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Technische Varianten und Entwicklungsweg der Drone Killer Cartridge (DKC) – Kostengünstige Munition gegen Drohnen

Technische Varianten und Entwicklungsweg der Drone Killer Cartridge (DKC) – Kostengünstige Munition gegen Drohnen

10. März 2026 von Anna Schröder

Die U.S. Navy hat am Naval Surface Warfare Center, Crane Division (NSWC Crane) die Drone Killer Cartridge (DKC) entwickelt – eine kostengünstige Munition, die Drohnen mit hoher Trefferquote abfängt und gleichzeitig Kollateralschäden reduziert. In einer Demonstration am Camp Atterbury, Indiana, erreichte die DKC eine Erfolgsrate von 92 % gegen Drohnenziele. Die Technologie lässt sich ohne neue Waffenqualifikation in bestehende Gewehre und Maschinengewehre integrieren und stärkt damit die Abwehrfähigkeiten der US-Streitkräfte gegen die wachsende UAS-Bedrohung.

Hintergrund und Bedeutung der Drone Killer Cartridge

  • Hohe Trefferquote von 92 % in einer kontrollierten Demonstration (2026).
  • Schnelle Integration in vorhandene Waffenplattformen spart Gewicht und Logistikaufwand.
  • Kostengünstige Lösung reduziert die finanziellen Belastungen im Vergleich zu bestehenden Anti-Drone-Systemen.
  • Stärkt die Verteidigungsfähigkeit von US-Streitkräften und potenziell auch von zivilen Anwendern.

Technische Varianten: segmentierte vs. pelletierte DKC

Die DKC-Familie umfasst zwei Hauptvarianten, die beide eine shotgun-ähnliche Wirkung bei Gewehr-typischen Geschwindigkeiten ermöglichen.

Segmentierte DKC

Bei der segmentierten Variante teilt sich ein einzelnes Projektil kurz vor dem Verlassen der Mündung in spin-stabilisierte Subprojektile auf. Diese Aufspaltung erzeugt eine breite Zielabdeckung und erhöht die Wahrscheinlichkeit, bewegliche Drohnen zu treffen.

Pelletierte DKC

Die pelletierte Form besteht aus einem Stapel hochdichter, kugelförmiger Pellets, die mechanisch verteilt werden, sobald das Projektil den Lauf verlässt. Auch hier entsteht eine Schrot-ähnliche Streuung, die die Reichweite und Durchschlagskraft gegenüber herkömmlichen Schrotflinten deutlich übertrifft.

„Wir ermöglichen eine größere Reichweite und eine Wirkung wie bei Schrotflinten durch automatische Gewehre und Maschinengewehre, indem wir lediglich die Munition austauschen“, sagte Brian Hoffman, Chefingenieur für tragbare Waffen bei NSWC Crane.

„DKC-Subprojektile verlassen den Lauf mit Geschwindigkeiten, die für Zentralfeuer-Gewehrmunition typisch sind. Diese Geschwindigkeiten und die damit verbundenen Energien übertreffen die Fähigkeiten von Schrotflinten bei weitem“, fügte Hoffman hinzu.

Entwicklungs- und Finanzierungsweg

Die Entwicklung der DKC erfolgte mit internen Mitteln des NSWC Crane (NISE-Programm) sowie zusätzlichen Investitionen des Department of Homeland Security (DHS) und des U.S. Marine Corps (USMC). Da die Munition lediglich einen Munitionswechsel erfordert, entfällt die Notwendigkeit, ein völlig neues Waffensystem zu qualifizieren – ein entscheidender Beschleuniger für die Feld-einführung.

„Die Drone Killer Cartridge stellt eine entscheidende Veränderung im Kampf gegen die allgegenwärtige Bedrohung durch feindliche Drohnen dar“, betonte Oberst Andrew Konicki, Programmmanager für bodengestützte Luftverteidigung beim Program Executive Officer Land Systems.

