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Chariot Defense senkt Treibstoffverbrauch um 60 % mit Amphora

Chariot Defense senkt Treibstoffverbrauch um 60 % mit Amphora

25. August 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Chariot Defense hat ein intelligentes, softwaregesteuertes Microgrid- und Energiespeichersystem namens Amphora entwickelt, das die US Army dabei unterstützen soll, den Treibstoffverbrauch um bis zu 60 % zu reduzieren und bis zu 36 Stunden geräuschlosen Betrieb zu ermöglichen. Das System kombiniert vorhandene Energiequellen wie Fahrzeuggeneratoren, Solarpanels und taktische Dieselaggregate zu einem bidirektionalen Energiemanagement-Controller, der automatisch zwischen Erzeugung und Speicherung umschaltet.

Technische Daten der Amphora-Plattform

Die Amphora-Familie ist modular aufgebaut und deckt unterschiedliche Leistungsanforderungen ab:

Basissystem Amphora

  • Nennspannung: 24 VDC (Gleichspannung) – 2026
  • Nennleistung: 5 kW Dauerleistung
  • Speicherkapazität: 5 kWh
  • Einsatz: Mobile Trupps, Sensoren, leichte Kommunikationsausrüstung

Amphora 400 (Hochvolt-Variante)

  • Nennspannung: 400 VDC (Dreiphasen-Äquivalent) – 2026
  • Nennleistung: 35 kW Dauerleistung
  • Speicherkapazität: 15 kWh
  • Einsatz: Flugabwehr- und Richtenergie-Systeme, Lazarette, energieintensive Feldgeräte

Die beiden Konfigurationen zeigen, dass die Plattform von kleinen, dezentralen Einheiten bis zu groß-skaligen, energieintensiven Systemen skalierbar ist.

PRISM-Programm und arktische Erprobung

Im Rahmen des DIU-Programms PRISM (Portable Resilient Integrated Storage Module) hat Chariot Defense einen Vertrag über 7,6 Millionen US-Dollar erhalten, um Amphora-Einheiten für US-Army-Brigaden in arktischen Einsatzszenarien zu liefern. Die Vertragslaufzeit für die Prototypenentwicklung beträgt 12 Monate bis zur Feldevaluierung im Herbst.

Ein zentrales Testkriterium ist der extreme Temperaturbereich von -60 °C bis +60 °C, der die Einsatzfähigkeit von Lithium-Gas-Batteriezellen (LiGas) unter arktischen Bedingungen prüft.

Hinter der Technologie steht ein rasanter Aufstieg im US-Verteidigungssektor: Chariot Defense, gegründet von früheren Führungskräften der Rüstungsschmiede Anduril und des Luftfahrtunternehmens Archer Aviation, hatte sich bereits Anfang des Jahres eine Series-A-Finanzierungsrunde über 34 Millionen US-Dollar unter Führung von Andreessen Horowitz gesichert (PR Newswire, 2026). Das Portfolio ist modular aufgebaut: Während das kompakte Amphora-Basissystem mit 24 Volt und 5 Kilowatt Dauerleistung auf vorgeschobene Trupps ausgelegt ist, zielt die dreiphasige ‚Amphora 400‘-Einheit mit 35 Kilowatt auf energieintensive Flugabwehrradare, Führungsgefechtsstände und Lazarette ab (Chariot Defense, 2026).

Finanzierung und Lieferkettensicherheit

Chariot Defense wurde 2024 von Adam Warmoth gegründet, einem ehemaligen Führungskraftmitglied von Anduril Industries und Archer Aviation. Neben dem DIU-Vertrag über 7,6 Mio. USD hat das Unternehmen im Februar 2026 eine Series-A-Finanzierungsrunde über 34 Mio. USD abgeschlossen, angeführt von Andreessen Horowitz. Insgesamt wurden bis zur DIU-Vergabe bereits über 42 Mio. USD Risikokapital eingeworben.

Ein zentrales Ziel der Finanzierung ist der Aufbau einer vollständig von chinesischen Komponenten unabhängigen Lieferkette, wie Warmoth betont: „Wir bringen die kommerzielle Stromtechnologie-Revolution direkt in die Verteidigung, ermöglichen leisen und zuverlässigen Betrieb und tun dies mit einer sicheren Lieferkette, ohne Abhängigkeit von chinesischen Bauteilen.“

Vorteile gegenüber konventionellen Dieselgeneratoren

  • Reduzierung des Treibstoffverbrauchs um bis zu 60 % (Quelle S1)
  • Bis zu 36 Stunden geräuschloser Betrieb (Silent Watch) ohne laufende Generatoren
  • Softwaregesteuerte Optimierung senkt akustische und thermische Signaturen, die feindliche Aufklärung erleichtern würden
  • Bidirektionale Integration ermöglicht das Laden von Batterien aus überschüssigem Generator- oder Solarpanel-Output und das Zurückspeisen bei Bedarf
  • Erweiterte Datenübertragung an Kommando- und Kontrollnetze zur Echtzeit-Energieverwaltung

„Heutige Gefechtsfeld-Technologie verlangt die Integration intelligenter Stromsteuerung, um die Ausdauer begrenzter Energiequellen zu verlängern“, erklärt Adam Warmoth, Gründer und CEO von Chariot Defense. „Unsere Amphora-Systeme sind ein software-definierter Kampfmultiplikator, der die Fähigkeit von Soldaten verbessert, zu sehen, zu erkennen, zu schlagen und zu überleben in umkämpften Umgebungen.“

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Schnellüberblick:

Was unterscheidet Amphora von herkömmlichen Militärgeneratoren?

Amphora ist kein reiner Stromerzeuger, sondern ein intelligentes, softwaregesteuertes Speichersystem, das vorhandene Energiequellen bidirektional bündelt, Generatoren bei geladenen Puffern automatisch abschaltet und bis zu 36 Stunden emissionsfreien „Silent Watch“-Betrieb ermöglicht.

Warum testet die US Army das System gerade in der Arktis?

Extreme Kälte stellt herkömmliche Batterien und Generatoren vor enorme chemische und mechanische Hürden, während gleichzeitig der Energiebedarf für Heizelemente und Sensoren steigt. Die arktischen Tests im Rahmen des DIU-PRISM-Programms dienen als Härtetest für Ausfallsicherheit und Robustheit.

Wie lange dauert die Prototypenentwicklung im PRISM-Programm?

Die Vertragslaufzeit für die Prototypenentwicklung beträgt 12 Monate bis zur Feldevaluierung im Herbst.

Wie hoch ist das geplante Einsparpotenzial beim Treibstoff?

Das Amphora-System kann den Treibstoffverbrauch um bis zu 60 % senken.

Welche Temperaturbereiche muss das Batteriesystem bewältigen?

Die Batteriezellen sind für einen Einsatzbereich von -60 °C bis +60 °C ausgelegt.

Quellen

  • https://www.prnewswire.com/news-releases/chariot-defense-secures-diu-contract-to-build-armys-tactical-power-grid-302229150.html
  • https://www.prnewswire.com/news-releases/chariot-defense-announces-34m-series-a-led-by-andreessen-horowitz-302070800.html
  • https://www.businesswire.com/news/home/20260818005001/en/
  • https://www.chariotdefense.com

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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