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World Defense Show 2026 in Riyadh: Größe, Lokalisierung und Multi-Domain Innovationen

World Defense Show 2026 in Riyadh: Größe, Lokalisierung und Multi-Domain Innovationen

10. Februar 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Die World Defense Show (WDS) 2026 in Riad hat die Aufmerksamkeit der internationalen Verteidigungsbranche auf sich gezogen. Mit 925 Ausstellern aus 80 Ländern, einer eigens dafür errichteten 2.700-Meter-Landebahn und einem fünftägigen Programm präsentiert die Messe nicht nur modernste Waffensysteme, sondern auch Saudi-Arabiens ambitionierte Vision 2030, die das Königreich von einem reinen Käufer zu einem Produzenten von Verteidigungsgütern machen will.

Unvergleichliche Größe und internationale Teilnahme

Die Hallen der Messe wirken bereits am dritten Tag „even more crowded“, wie ein Beobachter vor Ort feststellte: „The exhibition hallways seem even more crowded here on the third day of the World Defense Show in Saudi Arabia.“ Dieser Eindruck wird durch harte Zahlen untermauert:

  • 925 Aussteller aus 80 Ländern (Quelle S1)
  • 5-tägige Veranstaltung – dritte Ausgabe der World Defense Show (Quelle S1)
  • 2.700 Meter lange, zweckgebaute Start- und Landebahn für Live-Demonstrationen (Quelle S8)
  • Mehr als 50 chinesische Firmen, darunter CATIC und NORINCO, zeigen ihre Produkte (Quelle S1)

Die Kombination aus quantitativer Größe und geografischer Breite macht die WDS 2026 zum größten Verteidigungsevent im Nahen Osten und zu einem bedeutenden globalen Forum.

Saudische Verteidigungs-Lokalisierungsstrategie und Vision 2030

Unter dem Dach von Vision 2030 strebt Saudi-Arabien an, bis zum Ende des Jahrzehnts 50 % des eigenen militärischen Bedarfs selbst zu decken. Diese Zielsetzung wird durch mehrere Schlüsselprojekte belegt:

  • AKINCI MALE UAV-Vertrag mit Baykar im Wert von über 3 Milliarden USD, inklusive Aufbau einer lokalen Montage (Quelle S3)
  • Genehmigung zum Kauf von 730 Patriot PAC-3 MSE-Abfangraketen, geschätzter Wert 9 Milliarden USD (Quelle S3)
  • Partnerschaften mit nationalen Champions wie SAMI und GAMI, die vor allem Endmontage und Komponentenfertigung übernehmen (Quelle S2)

„WDS 2026 ist Saudi-Arabien’s strategische Demonstration von Vision 2030 – ein Pivot vom Verteidigungs-Konsumenten zum Industrie-Produzenten.“ (FAQ)

Die Messe dient damit als physische Plattform für die „Architecture of Integration“, also die Einbindung ausländischer Lieferketten in ein heimisches Produktionsökosystem.

Fighter Jets und fortschrittliche Plattformen

Besondere Aufmerksamkeit erhalten die Luftfahrt-Exponate. Besucher konnten am 10. Februar in den Cockpit-Simulator eines F-35-Jägers einsteigen – ein Highlight, das die jüngste Genehmigung des F-35-Kaufs unterstreicht. Gleichzeitig wurde ein Eurofighter-Typhoon-Cockpit zum Anfassen bereitgestellt:

  • Vollmaßstab-Mock-up des F-35 in RSAF-Markierungen (Bestätigung der Akquisition, Quelle S3)
  • Eurofighter-Typhoon-Cockpit-Simulator (Foto-Beweis, Quelle S5)
  • Collaborative Combat Aircraft (CCA) Modell GA-ASI YFQ-42A in RSAF-Lackierung, Hinweis auf Manned-Unmanned-Team-Konzepte (Quelle S3)
  • Aktuelle RSAF-Flotte: Tornado-Bomber, F-15-Schwerjäger (95-Jahre-Jubiläums-Liveries), AH-6I Aufklärungs-Hubschrauber (Quelle S3)

„World Defense Show visitors line up to hop in the cockpit of an F-35 fighter jet on Feb. 10, 2025 in outside Riyadh, Saudi Arabia.“ (Breaking Defense)

Die Präsentation signalisiert einen strategischen Wandel: Die Priorisierung des F-35 könnte die zweite Typhoon-Bestellung und die Beteiligung am Global Combat Air Program (GCAP) beeinträchtigen – ein Risiko, das von Analysten hervorgehoben wird.

