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Elbit Systems Deutschland und genua: Strategische Partnerschaft für quantensichere Funkgeräte

Elbit Systems Deutschland und genua: Strategische Partnerschaft für quantensichere Funkgeräte

25. März 2026 von Michael Bauer

Am 3. März 2026 haben Elbit Systems Deutschland und die genua GmbH, ein Tochterunternehmen der Bundesdruckerei-Gruppe, eine strategische Partnerschaft angekündigt, um hochsichere, quantenresistente Funkgeräte für ausgewählte NATO-Vertragsstaaten und EU-Mitgliedsländer zu entwickeln. Die Zusammenarbeit kombiniert Elbits langjährige Erfahrung in militärischer Funkkommunikation mit genuas Expertise in IT-Sicherheit und hardwarebeschleunigter Post-Quantum-Kryptographie. Ziel ist es, sowohl militärischen als auch zivilen Anwendern – von Streitkräften über Sicherheitsdienste bis hin zu Rettungsorganisationen – eine robuste, störsichere Kommunikation zu bieten, die den wachsenden Bedrohungen durch zukünftige Quantencomputer standhält.

Strategische Partnerschaft zwischen Elbit Systems Deutschland und genua

Die Partnerschaft wurde von den CEOs beider Unternehmen als Reaktion auf die „angespannte Sicherheitslage in Europa“ und den damit verbundenen steigenden Marktbedarf nach digitalen, hochsicheren Kommunikationslösungen bezeichnet. Marian Rachow, CEO von Elbit Systems Deutschland, betont: „Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage in Europa verlangt der Markt Geschwindigkeit, Verlässlichkeit, Effizienz und eine hohe Produktreife. Genau hier setzt die Partnerschaft an.“ Matthias Ochs, Geschäftsführer von genua, ergänzt: „Als IT-Sicherheitsspezialist unter dem Dach der Bundesdruckerei-Gruppe steht genua für vertrauenswürdige, hochsichere Kommunikationslösungen für das Übertragen und Verarbeiten hochsensibler Daten und Informationen.“

Gemeinsame Entwicklungs- und Projektteams werden an den Standorten Ulm (Hauptstandort von Elbit Systems Deutschland) und Kirchheim bei München (Bayern) aufgebaut, um von den etablierten Fachkräfte-Clustern in Baden-Württemberg und Bayern zu profitieren.

Quantenresistente Verschlüsselung: Stand der Technik

Die neuen Funkgeräte setzen auf hardwarebeschleunigte, quantenresistente Verschlüsselung. Dieser Ansatz folgt den 2022 von dem US-National Institute of Standards and Technology (NIST) veröffentlichten Post-Quantum-Cryptography-Standards, die vier Algorithmen als final standardisiert ausweisen. Die Europäische Union hat zudem eigene Standards für Post-Quantum-Kryptographie definiert, die künftig in sicherheitskritischen Systemen verbindlich werden.

  • NIST-Standardisierung (2022): Vier Algorithmen final standardisiert.
  • EU-Post-Quantum-Anforderungen: Verpflichtend für kritische Infrastrukturen und Verteidigungssektor.

Durch die Integration dieser Standards in die Funkgeräte wird eine zukunftssichere Kommunikation ermöglicht, die sowohl aktuellen als auch zukünftigen Bedrohungen durch Quantencomputer standhält.

Marktpotenzial und Sicherheitslage in Europa

Die Partnerschaft adressiert ein wachsendes Marktsegment. Der europäische Cyber-Security-Markt wird für das Jahr 2025 auf etwa 25-30 Milliarden Euro geschätzt, wobei ein besonderer Fokus auf kritische Infrastrukturen und den Verteidigungssektor liegt. Gleichzeitig haben die deutschen Rüstungsausgaben 2024 rund 80 Milliarden Euro erreicht – ein signifikanter Anstieg gegenüber weniger als 50 Milliarden Euro vor 2022. Auf europäischer Ebene betragen die Gesamtausgaben rund 250-280 Milliarden Euro jährlich, das höchste Niveau seit dem Kalten Krieg.

  • Deutsche Rüstungsausgaben (2024): ca. 80 Mrd. EUR.
  • Europäische Rüstungsausgaben (2024): ca. 250-280 Mrd. EUR jährlich.
  • Cyber-Security-Markt (2025): ca. 25-30 Mrd. EUR jährlich.

Diese Zahlen verdeutlichen die dringende Notwendigkeit für hochsichere Kommunikationslösungen und unterstreichen die strategische Bedeutung der Elbit-genua-Kooperation.

Elbit Systems Deutschland: Marktposition und Produktportfolio

Elbit Systems Deutschland ist ein etablierter Systemanbieter im Bereich Funkkommunikation, Drohnenkommunikation und elektronische Kriegführung. Das Unternehmen hat bereits Verträge mit mehreren europäischen Streitkräften abgeschlossen, darunter Spanien, Schweiz, Niederlande, Schweden und Deutschland. Zudem ist Elbit Systemintegrator für Multi-Domain-Operationen, etwa das Legion-X-Drohnenschwarm-System der Bundeswehr, und beteiligt sich am Euro-PULS-Raketenartilleriesystem, das für die Bundeswehr ab 2026 geplant ist.

  • Kunden in Europa (2021-2023): Spanien, Schweiz, Niederlande, Schweden, Deutschland.
  • Euro-PULS-Auftrag (2026): Raketenartilleriesystem für Langstrecken-Feuerunterstützung.

Die operative Erfahrung und das breite Portfolio stärken die Glaubwürdigkeit der Partnerschaft und zeigen, dass Elbit nicht nur ein reiner Funkgeräte-Hersteller, sondern ein systemischer Anbieter mit umfassendem Kundenstamm ist.

