Technologische Merkmale und strategische Bedeutung der RCH 155 für die britische Armee
Die britische Armee wird ab 2026 insgesamt 72 Radhaubitzen des Typs RCH 155 von KNDS erhalten – das modernste Artilleriesystem der Welt, das sogar den Feuerkampf während der Fahrt ermöglicht. Diese Beschaffung stärkt nicht nur die Verteidigungsfähigkeit des Vereinigten Königreichs, sondern unterstreicht auch die wachsende militärische Zusammenarbeit in Europa.
Lieferung von 72 RCH 155 an die britische Armee
KNDS hat einen Vertrag mit ARTEC, dem OEM des BOXER-Systems, unterzeichnet, um die 72 Einheiten an die britische Armee zu liefern. Der Auftrag folgt auf eine Beauftragung der OCCAR durch die britische Regierung und einen bi-nationalen Rahmenvertrag, der bereits im Dezember 2025 zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich geschlossen wurde. Dieser Rahmenvertrag qualifiziert die RCH 155 für beide Nationen.
Technische Highlights der RCH 155
Die RCH 155 kombiniert ein unbemanntes, vollautomatisches und fernsteuerbares Artillerie-Geschütz-Modul (AGM) mit dem hochgeschützten BOXER-Radpanzerschiff. Zu den wichtigsten Merkmalen zählen:
- Feuerkampf während der Fahrt – weltweit einzigartig.
- maximale Reichweite von 40 km mit modernen Granaten (Stand 2023).
- Höchstes Schutzniveau für die Besatzung, basierend auf der PzH 2000-Entwicklung.
- modulares Konzept aus Fahr- und Missionsmodul für hohe Flexibilität.
„Die RCH 155 ist das modernste Artilleriesystem weltweit, das Feuerkampf während der Fahrt ermöglicht“, betont Florian Hohenwarter, CEO von KNDS Deutschland.
Der BOXER als schützendes Fahrgestell
Der BOXER gilt als eines der bestgeschützten 8×8-Radfahrzeuge weltweit. Mit über 2.000 Systemen in Dienst bei Deutschland, den Niederlanden, Litauen, dem Vereinigten Königreich, Katar, Australien und der Ukraine bietet er:
- Höchsten Schutz vor Minen, Sprengfallen und Beschuss.
- Hohe Mobilität auf Straßen und in schwierigem Gelände.
- Variantenvielfalt von Ambulanz- bis zu Radhaubitzen- und Radschützenpanzern.
„Das Vereinigte Königreich gehört definitiv zu unseren wichtigsten BOXER-Kunden und ist darüber hinaus ein bedeutender Standort für die Fertigung der Systeme“, erklärt Hohenwarter weiter.
Internationale Zusammenarbeit in der Artillerieproduktion
Die Realisierung des RCH-155-Projekts beruht auf einer engen Kooperation zwischen KNKS, der britischen Regierung, ARTEC und der europäischen Beschaffungsorganisation OCCAR. Diese Zusammenarbeit verdeutlicht:
- Integration europäischer Verteidigungspolitik.
- Entwicklung standardisierter Systeme, die im Ernstfall schnell mobilisiert werden können.
- Gemeinsame Nutzung von Produktionskapazitäten in Großbritannien, um die gesamte BOXER-Kundenbasis zu stärken.
Die Partnerschaft wird als Modell für zukünftige joint ventures zwischen Nationen gesehen.
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Kostenaspekte und Gegenargumente
Ein zentrales Gegenargument ist der hohe Beschaffungswert moderner Artilleriesysteme. Kritiker warnen, dass die finanziellen Mittel für die Verteidigung langfristig den Druck auf andere Bereiche des öffentlichen Budgets erhöhen könnten. Dennoch wird die Investition als notwendig erachtet, um die Einsatzfähigkeit und Abschreckungskraft der britischen Streitkräfte zu sichern.
Schnellüberblick:
Wie viele RCH 155 werden an die britische Armee geliefert?
72 Einheiten, laut Quelle S1 (Defence Network, 2026).
Welche maximale Reichweite hat die RCH 155?
40 km mit modernen Granaten, laut Quelle S2 (KNDS, 2023).
Welche Vorteile bietet die RCH 155 im Vergleich zu älteren Systemen?
Verbesserte Reichweite, hohe Mobilität und die Fähigkeit, während der Fahrt zu feuern, wodurch sie anpassungsfähiger im modernen Gefechtsfeld ist.
Welche Rolle spielt der BOXER im Gesamtkonzept?
Der BOXER liefert das bestgeschützte Fahrgestell, das die hohe Mobilität und den Schutz der Besatzung gewährleistet und das modulare Konzept der RCH 155 unterstützt.
Wie stärkt die internationale Zusammenarbeit die europäische Verteidigung?
Sie ermöglicht die Entwicklung standardisierter Systeme, beschleunigt die Mobilisierung im Ernstfall und fördert die gemeinsame Nutzung von Produktionskapazitäten.
