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Aktuelle Verteidigungsausgaben und Budgetplanung der österreichischen Bundesregierung 2027/2028

Aktuelle Verteidigungsausgaben und Budgetplanung der österreichischen Bundesregierung 2027/2028

8. Juni 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Die Budgetplanung für das Verteidigungsressort der österreichischen Bundesregierung für die Jahre 2027 und 2028 ist ein zentrales Element, um die militärische Stärke des Landes zu sichern und internationale Verpflichtungen zu erfüllen. In einem europäischen Umfeld, in dem die Gesamtausgaben für Verteidigung 2023 einen Rekord von 270 Milliarden Euro erreichten, steht Österreich vor der Herausforderung, seine eigenen Finanzierungsziele mit den EU-Vorgaben in Einklang zu bringen.

Budgetplanung für das Verteidigungsressort 2027/2028

Die neue Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS hat im Rahmen des Doppelbudgets „Aufschwung. Gerechtigkeit. Reformen.“ die Finanzplanung für die kommenden zwei Jahre festgelegt. „Nach aktuellen Planungen soll das Verteidigungsbudget 2027 auf 5,3 Milliarden Euro steigen und 2028 um weitere rund 130 Millionen Euro auf 5,43 Milliarden Euro wachsen.“ Damit liegt das geplante Budget jedoch deutlich unter den ursprünglichen Zielsetzungen des Aufbauplans „Bundesheer 2032+„, der 2027 ein Budget von 6,19 Milliarden Euro und für 2028 von 6,99 Milliarden Euro vorsah.

  • Geplantes Verteidigungsbudget 2027: 5,3 Mrd. €
  • Ursprüngliches Ziel 2027: 6,19 Mrd. €
  • Geplantes Verteidigungsbudget 2028: 5,43 Mrd. € (Quelle S2)
  • Ursprüngliches Ziel 2028: 6,99 Mrd. €

Die Differenz bedeutet eine Budgetlücke von rund 890 Millionen Euro im Jahr 2027 und 1,69 Milliarden Euro im Jahr 2028. Addiert man die bereits fehlenden 700-800 Millionen Euro aus dem Jahr 2026 und den Vorjahren, ergibt sich bis Ende 2028 eine Gesamtlücke von etwa drei Milliarden Euro gegenüber den ursprünglichen Plänen.

Zahlen im Überblick

  • Budgetdefizit 2027: ca. 890 Mio. €
  • Budgetdefizit 2028: ca. 1,69 Mrd. €
  • Gesamtlücke bis 2028: ca. 3 Mrd. €

Europäische Verteidigungsausgaben im Kontext

Der European Defence Agency Report 2023 dokumentiert, dass die gesamten Verteidigungsausgaben aller EU-Staaten 2023 einen neuen Höchststand von 270 Milliarden Euro erreichten. „Die Verteidigungsausgaben in Europa haben in den letzten Jahren einen signifikanten Anstieg erfahren.“ Pro Kopf beliefen sich die Ausgaben 2023 auf 240 Euro (Quelle S1). Diese Zahlen verdeutlichen den wachsenden finanziellen Druck auf kleinere Mitgliedstaaten, die mit begrenzten Haushaltsmitteln gleichzeitig den europäischen Verteidigungszielen gerecht werden müssen.

  • Gesamtausgaben EU 2023: 270 Mrd. €
  • Verteidigungsausgaben pro Kopf 2023: 240 € (Quelle S1)

EU-Verteidigungspolitik und nationale Auswirkungen

Die Europäische Union hat das Ziel formuliert, die Verteidigungsausgaben ihrer Mitgliedsstaaten bis 2025 auf 2 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erhöhen. Dieses ambitionierte Ziel verstärkt den Druck auf die nationale Budgetplanung, da die österreichische Regierung nicht nur ihre eigenen Modernisierungspläne finanzieren, sondern zugleich einen Beitrag zum EU-Ziel leisten muss.

  • EU-Ziel 2025: 2 % des BIP für Verteidigung
  • Österreichs geplantes Budget 2028: 5,43 Mrd. € (Quelle S2)

Die sinkende Budgetkurve könnte die Erfüllung dieser EU-Vorgaben gefährden und Anreize für strukturelle Reformen schaffen.

Risiken, Gegenmaßnahmen und aktuelle Projekte

Reduzierte Budgetsteigerungen können zu Verzögerungen im Verteidigungsmodernisierungsplan führen. „Reduzierte Budgetsteigerungen könnten zu Verzögerungen im Verteidigungsmodernisierungsplan führen, was die Fähigkeit Österreichs einschränken könnte, international zu agieren.“ Trotz dieser Einschränkungen gibt es positive Signale bei einem der wichtigsten Rüstungsprojekte: der Nachfolge der Eurofighter-Abfangjäger.

Die Finanzierung der Eurofighter-Nachfolge erfolgt außerhalb des regulären Verteidigungsbudgets, sodass das Vorhaben im Doppelbudget 2027/2028 nicht als eigenständiges Beschaffungsprojekt aufgeführt ist. Der Finanzrahmen für die „Willensbekundung zur Abfangjägernachbeschaffung“ steht jedoch bereit, und die Analysephase soll im dritten Quartal 2026 beginnen, mit einem geplanten Vergabeverfahren ab dem dritten Quartal 2027.

  • Analysephase: Q3 2026 – Q2 2027
  • Vergabeverfahren: Q3 2027 – Q2 2028
  • Vertragsabschluss: Q3 2028 – Q1 2029

Damit bleibt die Eurofighter-Nachfolge auf Kurs, während andere Projekte des Aufbauplans „Bundesheer 2032+“ möglicherweise zeitlich gestreckt oder inhaltlich reduziert werden müssen.

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Schnellüberblick:

Was sind die langfristigen Ziele für die Verteidigungsausgaben in Österreich?

Bis 2032 soll das Bundesheer wieder voll verteidigungsfähig sein. Dieses Ziel wird jedoch durch die aktuellen Budgetkürzungen in Frage gestellt.

Wie hoch ist das geplante Verteidigungsbudget für das Jahr 2028?

Das geplante Verteidigungsbudget für 2028 beträgt 5,43 Milliarden Euro (Quelle S2).

Wie groß ist die Budgetlücke bis Ende 2028 im Vergleich zu den ursprünglichen Zielvorgaben?

Die Gesamtlücke beläuft sich auf rund drei Milliarden Euro, wobei im Jahr 2027 ein Fehlbetrag von etwa 890 Millionen Euro und im Jahr 2028 von etwa 1,69 Milliarden Euro besteht.

Quellen

  • https://eda.europa.eu/download/report/eda-report-2023.pdf
  • https://bmf.gv.at/budgetdokument/2027-2028

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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