, 2026
- Geplanter Erstflug A1: Ende 2027 (innerhalb von 15 Monaten nach Projektstart)
- Operativer Einsatz A3-001: Mitte der 2030er-Jahre
Aerodynamische Merkmale und Stealth-Design
Das A3-001-Modell zeigt ein leitwerkloses Nurflügel-/Doppeldelta-Design, das optisch an die historische Saab 35 Draken erinnert. Zur Reduzierung der Radar- und Infrarotsignatur nutzt das Flugzeug seitliche DSI-Lufteinlässe (Diverterless Supersonic Intake), gezackte Triebwerksauslässe und einen vollständig verdeckten internen Waffenschacht. Diese Merkmale entsprechen modernen Stealth-Prinzipien und sollen die Beobachtbarkeit in stark umkämpften Lufträumen minimieren.
Kosten- und Flottenphilosophie im High-End-Segment
Im Gegensatz zu kostengünstigen US-Drohnensystemen positioniert Saab das A3-001-Konzept im High-End-Segment. Die geschätzten Stückkosten liegen bei etwa 50 % der eines konventionellen Gripen-E-Jägers. Damit soll das System in einem 2:1- bis 3:1-Verhältnis zur bemannten Maschine eingesetzt werden und gefährliche Vorstoßmissionen übernehmen, etwa zur Flugabwehrunterdrückung.
- Geschätzte Stückkosten A3 relativ zu Gripen E: ca. 50 %
- Einsatz-Verhältnis Drohne zu bemanntem Jet: 2:1 bis 3:1
Risiken und Wettbewerbsumfeld
Während US-Programme wie Anduril YFQ-44A und General Atomics YFQ-42 bereits Flugtests durchgeführt haben, befindet sich das schwedische A3-System noch im Konzeptstadium. Das birgt ein Entwicklungs- und Zeitverzögerungsrisiko gegenüber den etablierten US-Wettbewerbern. Zusätzlich hängt die Serienentwicklung von zukünftigen Budgetentscheidungen der schwedischen Streitkräfte ab, obwohl A1 und A2 bereits staatlich gefördert werden.
- Entwicklungs- und Zeitverzögerungsrisiko: US-Programme bereits in der Testphase, A3-System noch Konzept
- Abhängigkeit von Budgetentscheidungen: Serienentwicklung von A3 erfordert zukünftige Entscheidungen der schwedischen Streitkräfte
Schnellüberblick:
Wann soll die autonome Kampfdrohne von Saab erstmals fliegen?
Der Technologiedemonstrator A1 soll bis 2028 seinen Erstflug absolvieren, während die Serienversion A3-001 für die Mitte der 2030er-Jahre geplant ist.
Soll das A3-001-System die JAS 39 Gripen ersetzen?
Nein, das System ist als Begleitkampfdrohne (Loyal Wingman) konzipiert, die gefährliche Vorstoßmissionen übernimmt, etwa für die Flugabwehrunterdrückung.
