Blakcro liefert militärischen Paragleit für britische Spezialkräfte
Das in Wiltshire ansässige Start-up Blakcro hat ein neuartiges, fußgestartetes Militär-Paragleitsystem entwickelt, das britischen Spezialeinheiten eine bislang unerreichte Infiltrationsoption mit einer Reichweite von bis zu 322 km (200 Meilen) bietet. Das System lässt sich rucksackgroß verpacken, in weniger als acht Minuten komplett im Dunkeln montieren und erzeugt nur minimale Radar-, Sicht- und Akustiksignaturen. Damit eröffnet es den Royal Marines und dem Parachute Regiment neue Möglichkeiten für verdeckte Operationen ohne Unterstützung durch Flugzeuge oder Hubschrauber.
Entwicklungszyklus und Rolle von UK Defence Innovation (UKDI)
Blakcro hat den Übergang von der Basistechnologie im Jahr 2024 bis zur Einsatzreife und Vertragsvergabe im Jahr 2026 in Rekordzeit geschafft. Der gesamte Entwicklungszyklus dauerte nur zwei Jahre – ein Ergebnis, das maßgeblich durch das Förderprogramm UK Defence Innovation (UKDI) des britischen Verteidigungsministeriums (MoD) ermöglicht wurde. UKDI fungiert als Schnittstelle für Unternehmen ohne vorherige Rüstungserfahrung und hat damit die schnelle Beschaffung innovativer Systeme unterstützt.
- Entwicklungsdauer von Basistechnologie zur Beschaffung: 2 Jahre (2024 → 2026)
- Unternehmensgröße Blakcro: 11 Mitarbeitende (2026)
- Fördervolumen des MoD: rund 6 Millionen GBP (2026)
„We are building a more resilient, homegrown defence supply chain and ensuring our armed forces receive the pioneering equipment that can give them the edge on the battlefield“, erklärte Luke Pollard MP, Minister für Defence Readiness and Industry, bei der Ankündigung der Förderung.
Taktisches Profil und Infiltrationskonzept
Funktionsweise des foot-launched Motorgleitschirms
Der Paragleiter verzichtet komplett auf Räder oder Begleitflugzeuge. Der Pilot trägt das kompakte Motorsystem auf dem Rücken, beschleunigt am Boden und nutzt den eigenen Motorschub, um den Schirm in die Luft zu bringen. Das UK-gefertigte Titan-Chassis sorgt für ein geringes Eigengewicht und gleichzeitig für eine hohe strukturelle Festigkeit. In der Luft kann das System bis zu 200 Meilen eigenständig zurücklegen, wobei Körperpanzerung, Nachtsichtgeräte und Waffenhalterungen direkt im Tragegestell integriert sind.
Vergleich zu herkömmlichen Infiltrationsmethoden
Im Gegensatz zu traditionellen Fallschirmsprüngen, die aus großer Höhe erfolgen und dabei die feindliche Frühwarnung aktivieren, oder Helikopterlandungen, die ein deutliches Radar- und akustisches Profil erzeugen, ermöglicht der fußgestartete Paragleiter ein lautloses Eindringen aus Entfernungen von bis zu 320 Kilometern. Die minimale Signatur reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Entdeckung durch feindliche Flugabwehrnetze erheblich.
Government Support und Vertragslaufzeit
Das MoD unterstützt das Projekt mit einer Investition von 6 Millionen GBP über das UKDI-Programm. Zusätzlich sind bereits Verträge mit NATO-Partnern sowie Kooperationen im US-Verteidigungsumfeld abgeschlossen. Die Lieferungen sind für den Zeitraum 2026 – 2027 vorgesehen, wobei die ersten Testreihen bei den Royal Marines und dem Parachute Regiment für das Jahr 2026/2027 geplant sind.
- Förder- und Vertragsvolumen: 6 Millionen GBP (2026)
- Geplanter Erprobungszeitraum: 2026 – 2027
- Vertragslaufzeit für Systemlieferungen: 2026 – 2027
Risikofaktoren und Gegenmaßnahmen
Militärexperten weisen jedoch darauf hin, dass die geringe Fluggeschwindigkeit des Motorgleitschirms ein erhöhtes Risiko bei visueller oder thermischer Entdeckung darstellt, insbesondere gegenüber modernen FPV-Abfangdrohnen und Rohrwaffen. Zusätzlich ist das System stark von günstigen Wetter- und Windbedingungen abhängig; Fußstarts mit schwerer Ausrüstung erfordern stabile Boden- und Windverhältnisse, was spontane Einsätze in schwierigem Gelände einschränken können.
„Die relativ geringe Fluggeschwindigkeit eines Motorgleitschirms macht Piloten bei visueller oder thermischer Entdeckung verwundbar gegenüber FPV-Abfangdrohnen und Rohrwaffen“, heißt es in den Analyseberichten.
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Schnellüberblick:
Wie startet der Motorgleitschirm ohne Fahrwerk oder Flugzeug?
Der Pilot startet das kompakte Motorsystem auf dem Rücken und beschleunigt den Schirm durch Anlaufen am Boden allein mit Muskelkraft und Motorschub.
Wer nutzt die Blakcro-Gleitschirme bereits?
Laut britischem Verteidigungsministerium befinden sich Systeme bereits im operationellen Einsatz, darunter über bestehende Verträge im Vereinigten Königreich und bei NATO-Verbündeten.
Welche Ausrüstung kann der Soldat während des Flugs mitführen?
Das Titan-Tragegestell ist speziell so konstruiert, dass Körperpanzerung, Nachtsichtgeräte sowie Waffenhalterungen direkt integriert werden können.
