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IDV UK stellt neue EW- und Effektorkonfigurationen für VIKING UGV

IDV UK stellt neue EW- und Effektorkonfigurationen für VIKING UGV

30. September 2026 von Anna Schröder

Auf der DVD 2026 präsentierte IDV UK zwei erweiterte Konfigurationen des unbemannten Bodengefährt-Modells VIKING – eine Version für elektronische Kriegsführung (EW) und Signals Intelligence (SIGINT) sowie eine weitere mit modularen Effektoren. Die Neuerungen zeigen, wie das britische System mit einer rein elektrischen Antriebstechnik, langen stillen Laufzeiten und flexibler Payload-Integration zu einem taktischen Multiplikator in modernen Gefechtsfeldern wird.

Anfänge und Entwicklungslinie des VIKING UGV

Der VIKING wurde 2021 als autonomer Transporter eingeführt. Zwischen 2023 und 2026 erfolgte eine sukzessive Aufrüstung um sensorische, autonome und effektorische Technologien. Heute stehen sechs verschiedene Konfigurationen zur Verfügung, darunter Varianten für Infanterieunterstützung, Minendetektion und die aktuelle elektromagnetische Kampfführung. Die jährliche Verkaufssteigerung lag 2024-2026 bei durchschnittlich 35 % – ein Indikator für die wachsende Akzeptanz bei NATO-Partnern.

Silent-Watch- und Silent-Mobility-Modi – operative Vorteile

Der serielldirekte Elektroantrieb der VIKING-2.0-Generation ermöglicht geräuscharme Missionen. Im „Silent Watch“-Modus kann das Fahrzeug bis zu vier Stunden autonom Funküberwachung betreiben, während es rein batteriebetrieben bleibt. Der „Silent Mobility“-Modus erlaubt das stille Verlegen des Fahrzeugs über bis zu 30 km elektrische Reichweite, bevor ein Hybrid-Backup von bis zu 300 km einspringt.

  • Laufzeit im Silent-Watch-Modus: 4 Stunden (2026)
  • Elektrische Reichweite: 30 km (2026)
  • Maximale Nutzlast: 750 kg (2026)
  • Steigfähigkeit: 60 % Neigungswinkel (2026)

Durch die Möglichkeit, eigenständig neue Positionen zu wählen („tactical repositioning“) und dabei unentdeckt zu bleiben, bietet das System einen entscheidenden Vorteil in Umgebungen mit dichter Funkaufklärung.

Neue EW-/SIGINT- und Effektorkonfigurationen

Die EW-Variante kombiniert das Guardian Vantage-System mit einem portablen Guardian Shield-Modul. Das Fahrzeug kann Signale passiv überwachen, Bedrohungen lokalisieren und gezielte Störmaßnahmen ausführen, bevor es sich mittels „Jam-and-Scoot“ in einen neuen Einsatzbereich bewegt. Die Effektorkonfiguration erweitert die Einsatzmöglichkeiten um modulare Aufsätze wie Minenräumer, Drohnen-Starter oder nicht-tödliche Unterdrückungswaffen.

„As demand for uncrewed capabilities accelerates across NATO, platforms such as VIKING are becoming an essential element of modern land operations,“ betont Geoff Davis, Managing Director von IDV UK. „By enhancing force protection… uncrewed technologies are proving to be a true force multiplier, particularly through their ability to integrate increasingly advanced payloads and mission systems.“

Technische Daten im Überblick

  • Nutzlastkapazität: 750 kg (2026)
  • Elektrische Reichweite (Batterie): 30 km (2026)
  • Maximale Steigfähigkeit (Neigungswinkel): 60 % (2026)
  • Gesamtreichweite (Hybridmodus): 300 km (2026)
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Vergleich mit anderen taktischen UGV-Plattformen

Im direkten Vergleich mit dem amerikanischen „Guardian UGV“ der QinetiQ Group und dem kanadischen „Vector“-Roboter schneidet der britische VIKING in den wichtigsten Kennzahlen besser ab. Während der Guardian eine maximale Nutzlast von 550 kg bei vergleichbarer elektrischer Reichweite bietet, liegt die zulässige Gesamtmasse des Vector bei 1 600 kg, jedoch ohne vergleichbaren Radantrieb und ohne die ausgeprägte E-Fähigkeit für elektronische Kampfmissionen.

  • Max. Nutzlast QinetiQ Guardian: 550 kg (2026)
  • Zulässiges Gesamtgewicht Vector: 1 600 kg (2026)
  • VIKING Nutzlast: 750 kg (2026)
  • Elektrische Reichweite VIKING: 30 km (2026) – besser als vergleichbare rein elektrische Varianten

Kritische Gegenpunkte und Risiken

  • Begrenztes autonomes Entscheidungsvermögen bei dynamischen Funkumfeldern – das Timing des „Jam-and-Scoot“ hängt noch stark von menschlicher Eingriffsschwelle ab.
  • Zusätzliche sensorische Last im EW-Modus senkt die elektrische Laufzeit, da die integrierten Systeme (Guardian Vantage, Teleskopmast) den Energieverbrauch erhöhen.

Schnellüberblick:

Warum ist der serielldirekte Elektroantrieb technisch besser als der parallele Hybridantrieb?

Beim serielldirekten System treibt der Elektromotor stets – der Verbrennungsmotor dient ausschließlich zur Wartung der Batterien. Das führt zu besserem Lärm- und Wärmemanagement, weshalb er sich für Tarnfahrzeuge wie den VIKING eignet.

Gibt es bereits NATO-Weiterentwicklungen oder Verbündeten-Modifikationen des VIKING?

Ja – ein Joint-Army-Entwicklungsvertrag zwischen Großbritannien und der Bundeswehr sieht anpassbare Versionen unter Einbindung deutscher Kommandosteuerungssysteme vor, wie aus einem Interview mit IDV UK auf der Eurosatory 2026 hervorging.

Quellen

  • https://www.idvgroup.com/news/idv-brings-latest-generation-viking-ugv-to-dvd-2026/
  • https://www.edrmagazine.eu/eurosatory-2026-idv-viking-6×6-ugv-goes-serial-hybrid
  • https://www.idvgroup.com/products/uncrewed-ground-vehicles/viking/
  • https://www.qinetiq.com/media-library/product-reports
  • https://defencetoday-magazine.com/interview-idv-uk-bundeswehr-viking-2030/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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