STARK testet Vanta 12: Autonomes USV mit Sea Venom beim REPMUS
Im September 2026 präsentierte das Verteidigungs-Startup STARK sein neuestes bewaffnetes, autonomes Überwasserfahrzeug Vanta 12. Das 12-Meter-große USV (Unmanned Surface Vehicle) wurde im Rahmen des NATO-Manövers REPMUS an der portugiesischen Küste erprobt und demonstrierte, wie skalierbare, schwer bewaffnete Drohnenboote kritische maritime Infrastrukturen in Nord- und Ostsee schützen können.
Technische Daten und Leistungsfähigkeit
- Länge über alles: 12 Meter
- Höchstgeschwindigkeit: über 40 Knoten
- Maximale Reichweite: 1.200 Seemeilen
- Nutzlastkapazität: bis zu 2.000 kg (2 Tonnen)
Die Plattform kombiniert eine hohe Ausdauer mit einer Geschwindigkeit, die es ihr ermöglicht, schnell auf Bedrohungen zu reagieren und gleichzeitig wochenlange Patrouillen ohne Rückkehr zur Basis durchzuführen.
Bewaffnungskonfiguration und Nutzlast
Vanta 12 ist mit einer modularen Waffenarchitektur ausgestattet, die sowohl Lenkwaffen als auch Loitering-Munitionsdrohnen transportieren kann. Die Konfiguration umfasst:
- Ein Heck-Startmodul für vier MBDA Sea Venom Seezielflugkörper
- Ein Bugmagazin für zehn rohrgestartete Cascade-Loitering-Munitionsdrohnen
- Gesamtnutzlast von bis zu 2 Tonnen, die neben Waffen auch Sensoren und Kommunikationsausrüstung aufnehmen kann
„Vanta 12 ist die erste unbemannte Plattform, die Raketen, Loitering-Munitions und Überwachung in einem System vereint, um NATO-Länder vor Bedrohungen zu schützen“, erklärte Mike Armstrong, Managing Director bei STARK UK.
Autonomiearchitektur Minerva und Systeminteroperabilität
Die Steuerung des USV erfolgt über die firmeneigene KI-Führungsplattform Minerva. Diese Software ermöglicht:
- Autonome Navigation und Zielklassifizierung
- Interoperabilität mit bestehenden maritimen Gefechtsführungssystemen (Battle Management Systems)
- Standardisierte Schnittstellen nach CMS 330 und STANAG 4817 für die Einbindung in NATO-Führungssysteme
Durch Minerva kann Vanta 12 eigenständig Bedrohungen erkennen, entscheiden, welche Sensoren zu aktivieren sind, und gleichzeitig die notwendige menschliche Verifikation für den Abschuss von Lenkwaffen sicherstellen.
Industrielle Fertigung und Skalierung
Die Entwicklungs- und Testphase fand in Südwestengland bei STARK UK statt. Für die Serienfertigung arbeitet das Berliner Startup mit der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) zusammen, um eine deutsch-britische Produktionskette zu etablieren. Nach einer Series-Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen im Jahr 2026 mit 3,5 Milliarden Euro bewertet, was die strategische Bedeutung der Plattform für den europäischen Verteidigungsmarkt unterstreicht.
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Einsatz im NATO-Manöver REPMUS 2026
Im September 2026 nahm Vanta 12 am NATO-Großmanöver REPMUS teil, das von Portugal aus durchgeführt wurde. Das Manöver brachte 36 Marinen aus 1.500 Personen zusammen und fokussierte sich auf robotergestützte und unbemannte maritime Systeme. Vanta 12 operierte dabei im Verbund mit bemannten Fregatten, führte Zielaufklärung durch, startete sowohl Sea Venom-Raketen als auch Cascade-Drohnen und simulierte Angriffe auf See- und Landziele.
„Es besteht ein dringender Bedarf für NATO-Verbündete, kostengünstige und skalierbare unbemannte Systeme einzusetzen, um gefährliche Ziele zu patrouillieren, zu erkennen und – wenn nötig – zu bekämpfen“, betonte STARK in einer offiziellen Stellungnahme zum Manöver.
Risiken und rechtliche Rahmenbedingungen
Der Einsatz autonomer, bewaffneter Systeme wirft technische und ethische Fragen auf:
- Abhängigkeit von maritimen Satelliten- und Funkdatenverbindungen, besonders in gestörten Einsatzgebieten mit EW- und GPS-Jamming.
- Rechtliche Vorgaben verlangen, dass vor dem Abschuss von Lenkwaffen eine menschliche Verifikation (Human-in-the-Loop) erfolgen muss, wodurch die vollautonome Wirkung eingeschränkt wird.
Diese Punkte zeigen, dass trotz hoher technischer Leistungsfähigkeit die Integration in bestehende Einsatzregeln und die Sicherstellung ausfallsicherer Kommunikationsinfrastrukturen entscheidend für den Erfolg von Vanta 12 sind.
Schnellüberblick:
Was unterscheidet Vanta 12 von kleineren Kamikaze-USVs (wie z. B. ukrainischen Modellen)?
Vanta 12 ist kein Einweg-Explosivboot, sondern eine wiederverwendbare Plattform mit bis zu 2 Tonnen Nutzlast, die sowohl Lenkwaffen als auch Drohnen starten kann und nach dem Einsatz zur Basis zurückkehrt.
Welche Rolle spielte das Manöver REPMUS 2026 für die Erprobung?
Bei der portugiesisch geführten NATO-Übung demonstrierte Vanta 12, wie die KI-Software Minerva im Verbund mit bemannten Fregatten Ziele aufklärt, Drohnen startet und Flugkörpereinsätze simuliert.