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genua und die Bundesdruckerei-Gruppe: IT-Sicherheits-Expertise

genua ist zu 100 % Tochter der Bundesdruckerei-Gruppe, einem seit 1879 bestehenden Sicherheitskonzern unter Bundesregie. Die Geschäftsführung von genua besteht aus Matthias Ochs und Marc Tesch, beide langjährige IT-Sicherheitsexperten. Durch die Anbindung an die Bundesdruckerei genießt genua ein hohes Maß an staatlicher Vertrauenswürdigkeit, was für Beschaffungen bei NATO- und EU-Staaten von großer Bedeutung ist.

  • Gründung der Bundesdruckerei: 1879.
  • Geschäftsführung genua (2026): Matthias Ochs und Marc Tesch.

Die Kombination aus deutscher Souveränität in der Verschlüsselungstechnologie und internationaler Erfahrung von Elbit schafft eine robuste Basis für die angestrebten Produkte.

Entwicklungsstandorte Ulm und Kirchheim bei München

Die Wahl der beiden Entwicklungsstandorte ist strategisch: Ulm ist seit Jahren das Hauptentwicklungszentrum von Elbit Systems Deutschland für Funksysteme und Luftfahrtelektronik. Kirchheim bei München liegt im bayerischen Rüstungs-Cluster, das über starke Netzwerke in Sensorik, Elektronik und Luftfahrt verfügt. Beide Standorte bieten Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften und etablierten Zulieferern.

  • Ulm: Hauptstandort von Elbit Systems Deutschland, Zentrum der Funkkommunikations-Industrie.
  • Kirchheim bei München: Teil des bayerischen Rüstungs-Clusters.
  • Beschäftigte in Baden-Württemberg (2024): ca. 50.000 in Luft- und Raumfahrt, Elektronik.

Risiken und Gegenmaßnahmen

Obwohl die Partnerschaft vielversprechend ist, gibt es potenzielle Risiken:

  • Abhängigkeit von US-Standards: Die NIST-Post-Quantum-Standards sind US-basiert. Ein rein deutsches System könnte bei politischen Spannungen zwischen USA und EU unter Druck geraten.
  • Exportkontrolle und ITAR-Risiken: Elbit Systems ist ein israelisches Unternehmen, dessen Rüstungsprodukte Exportbeschränkungen unterliegen können.
  • Konkurrenzdruck: Hersteller wie Rohde & Schwarz oder Harris/L3Harris verfügen bereits über etablierte militärische Funkgeräte mit hohen Sicherheitsstandards.
  • Unklarer Zeitrahmen: Ein konkretes Markteinführungsdatum wurde nicht genannt; Entwicklungszyklen für militärische Funkgeräte betragen typischerweise 3-5 Jahre.

Diese Punkte werden im Folgenden in den häufig gestellten Fragen adressiert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist quantenresistente Verschlüsselung und warum ist sie jetzt wichtig?

Quantenresistente (Post-Quantum) Verschlüsselung ist ein Verfahren, das auch gegen Angriffe zukünftiger Quantencomputer schützt. Sie ist wichtig, weil Geheimdienste bereits heute Daten sammeln („Harvest now, decrypt later“). Die NIST-Standards von 2022 und die EU-Vorgaben machen sie für kritische Systeme verbindlich.

Ist genua wirklich unabhängig oder nur ein Geschäftsarm der Bundesdruckerei?

genua ist eine hundertprozentige Tochter der Bundesdruckerei-Gruppe und operativ eigenständig als GmbH. Die Bundesdruckerei ist ein großer Sicherheitskonzern unter Bundesregie, was hohe staatliche Vertrauenswürdigkeit, aber auch mögliche Beschaffungs-Vorteile für deutsche/EU-Staaten bedeutet.

Warum wurden Ulm und Kirchheim bei München als Entwicklungsstandorte gewählt?

Ulm ist seit Jahren das Hauptentwicklungszentrum von Elbit Systems Deutschland für Funksysteme. Kirchheim bei München liegt im bayerischen Rüstungs-Cluster, das über etablierte Fachkräfte-Pools und Zulieferer-Netzwerke verfügt.

Richtet sich das Produkt auch an zivile Anwendungen?

Ja. Die Funkgeräte sollen sowohl militärischem als auch zivilem Personal – darunter Sicherheitsdienste und Rettungsorganisationen – zur Verfügung stehen. Damit handelt es sich um Dual-Use-Technologie.

Wann kommt das erste Produkt auf den Markt?

Ein konkretes Markteinführungsdatum wurde nicht genannt. Typische Entwicklungs- und Zulassungszyklen für militärische Funkgeräte betragen 3-5 Jahre.

Fazit

Die strategische Partnerschaft zwischen Elbit Systems Deutschland und genua verbindet führende Expertise in militärischer Funkkommunikation mit hochsicherer, hardwarebeschleunigter, quantenresistenter Verschlüsselung. Angesichts steigender Rüstungsausgaben, wachsender Cyber-Bedrohungen und klarer EU-Standards für Post-Quantum-Kryptographie bietet die Zusammenarbeit eine zeitgemäße Antwort auf die Anforderungen europäischer Sicherheitsakteure. Gleichzeitig müssen potenzielle Risiken wie US-Standard-Abhängigkeit, Exportkontrollen und starker Wettbewerb im Blick behalten werden. Für Investoren, politische Entscheidungsträger und die Verteidigungsindustrie stellt die Kooperation jedoch einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der europäischen technologischen Souveränität in kritischer Infrastruktur dar.

Quellen

  • https://wehrtechnik.info/auto-elbit-systems-genua/
  • https://www.genua.de/presse-artikel/elbit-systems-deutschland-und-genua-entwickeln-hochsichere-funkgeraete-fuer-nato-eu

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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