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Shatter4K – Innovative Munition zur Drohnenabwehr aus NATO-Kalibern

SwissP Defence hat auf der Enforce Tac 2026 in Nürnberg die neue Munition Shatter4K vorgestellt - eine Lösung, die Drohnenabwehr aus den gängigen NATO-Kalibern 5,56 × 45 mm und 7,62 × 51 mm ermöglicht. Die Munition richtet sich an die wachsende Bedrohung durch unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) und verspricht eine kostengünstige, dezentrale Abwehr, die ohne Änderungen an bestehenden Sturm- und Maschinengewehren eingesetzt werden kann.

3 Min. Lesezeit

Funktionsweise von Shatter4K

Shatter4K basiert auf einem Mehrfachprojektil-Design. Nach dem Verlassen der Mündung spalten sich die Geschosse in vier Teilgeschosse, die leicht versetzt auf der Schussachse ins Ziel fliegen. Dieses Prinzip erhöht die Trefferwahrscheinlichkeit gegen agile Luftziele erheblich. Wie das Entwicklungsteam erklärt:

“The controlled dispersion of sub-projectiles is not a compromise but a design feature. Our goal was not maximum precision in the classical sense,” says the development manager at SwissP Defence. “We aimed for what we call ‘precise imprecision.’ We wanted to achieve predictable and reproducible dispersion of the ammunition to increase the hit probability against fast-moving targets like drones, while ensuring the smallest possible and predictable ballistic footprint.”

Durch die Kombination aus Projektilmasse, -form und -material wird trotz begrenzter Reichweite genügend kinetische Energie freigesetzt, um kritische Komponenten einer Drohne – Rotorblätter, Motoren, Elektronik oder Batterien – zu zerstören.

Optimale Bekämpfungsdistanzen

Kaliber 5,56 × 45 mm

  • Optimale Distanz: 25-50 m (Jahr 2025)
  • Einsatz gegen kleine UAS

Kaliber 7,62 × 51 mm

  • Optimale Distanz: 25-75 m (Jahr 2025)
  • Einsatz gegen mittelgroße UAS

Die bewusst begrenzte Reichweite reduziert das Risiko von Kollateralschäden, während die vier Teilgeschosse ausreichend sind, um die empfindlichen Bauteile einer Drohne zu beschädigen.

Kompatibilität und Einsatz ohne Waffenanpassung

Shatter4K kann aus allen gängigen Sturm- und Maschinengewehren verschossen werden, die die NATO-Standardkaliber 5,56 × 45 mm bzw. 7,62 × 51 mm nutzen. Es sind keinerlei Modifikationen an der Waffe nötig – Soldaten können farblich markierte Magazine einsetzen, um jeder Waffe sofort die Fähigkeit zur Drohnenabwehr zu verleihen.

Teststatus und Praxistauglichkeit in der Schweizer Armee

Die Munition befindet sich seit 2025 in Erprobung bei der Schweizer Armee. In den Tests in Thun wird geprüft, wie gut die Teilgeschosse kritische Drohnenkomponenten neutralisieren und wie die begrenzte Reichweite im Feld funktioniert. Der aktuelle Teststatus lautet “In Erprobung” (Jahr 2025).

Vorteile und Einsatzszenarien

  • Kostengünstige Ergänzung zu teuren, radar-gesteuerten Systemen
  • Dezentrale Abwehr: Jeder Soldat kann mit vorhandenen Waffen drohnenabwehrfähig werden
  • Begrenzte Reichweite minimiert Kollateralschäden
  • Erhöhte Trefferwahrscheinlichkeit durch vier Teilgeschosse
  • Keine Waffenanpassungen nötig – sofort einsatzbereit

Damit passt Shatter4K besonders gut zu typischen Drohnenangriffen im Nahbereich, die in modernen Konflikten häufig vorkommen.

Gegenmaßnahmen und Grenzen

  • Begrenzte Reichweite: Gegen größere oder weiter entfernte Drohnen kann die Munition unwirksam sein. Ergänzende Systeme wie Sky Shield (Reichweite bis 4000 m) bleiben erforderlich.
  • Erprobungsphase: Langzeitdaten zur Zuverlässigkeit liegen noch nicht vor. Die Tests laufen seit 2025, Serienreife wird für 2026 erwartet.

Häufig gestellte Fragen

Aus welchen Waffen kann Shatter4K verschossen werden?

Aus allen Standard-Sturm- und Maschinengewehren in 5,56 × 45 mm und 7,62 × 51 mm ohne Modifikationen.

Welche Reichweite hat Shatter4K?

Optimal 25-50 m für 5,56 mm bzw. 25-75 m für 7,62 mm – bewusst limitiert, um Kollateralschäden zu reduzieren.

Wird Shatter4K bereits eingesetzt?

In Erprobung bei der Schweizer Armee; serienreif ab 2026.

Fazit

Shatter4K stellt eine innovative Antwort auf die wachsende Drohnenbedrohung dar. Durch das Mehrfachprojektil-Design, die Kompatibilität mit gängigen NATO-Kalibern und die bewusst begrenzte Reichweite bietet die Munition eine kostengünstige, dezentrale Lösung, die das Risiko von Kollateralschäden minimiert. Die laufenden Tests in der Schweizer Armee zeigen, dass das Konzept praktisch umsetzbar ist, während die genannten Einschränkungen – insbesondere die Reichweite – den Einsatz ergänzender Systeme erforderlich machen. Insgesamt erweitert Shatter4K das Arsenal der Bodentruppen um eine flexible Drohnenabwehr, die sich nahtlos in bestehende Waffen integrieren lässt.

Quellen · 2

Stand: 18.10.2026
  1. enforcetac.com de-de/aussteller/swissp-defence-ag-2523765/shatter4k-2394525
  2. youtube.com watch?v=KpELwwfyF9s
Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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