Technologische Innovation bei Trainingsraketen
Die deutsche Verteidigungsindustrie hat nach drei Jahrzehnten ohne eigenständige Trainingsraketen einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Die neue 122-mm-Trainingsrakete von Diehl Defence wurde im Rahmen eines Live-Firings auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow erfolgreich verschossen. Der Test belegt nicht nur die volle Kompatibilität mit dem MARS 3-Raketenartillerie-Werfersystem (EuroPULS), sondern markiert zugleich den Startschuss für die Wiederaufnahme der Artillerieraketen-Produktion in Deutschland.
Erfolgreicher Test und Produktionsstart nach 30 Jahren
Am März 2026 wurde die neue Trainingsrakete mehrfach vom MARS 3-System abgefeuert und vor einem internationalen Fachpublikum demonstriert. In Anwesenheit von Militärvertretern, Beschaffungsbehörden und hochrangigen Vertretern des Verteidigungsministeriums bestätigte der Abschuss die Erfüllung aller aktuellen Anforderungen. Der offizielle Bericht beschreibt den ersten Verschuss als „voller Erfolg in allen Bereichen“ und betont, dass damit der Wiederaufbau der Artillerieraketen-Produktion bei Diehl Defence eingeleitet wurde.
„Der erfolgreiche Abschuss der 122-mm-Trainingsrakete, verschossen vom MARS 3 auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow, ist ein Meilenstein. Er bestätigt die volle Kompatibilität zwischen unseren Trainingsraketen und dem Werfersystem und eröffnet gleichzeitig neue Wege für die in Deutschland hergestellte Artillerietechnologie“,
so Gunnar Pappert, Leiter Produktbereich Heeressysteme bei Diehl Defence.
Technologische Innovation: Die neue Effektladung
Ein zentrales Merkmal der neuen Trainingsrakete ist die von Diehl Defence entwickelte Effektladung im Deutladungsgefechtskopf. Diese sorgt dafür, dass der Einschlag visuell und akustisch (Knall, Blitz, Rauch) dargestellt wird, ohne dabei Brandgefahr am Zielgebiet zu erzeugen. Die Innovation ermöglicht eine realistischere Ausbildung, da Soldaten den Treffer exakt beobachten können, während die Sicherheit auf dem Übungsgelände gewährleistet bleibt.
Die Entwicklung fußt auf jahrelangen Erfahrungen und Tests, die bereits 2025 in Israel durchgeführt wurden. Die aerodynamische Auslegung der Rakete wurde durch die geringen Trefferablagen in den Vorversuchen bestätigt.
Zeitplan, Lieferungen und zukünftige Relevanz
Nach dem erfolgreichen Test ist die Serienproduktion in Vorbereitung. Die geplanten Lieferungen beginnen im Jahr 2026. Damit soll die Integration der Trainingsraketen in das deutsche Militär weiter vorangetrieben werden.
- Metric: Anzahl der Lieferungen – geplant
- Jahr: 2026 – Erste Lieferungen sind für 2026 vorgesehen
Der Beginn der Produktion nach 30 Jahren ohne in-ländische Trainingsrakete unterstreicht die strategische Bedeutung dieser Entwicklung für die Modernisierung der Bundeswehr.
Statistiken und Hintergrund: 30 Jahre ohne deutsche Trainingsrakete
Laut einer Veröffentlichung von Diehl Defence aus dem Oktober 2023 war Deutschland seit 30 Jahren nicht mehr in der Lage, eigene Trainingsraketen zu produzieren. Dieser Zeitraum wird als kritischer Faktor für die aktuelle Modernisierung bewertet.
- Jahre ohne deutsche Trainingsrakete: 30 Jahre (Stand 2023)
Risiken und Abhängigkeit von Zulieferern
Ein möglicher Gegenpunkt ist die hohe Abhängigkeit von externen Zulieferern für einzelne Komponenten. Diese Abhängigkeit könnte die Produktionszeiten und die Verfügbarkeit der Raketen gefährden, was für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr relevant ist.
- Risiko: Abhängigkeit von Zulieferern für Komponenten
- Relevanz: Könnte Produktionszeiten und Verfügbarkeit gefährden
Häufige Fragen (FAQ)
Wann erfolgen die ersten Lieferungen der neuen Trainingsrakete?
Die ersten Lieferungen sind für 2026 geplant, nach erfolgreichen Tests und der Serienproduktion.
Fazit
Der erfolgreiche Abschuss der 122-mm-Trainingsrakete markiert einen Wendepunkt für die deutsche Rüstungsindustrie. Durch die Kombination aus moderner Effektladung, nachgewiesener Kompatibilität mit dem MARS 3-System und einem klaren Lieferplan ab 2026 wird die Ausbildungsrealität der Bundeswehr deutlich verbessert. Trotz bestehender Risiken durch Zuliefererabhängigkeit bietet die neue Technologie das Potenzial, die Effizienz militärischer Trainingsprogramme nachhaltig zu steigern und die strategische Autonomie Deutschlands im Bereich Artillerietechnik zu stärken.
