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Belgiens Ausschreibung für langfristige CUAS-Partnerschaft: Budget, Bedrohungslage und internationale Zusammenarbeit

Belgiens Ausschreibung für langfristige CUAS-Partnerschaft: Budget, Bedrohungslage und internationale Zusammenarbeit

26. März 2026 von Michael Bauer

Die rasante Entwicklung unbemannter Luftfahrtsysteme stellt Europas Streitkräfte vor wachsende Herausforderungen. Um den Bedrohungen durch immer leistungsfähigere Drohnen wirksam zu begegnen, hat das belgische Verteidigungsministerium eine Ausschreibung für den Aufbau einer langfristigen Counter-Unmanned Aerial System (CUAS)-Fähigkeit veröffentlicht. Ziel ist nicht die Beschaffung eines einzelnen Systems, sondern die Etablierung einer flexiblen, industriellen Partnerschaft, die kontinuierliche Modernisierung und schnelle Integration neuer Technologien ermöglicht.

Ausschreibung für eine langfristige CUAS-Partnerschaft

Die belgische Regierung fordert Unternehmen auf, bis zum 11. Mai 2026 Angebote für ein umfassendes CUAS-Programm einzureichen. Im Unterschied zu klassischen Beschaffungsprojekten liegt der Fokus auf einer nachhaltigen Zusammenarbeit mit der nationalen Industrie. Durch die Einbindung lokaler Unternehmen sollen Innovation, Systemintegration und langfristige Wartung im Land verankert werden. Der Ansatz soll sicherstellen, dass die Drohnenabwehr der belgischen Streitkräfte kontinuierlich an neue Bedrohungen angepasst wird.

Die Dringlichkeit der Maßnahme unterstreicht die aktuelle Bedrohungslage: Seit Herbst 2025 kam es zu mehrfachen Drohnensichtungen über Flughäfen wie Brüssel-Zaventem, Militärbasen wie Kleine-Brogel und kritischen Infrastrukturen, die Flugverkehr und Operationen behinderten. Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) stuft dies als strukturierte, halbprofessionelle Operationen ein. Darauf reagierte Belgien mit einer Vorab-Investition von 50 Millionen Euro in Störsender und Abfangdrohnen sowie der Ernennung eines Generals für Drohnenfragen. Ergänzend plant man NASAMS-Systeme zur Sicherung des Antwerpener Hafens, Europas größtem Hafen.

Finanzvolumen und Zeitrahmen des Projekts

  • Investitionsvolumen: 1,1 Milliarden Euro
  • Laufzeit: 2026 – 2038 (12 Jahre)
  • Ausschluss der Ausschreibung: Anfang 2027

Die belgische Regierung stellt über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren 1,1 Milliarden Euro für den Aufbau einer umfassenden Drohnenabwehrstrategie bereit. Diese finanzielle Zusage verdeutlicht das Ausmaß der Bedrohungen und die Entschlossenheit, ein robustes CUAS-Ökosystem zu schaffen.

Aktuelle Drohnensichtungen und deutsche Unterstützung

Seit Herbst 2025 haben sich die Drohnensichtungen in Belgien signifikant erhöht. Mehrfache Vorfälle über Flughäfen, Militärbasen und kritischen Infrastrukturen haben den Flugverkehr behindert und wurden als strukturierte Operationen bewertet. Die Bundeswehr hat darauf reagiert und erste C-sUAS-Kräfte der Flugabwehrraketengruppe 61 aus Todendorf nach Belgien entsandt. Diese Einheiten unterstützen die Erkennung und Abwehr von unbemannten Systemen vor Ort.

„Die Bundeswehr entsendet C-sUAS-Kräfte, um die belgischen Streitkräfte bei der Drohnenabwehr zu unterstützen.“ – Bundeswehr, 2026

Ergänzende Schutzmaßnahmen: NASAMS und Vorab-Investitionen

Zusätzlich zur langfristigen CUAS-Partnerschaft investierte Belgien bereits 50 Millionen Euro in Störsender und Abfangdrohnen. Ein weiteres zentrales Element ist die geplante Installation von NASAMS-Systemen am Hafen Antwerpen, um diesen kritischen Knotenpunkt vor Drohnenangriffen zu schützen. Das norwegisch-amerikanische Luftabwehrsystem ist speziell für die Bekämpfung von Drohnen und Kurzstreckenbedrohungen konzipiert.

