Co-Produktion von ATACMS-Raketen in Europa – Lockheed Martin und Rheinmetall stärken transatlantische Sicherheit
Die jüngste Kooperationsvereinbarung zwischen Lockheed Martin und Rheinmetall markiert einen bedeutenden Schritt für die europäische Verteidigungsindustrie. Durch die erstmalige Produktion des Army Tactical Missile System (ATACMS) außerhalb der USA entsteht ein neues Kompetenzzentrum in Unterlüß, das nicht nur die militärischen Fähigkeiten der NATO-Partner stärkt, sondern auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den transatlantischen Verbündeten vertieft.
ATACMS – Präzisionswaffe im Überblick
Das Army Tactical Missile System (ATACMS) ist ein präzise geführtes, taktisches Raketen-System, das in zahlreichen Konflikten seine operative Wirksamkeit, Präzision und Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat. Laut offiziellen Angaben der US-Armee befindet sich im Jahr 2023 ein Bestand von rund 5.000 ATACMS-Einheiten im US-Arsenal.
Ko-Produktion zwischen Lockheed Martin und Rheinmetall
Im Rahmen eines Memorandum of Understanding, das beim NATO-Summit Defense Industry Forum unterzeichnet wurde, vereinbarten Lockheed Martin und Rheinmetall die gemeinsame Herstellung von ATACMS-Raketen in Europa. Die Produktion soll voraussichtlich im Jahr 2027 beginnen. Rheinmetall betreibt dabei die erste Produktionsstätte für ATACMS außerhalb der Vereinigten Staaten.
„Diese Partnerschaft markiert einen entscheidenden Moment für die europäische Sicherheit und die industrielle Zusammenarbeit der Verbündeten. Indem wir Lockheed Martins führende Expertise im Bereich Raketensysteme mit Rheinmetalls Fertigungsexzellenz verbinden, werden wir unseren Verbündeten kampferprobte Fähigkeiten schneller und effizienter bereitstellen“, sagte Jay Pitman, President, Lockheed Martin International.
„Der Aufbau einer ATACMS-Co-Produktion in Deutschland ist ein starkes Signal für die europäische Verteidigungsindustrie und die Resilienz der NATO. Die Partnerschaft verbindet bewährte US-Technologie mit europäischer Produktionsstärke, schafft industrielle Wertschöpfung in Deutschland und erweitert die Kapazitäten, die Verbündete angesichts wachsender Sicherheitsanforderungen benötigen“, ergänzte Dennis Goege, Chief Executive Europe bei Lockheed Martin.
„Unser Ziel ist es, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu stärken. Gemeinsam mit unseren Freunden von Lockheed Martin schaffen wir nun in Deutschland die industrielle Basis für moderne Verteidigungssysteme, die von den Streitkräften Europas stark nachgefragt werden“, betonte Armin Papperger, CEO der Rheinmetall AG. Er fügte hinzu, dass Rheinmetall die weltweit erste und einzige Produktionsstätte für ATACMS-Lenkflugkörper außerhalb der USA betreibe.
Produktionsstandort Unterlüß – Kapazitäten und Beschäftigung
Der Standort Unterlüß ist seit über 125 Jahren ein zentraler Fertigungsstandort von Rheinmetall. Im Jahr 2023 beschäftigen dort rund 4.000 Personen. Neben der traditionellen Produktion von Waffensystemen, Munition und Kettenfahrzeugen ist Unterlüß Heimat des größten privat betriebenen Schießplatzes Europas. Im vergangenen Jahr wurde das „Werk Niedersachsen“ – eine der modernsten Produktionsstätten für Artilleriemunition – eröffnet, und eine Fabrik für Raketenmotoren steht kurz vor der Fertigstellung.
Die Fertigung von Raketenmotoren und Komponenten für Lenkflugkörper, einschließlich ATACMS, soll bereits 2027 starten. Diese lokale Produktionskapazität soll die Versorgung der europäischen Streitkräfte sichern und gleichzeitig die Abschreckungsfähigkeit der NATO-Verbündeten stärken.
Marktnachfrage und wirtschaftliche Perspektiven
Die internationale Nachfrage nach modernen Präzisionswaffen wächst stetig. Prognosen gehen davon aus, dass das globale Marktvolumen für Präzisionswaffen im Jahr 2025 etwa 70 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Lockheed Martin plant, seine Produktionskapazitäten in Europa auszubauen, um den Bedürfnissen der europäischen Streitkräfte gerecht zu werden und die Lieferkette zu verkürzen.
- Marktvolumen für Präzisionswaffen 2025: 70 Mrd. USD
- Geplanter Produktionsstart ATACMS in Europa: 2027
- US-Bestand ATACMS (2023): 5.000 Einheiten
- Beschäftigte in Unterlüß (2023): 4.000 Personen
Durch die europäische Co-Produktion kann die Lieferzeit für NATO-Verbündete reduziert und die strategische Unabhängigkeit gestärkt werden, während gleichzeitig industrielle Wertschöpfung in Deutschland entsteht.
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Sicherheitsaspekte und kritische Betrachtungen
Obwohl die Co-Produktion von ATACMS als Stärkung der europäischen Sicherheit bewertet wird, gibt es Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von US-Technologie. Kritiker warnen, dass eine zu starke Bindung an amerikanische Komponenten die europäische Verteidigungsautonomie gefährden könnte.
Dennoch betonen Befürworter, dass die Kombination aus US-Technologie und europäischer Fertigungsexzellenz ein robustes Modell für langfristige Sicherheit darstelle. Die Partnerschaft soll nicht nur militärische Fähigkeiten, sondern auch wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den NATO-Partnern fördern.
Schnellüberblick:
Wann beginnt die Produktion der ATACMS in Europa?
Die Produktion der ATACMS-Raketen soll voraussichtlich ab 2027 beginnen.
Warum ist die Ko-Produktion bedeutend für Europa?
Sie stärkt nicht nur die militärischen Fähigkeiten, sondern auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den NATO-Partnern.
Wie viele ATACMS-Einheiten besitzt die US-Armee?
Im Jahr 2023 verfügt die US-Armee über rund 5.000 ATACMS-Einheiten.
Wie hoch ist das prognostizierte Marktvolumen für Präzisionswaffen bis 2025?
Das globale Marktvolumen für Präzisionswaffen wird für das Jahr 2025 auf etwa 70 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Wie viele Beschäftigte arbeiten am Rheinmetall-Standort Unterlüß?
Im Jahr 2023 sind rund 4.000 Personen am Standort Unterlüß beschäftigt.
