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GARMR – Das neue Drohnenabwehrsystem von Diehl Defence: Innovation, Tests und Marktreife

GARMR – Das neue Drohnenabwehrsystem von Diehl Defence: Innovation, Tests und Marktreife

25. März 2026 von Anna Schröder

Auf der Fachmesse Enforce Tac 2025 stellte Diehl Defence das Drohnenabwehrsystem GARMR vor – die zweite Generation des Kinetic Defence Vehicles (KDV). Das System reagiert auf den wachsenden Bedarf nach zuverlässiger Drohnenabwehr in Konflikten wie der Ukraine, beim Schutz kritischer Infrastruktur und bei der Absicherung von Truppen. Mit einer Lieferbereitschaft von sechs bis neun Monaten soll GARMR schnell in den Markt eintreten.

GARMR – Weiterentwicklung des Kinetic Defence Vehicles (KDV)

GARMR ist die Version 2 des KDV und wurde anhand von Einsatzerfahrungen aus der Ukraine weiterentwickelt. Das System wird auf einer Mercedes-Plattform betrieben und nutzt standardmäßig ein 7,62-mm-Maschinengewehr. Varianten mit einem 12,7-mm-Maschinengewehr und einer geplanten 20-mm-Kaliber-Option befinden sich bereits in der Entwicklungsphase. Die Lieferzeit beträgt laut Diehl-Angaben sechs bis neun Monate nach Auftragseingang.

„Wir sprechen ab jetzt nicht mehr vom KDV. Wir sprechen nur noch von GARMR.“ – Vertreter von Diehl Defence

Modulare Architektur: Sky Sphere und die CICADA-Abfangdrohne

GARMR ist Teil des modularen Sky Sphere-Systems, das Detektion, Klassifikation und Bekämpfung von Class-I/II-Drohnen ermöglicht. Die zentrale Komponente ist die eMissile-CICADA, die Drohnen entweder mit einem elektrisch angetriebenen Fangnetz oder mit einem Fragmentationsgefechtskopf neutralisieren kann. Die offene Architektur erlaubt die Integration von Drittanbieter-Lösungen und unterstützt sowohl das Short-Range-System (SRS) als auch das Medium-Range-System (MRS).

Effektor-Varianten für unterschiedliche Bedrohungen

  • Fangnetz – nicht-tödliche Abfangmethode für kleine Drohnen
  • Fragmentationsgefechtskopf – kinetische Neutralisierung von Class-I/II-Drohnen
  • 7,62-mm-Maschinengewehr – Standard-Waffensystem auf der Mercedes-Plattform
  • Geplante 12,7-mm- bzw. 20-mm-Maschinengewehre – Erweiterte Feuerkraft für höhere Bedrohungsstufen

Erprobung in Grafenwöhr: KDV und CICADA im Praxistest

Im Jahr 2024 testete Diehl Defence das KDV zusammen mit der eMissile-CICADA am Übungsplatz Grafenwöhr. Die Tests bestätigten die Fähigkeit des Systems, Drohnenangriffe automatisch zu detektieren und über weite Distanzen zu intercepten. Dabei wurde die komplette Sensor-to-Shooter-Kette – von Radar- und Elektrooptik-Sensoren bis zu den Effektoren – in dynamischen Szenarien optimiert. Die Überwachungsreichweite von 360 Grad, unterstützt durch KI-Lösungen von Walaris, zeigte die Plattformunabhängigkeit des Systems.

„Die Entwicklung von GARMR profitiert direkt aus Feldtests des Vorgängers KDV und der eMissile CICADA am Grafenwöhr-Übungsplatz. Dort bewies das KDV die Integration von Radar, Elektrooptik und Effektoren gegen kleine Drohnen sowie Langstrecken-Festflügler, während CICADA die Sensor-to-Shooter-Kette in dynamischen Szenarien optimierte.“ – Diehl Defence, 2024

KI-gestützte Detektion und Battle Management

Im Kern von GARMR steht das Battle Management System von Diehl Defence. Es nutzt KI-gestützte Algorithmen, um Sensordaten in Echtzeit zu analysieren, Luftziele zu identifizieren und Prioritäten zu setzen. Moderne Algorithmen unterstützen die Entscheidungsfindung und ermöglichen eine schnelle Reaktion auf aufkommende Bedrohungen.

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Lieferfähigkeit und Einsatzbereiche

Die Lieferbereitschaft von sechs bis neun Monaten macht GARMR zu einer schnellen Lösung für aktuelle Bedrohungen. Das System ist geeignet für:

  • Schutz kritischer Infrastrukturen (z. B. Energie- und Kommunikationsanlagen)
  • Absicherung von Truppen in Konfliktgebieten, insbesondere dort, wo Drohnen eine wachsende Gefahr darstellen
  • Einsatz in internationalen Friedensmissionen, die eine flexible Drohnenabwehr benötigen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen KDV und GARMR?

GARMR ist die optimierte Version 2 des KDV, die auf Erfahrungen aus der Ukraine basiert, modular skalierbar ist und das KDV vollständig ablöst. Das KDV diente als Basis und wurde in Grafenwöhr getestet.

Welche Effektoren nutzt CICADA?

CICADA kann ein Fangnetz (nicht-tödlich) oder einen Fragmentationsgefechtskopf einsetzen. Beide Varianten sind elektrisch angetrieben und eignen sich für Class-I/II-Drohnen im Sky Sphere-System.

Wann startet die Lieferung von GARMR?

Die Lieferung kann innerhalb von sechs bis neun Monaten nach der Präsentation auf der Enforce Tac 2025 beginnen, basierend auf Angaben von Diehl Defence.

Fazit

GARMR präsentiert sich als reifes, modular aufgebautes Drohnenabwehrsystem, das auf bewährten Technologien des KDV aufbaut und durch KI-gestützte Detektion sowie ein flexibles Effektorspektrum ergänzt wird. Die erfolgreichen Tests am Grafenwöhr-Übungsplatz stärken die Glaubwürdigkeit der Systemreife und belegen die praktische Funktionsfähigkeit der Sensor-to-Shooter-Kette. Gleichzeitig bleiben offene Fragen zum Entwicklungsstand des Vorgängers KDV und zur konkreten Umsetzung der Ukraine-basierten Verbesserungen bestehen – Aspekte, die militärische Beschaffer bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen sollten.

Quellen

  • https://defence-network.com/diehl-defence-drohnenabwehrsystem-garmr/
  • https://www.unmannedairspace.info/counter-uas-systems-and-policies/diehl-tests-drone-defence-technology-at-grafenwoehr-military-area/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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