Drohnen, autonome Systeme und Future Defense Lab

Der unaufhörliche Summen von Quadcoptern in einem dedizierten Demonstrationsbereich verdeutlicht die wachsende Bedeutung unbemannter Systeme: „A low buzz prevailed part of the World Defense Show halls on Feb. 10, 2026, as drone operators took quadcopters to the skies in a dedicated demonstration area.“ (Breaking Defense)

  • Bayraktar TB2 und AKINCI MALE (Türkei, Baykar)
  • Vampire Hex-Copter (Skyfall, Ukraine)
  • Mehrere chinesische Drohnenmodelle
  • Anti-Drone-Systeme, integriert in Fahrzeugplattformen

Im Future Defense Lab werden KI, Quantencomputing, autonome Schwärme und fortschrittliche Materialien vorgestellt – ein klares Signal, dass Saudi-Arabien nicht nur aktuelle Systeme kaufen, sondern die nächste Generation von Verteidigungstechnologien mitgestalten will (Quelle S1).

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Maritime Sicherheit: Neue Naval Zone

Erstmals gibt es auf der WDS 2026 eine eigenständige Naval Zone, die die maritime Bedrohungslage im Roten Meer und im Persischen Golf adressiert. Aussteller präsentieren:

  • Oberflächenkampfschiffe
  • Küstenverteidigungssysteme
  • Maritime Command-and-Control-Plattformen

Dieses Segment reflektiert die zunehmende Bedeutung von Seesicherheit, insbesondere angesichts von Houthi-Drohnen und regionalen See-Konflikten.

Integration von KMU: Saudi Supply Chain Zone

Ein weiterer Meilenstein ist die Saudi Supply Chain Zone, die lokale kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in globale Verteidigungslieferketten einbindet. Ziel ist es, ein nachhaltiges Ökosystem zu schaffen, das über reine Endmontage hinausgeht. Auf dem Ausstellungsgelände waren beispielsweise Fahrzeuge des lokalen Spezialisten ERAF, darunter das Arvis-Fahrzeug, zu sehen (Quelle S5).

FAQ – Häufige Fragen

Warum ist WDS 2026 bedeutend über eine typische Waffenhandelsmesse hinaus?

WDS 2026 ist Saudi-Arabiens strategische Demonstration von Vision 2030 – ein Pivot vom Verteidigungs-Konsumenten zum Industrie-Produzenten. Es werden 925 Aussteller aus 80 Ländern integriert, lokale KMU eingebunden, neue Naval- und Future-Defense-Zonen eröffnet und bedeutende Plattform-Anschaffungen (F-35, Patriot, AKINCI) angekündigt.

Welche Plattform-Anschaffungen stehen im Fokus?

F-35-Jäger (vollständiges Mock-up), 730 Patriot PAC-3 MSE-Abfangraketen (9 Mrd USD), Collaborative Combat Aircraft (CCA) und der AKINCI MALE-UAV-Vertrag (>3 Mrd USD) bilden die Kernankündigungen.

Wie unterscheidet sich WDS 2026 von früheren Ausgaben?

Die dritte Auflage verzeichnet Rekordbeteiligung (925 Aussteller, 80 Länder) und neue Elemente: Naval Zone, Future Defense Lab, Saudi Supply Chain Zone sowie eine 2.700-Meter-Runway für Live-Demonstrationen.

Welche Länder und Hersteller sind besonders präsent?

Türkische Firmen (Baykar, Sarsılmaz), ukrainischer Hersteller Skyfall, über 50 chinesische Unternehmen (CATIC, NORINCO), europäische Konzerne (Eurofighter, MBDA), US-Plattformen (F-35, Patriot) und saudische Champions (SAMI, GAMI, ERAF).

Was bezweckt die Saudi Supply Chain Zone?

Sie soll lokale KMU in globale Lieferketten integrieren, um eine nachhaltige Verteidigungsunabhängigkeit aufzubauen – nicht nur durch Endmontage, sondern durch tiefere Lieferanten-Tier-Entwicklung.

Wie adressiert WDS 2026 maritime Sicherheitsbedenken?

Die Naval Zone präsentiert Oberflächenkampfschiffe, Küstenverteidigung und maritime C2-Plattformen, um den Schutz von Rotmeer- und Golf-Schifffahrtswegen zu stärken.

Fazit

Die World Defense Show 2026 in Riad ist mehr als eine Ausstellung von Waffen und Fahrzeugen. Sie ist ein messbarer Ausdruck von Saudi-Arabiens ambitionierter Verteidigungs- und Industriepolitik, die auf Vision 2030, internationale Zusammenarbeit und technologische Vorreiterrolle abzielt. Die Kombination aus Rekordbeteiligung, neuen Multi-Domain-Zonen, bedeutenden Beschaffungsankündigungen und der Einbindung lokaler KMU macht die Messe zu einem zentralen Knotenpunkt für die zukünftige Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten und darüber hinaus.

Quellen

  • Defense Update – World Defense Show 2026, https://defense-update.com/20260209wds-2026.html
  • FW Magazine – World Defense Show kicks off in Riyadh, as the Gulf teeters on the brink of war, https://www.fw-mag.com/shownews/909/world-defense-show-kicks-off-in-riyadh-as-the-gulf-teeters-on-the-brink-of-war

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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