  • Vorab-Investition: 50 Millionen Euro (2026) für Störsender und Abfangdrohnen
  • Geplante NASAMS-Installation: Hafen Antwerpen

Strategische Einbettung in NATO- und EU-Strategien

Der belgische Ansatz spiegelt einen breiteren Trend innerhalb der NATO und der Europäischen Union wider, bei dem klassische, einmalige Beschaffungsprojekte zunehmend durch flexible, langfristige Industriepartnerschaften ersetzt werden. Die EU-Kommission plant bis 2027 ein Drohnenschild mit Exzellenzzentrum und Industrieforum, das den belgischen Ansatz ergänzt und die europäische Drohnenabwehr stärkt.

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Risiken und kritische Punkte

Obwohl die Initiative vielversprechend ist, gibt es zwei wesentliche Risikofaktoren:

  • Abhängigkeit von internationaler Unterstützung: Aktuell fehlen eigene CUAS-Fähigkeiten, sodass Belgien auf die Bundeswehr und andere Partner angewiesen ist.
  • Unklare Details zur NASAMS-Beschaffung: Sicherheitsgründe verhindern die Offenlegung konkreter Integrationspläne, was die Transparenz für potenzielle Industriepartner einschränkt.

Häufig gestellte Fragen

Warum gibt es in Belgien vermehrt Drohnensichtungen?

Seit Herbst 2025 wurden Drohnen über Flughäfen, Militärbasen und Infrastruktur gesichtet, was den Flugverkehr behinderte und als strukturierte Operation eingestuft wurde.

Wie unterstützt Deutschland Belgien?

Die Bundeswehr entsendet C-sUAS-Kräfte der Flugabwehrraketengruppe 61; erste Vorauskräfte sind vor Ort, um Erkennung und Abwehr zu koordinieren.

Was ist NASAMS im Kontext?

NASAMS ist ein norwegisch-amerikanisches Luftabwehrsystem gegen Drohnen und Kurzstreckenbedrohungen, das für den Schutz des Antwerpener Hafens geplant ist.

Fazit

Belgiens Ausschreibung für eine langfristige CUAS-Partnerschaft stellt einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der europäischen Drohnenabwehr dar. Mit einem Budget von 1,1 Milliarden Euro über zwölf Jahre, einer klaren Einbindung der nationalen Industrie und ergänzenden Maßnahmen wie NASAMS und Störsendern wird ein umfassendes Schutzökosystem geschaffen. Die aktuelle Drohnensichtungswelle und die Unterstützung durch die Bundeswehr verdeutlichen die Dringlichkeit, während die geplanten EU-Initiativen den Ansatz weiter verankern. Trotz bestehender Risiken, insbesondere der Abhängigkeit von internationaler Hilfe und unklarer Beschaffungsdetails, bietet das Programm ein robustes Modell für flexible, zukunftsfähige Verteidigungsprojekte in einem dynamischen Bedrohungsumfeld.

Quellen

  • https://www.grenzecho.net/137426/artikel/2026-03-09/aufstieg-der-maschinen-11-milliarden-euro-zur-drohnenabwehr
  • https://defence-network.com/bundeswehr-unterstuetzt-belgien-drohnenabwehr/
  • https://www.handelsblatt.com/politik/international/unbemannte-fluggeraete-erneute-sichtungen-bundeswehr-unterstuetzt-belgien-gegen-drohnen/100172221.html
  • https://www.kettner-edelmetalle.de/news/belgien-rustet-auf-luftabwehrsystem-soll-europas-grossten-hafen-vor-drohnenangriffen-schutzen-26-02-2026
  • https://de.euronews.com/my-europe/2026/02/11/eu-drohnenschild-strategie

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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