„Mit der DKC erweitern wir unsere Fähigkeiten weit über die herkömmlichen Optionen hinaus und senken gleichzeitig die Kosten für die Neutralisierung von Drohnenbedrohungen, insbesondere für den einzelnen Marineinfanteristen“, fügte Konicki weiter hinzu.

Leistungsdaten und Demonstrationsergebnisse

  • Treffer-/Kill-Rate: 92 % (2026, Camp Atterbury, Indiana) – Quelle S1.
  • Demonstrationsdatum: Kurz vor Februar 2026, Camp Atterbury – Quelle S1.
  • Foto-Upload-Datum: 17.02.2026 – Quelle S3.

Die Demonstration zeigte, dass beide Varianten – segmentiert und pelletiert – die Zielabdeckung signifikant erhöhen und sowohl stationäre als auch sich bewegende Drohnen effektiv neutralisieren können.

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Anwendungsbereiche und zukünftige Einführung

Das US-Marine Corps plant, die DKC flächendeckend auf Bedienerebene einzusetzen. Neben militärischen Anwendungen wird die Munition auch für kommerzielle Zwecke lizenziert, etwa für Heimverteidigung, Personenschutz oder Jagd. Die Technologie ist als US-Regierungs-IP geschützt und verfügt über nicht-vorläufige Gebrauchsmusteranmeldungen.

„Wenn man die Kosten für die Zerstörung einer Drohne mit DKC mit denen anderer Lösungen vergleicht, die derzeit eingesetzt werden, ist der Unterschied wie Tag und Nacht“, erklärte Brian Hoffman.

Kritische Punkte und offene Fragen

  • Kostendaten: Die vorhandenen Angaben sind qualitativ („Tag-und-Nacht“-Vergleich) und liefern keine quantitativen Vergleichszahlen zu Alternativen.
  • Übertragbarkeit: Die 92 %-Erfolgsrate stammt aus kontrollierten Bedingungen; reale Kampfeinsatzdaten liegen noch nicht vor.
  • Regulatorische Aspekte: Lizenzierung für zivile Nutzung erfordert zusätzliche Genehmigungen, die bislang nicht detailliert beschrieben sind.

Trotz dieser offenen Punkte wird die DKC als vielversprechende, schnell einsetzbare Lösung für die wachsende Bedrohung durch unbemannte Flugobjekte (UAS) bewertet.

Fazit

Die Drone Killer Cartridge kombiniert eine innovative Projektillauf-Technologie mit einer kostengünstigen Produktionsweise. Mit einer nachgewiesenen Trefferquote von 92 % und der Möglichkeit, sie in bestehenden Gewehren zu nutzen, bietet sie den US-Streitkräften – und potenziell auch zivilen Anwendern – eine sofort einsetzbare Antwort auf die zunehmende Drohnenbedrohung. Während weitere Feldtests und quantitative Kostenanalysen noch ausstehen, legt die aktuelle Datenlage nahe, dass die DKC die Effektivität der kinetischen Abwehr erheblich steigern und gleichzeitig die logistische Belastung reduzieren kann.

Quellen

  • https://www.navsea.navy.mil/Media/News/Article-View/Article/4408085/nswc-cranes-new-low-cost-drone-killer-cartridge-achieves-92-percent-kill-rate-i/
  • https://www.americanrifleman.org/content/u-s-military-unveils-drone-killer-rifle-cartridges/

Anna Schröder

Anna Schröder ist erfahrene Journalistin mit einem Hintergrund in Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie analysiert für Defence-Tech.de politische Entscheidungen, Haushaltsentwicklungen sowie strategische Planungsprozesse westlicher Streitkräfte. Schröder hat mehrere Studien zu Verteidigungsbudgets und multinationaler Kooperation veröffentlicht und verknüpft politische Dynamiken mit technologischen Implikationen. Ihre Texte sind geprägt von klarer Struktur, fundierten Quellen und tiefem Verständnis geopolitischer Zusammenhänge.

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