KNDS Mobility präsentiert CELERIS 8×8 – 36-t Plattform Radpanzer
Am 11. September 2026 stellte KNDS Mobility auf der MSPO in Polen die neue modulare Mobilitätsplattform CELERIS 8×8 vor. Die Plattform soll die Entwicklungszeit für schwere Radpanzer auf unter zwölf Monate reduzieren und gleichzeitig die lokale Fertigung in Partnerländern ermöglichen – ein entscheidender Schritt angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und des wachsenden Bedarfs nach schneller Beschaffung und heimischer Wertschöpfung.
Modulare Mobilitätsplattform CELERIS 8×8 – Kernmerkmale
Die CELERIS 8×8-Plattform ist als flexibles Kit konzipiert, das sämtliche Grundkomponenten eines 8×8-Chassis liefert. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:
- Zulässiges Gesamtgewicht (GVW): bis zu 36 Tonnen (Quelle S1).
- Entwicklungszeit: Ziel von maximal 12 Monaten vom Programmstart bis zur ersten lokalen Produktion (Quelle S1).
- Modularer Aufbau: Vorqualifizierte „Mobility Kits“ mit Powerpack, Thermomanagement, Hochleistungsachsen, Fahrwerk, Lenk- und Bremssystemen sowie digitaler Bordelektronik.
- Dezentrale Fertigung: Baukästen ermöglichen eine lokale Montage bei Partnernationen, wodurch Lieferkettenrisiken reduziert werden.
„Die CELERIS 8×8-Plattform ist für schwer gepanzerte Gefechtsfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 36 Tonnen ausgelegt“, erklärte KNDS Mobility in der offiziellen Pressemitteilung (2026).
Komponenten des Mobility Kits
- Hochleistungs-Powerpack mit integrierter Thermomanagement-Lösung.
- Eigene Militärachsen, die für hohe Geländegängigkeit ausgelegt sind.
- Federungs-, Lenk- und Bremssysteme, die für ein 8×8-Fahrgestell optimiert wurden.
- Zentrale Bordelektronik inklusive Energieverteilung und digitalem Energiemanagement.
Beschleunigter Entwicklungszyklus – Wie 12 Monate realisiert werden
Der ambitionierte 12-Monate-Ansatz beruht auf den Erfahrungen mit der kleineren CELERIS 4×4-Basis, die bereits in fünf Staaten im Einsatz ist. Die Plattform nutzt vorqualifizierte militärische Subsysteme, wodurch grundsätzliche Fahrwerks- und Antriebstests entfallen. KNDS Mobility verweist dabei auf das französische Scorpion-Programm „Serval“, das mit über 2.000 Fahrzeugen bis 2035 geplant ist (Quelle S2). Durch die Wiederverwendung zertifizierter Komponenten können nationale Programme schnell von einer leeren Zeichenfläche zu einem lauffähigen Prototypen gelangen.
„Die Methodik wurde mit CELERIS 4×4 erprobt – u. a. im französischen Scorpion-Programm Serval und beim finnischen SCATA MK1“, erläutert das Unternehmen im Kontext des 12-Monate-Ansatzes.
Internationale Nutzung und Partnerschaften
Die CELERIS 4×4-Technologie ist bereits in fünf Ländern vertraglich gebunden oder operativ im Einsatz. Diese internationale Basis schafft Vertrauen in die Skalierbarkeit der 8×8-Variante und erleichtert die Integration in NATO-kompatible Systeme. Die französische Armee plant, im Rahmen des Scorpion-Programms bis 2035 rund 2.000 Fahrzeuge zu beschaffen – ein starkes Signal für die Akzeptanz der modularen Architektur.
Risiken und Gegenargumente
Obwohl die modulare Basis viele Vorteile bietet, gibt es kritische Punkte, die Kunden berücksichtigen müssen:
- Komplexität der System- und Turmintegration: Die standardisierte Fahrwerksbasis verkürzt Tests, entbindet jedoch nicht von aufwendigen Integrationsschritten für moderne Waffenstationen, Sensoren und Führungssysteme.
- Abhängigkeit von Schlüsselkomponenten: Hochleistungs-Powerpacks und Spezialachsen bleiben bei externen Vorlieferanten, was die angestrebte strategische Autonomie einschränken kann.
Schnellüberblick:
Welche konkreten Komponenten umfasst das CELERIS 8×8-Kit?
Das Kit bündelt ein Hochleistungs-Powerpack samt Thermomanagement, im eigenen Haus gefertigte Militärachsen, Federungs-, Lenk- und Bremssysteme sowie die zentrale Bordelektronik und Energieverteilung.
Auf welchen Vorerfahrungen basiert der 12-Monate-Ansatz?
Der Ansatz fußt auf den Erfahrungen mit dem CELERIS 4×4, das bereits in fünf Staaten eingesetzt wird und im französischen Scorpion-Programm Serval sowie im finnischen SCATA MK1 erfolgreich getestet wurde. Durch den Einsatz vorqualifizierter Subsysteme werden grundlegende Entwicklungsphasen verkürzt.
