Skip to content
Defence-Tech.de

Defence-Tech.de

  • Starteite
  • Kategorien
    • News
    • Verteidigungstechnologieentwicklung und Innovation
    • Strategische und operative Verteidigungsplanung
    • Autonome Systeme und Robotik
    • Cybersicherheit und digitale Verteidigung
    • Drohnen und unbemannte Überwachungssysteme
  • Leitbild & Qualität
  • Kontakt

Defence-Tech.de

Project ASGARD – KI-gestützte Kommunikation und Targeting für die britische Armee

Project ASGARD – KI-gestützte Kommunikation und Targeting für die britische Armee

25. März 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Britische Soldaten erhalten im Rahmen des Project ASGARD modernste, KI-fähige Funkgeräte, Headsets und robuste Tablets. Das 86 Millionen-Pfund-Programm, das von BlackTree Technologies in Zusammenarbeit mit TrellisWare Technologies umgesetzt wird, soll die Truppen vernetzen, Echtzeit-Informationen vom Schlachtfeld liefern und Entscheidungsprozesse von Stunden auf Minuten verkürzen. Das Projekt ist Teil eines umfassenden digitalen Targeting-Ökosystems im Wert von rund einer Milliarde Pfund und orientiert sich am ukrainischen „Recce-Strike“-Ansatz.

Komponenten und Technologie-Partner von ASGARD

ASGARD ist kein isoliertes Funkgerät-Programm, sondern die Landkomponente des Digital Targeting Web – eines £1-Milliarden-Projekts, das Sensoren, Schützen und Entscheidungsträger vernetzt. Die Systemkette umfasst:

  • Sitaware – Zielerfassung und erste Lagebilder.
  • PRIISM – Strategische Analyse, Rechtsprüfung und Kollateralschaden-Schätzung.
  • Altra Strike – Waffenlenkung für Artillerie, Drohnen und autonome Systeme.

Weitere Partner und Hardware-Komponenten:

  • BlackTree Technologies liefert das Dismounted Data System (DDS) mit robusten Tablets, KI-fähigen Funkgeräten und Headsets.
  • TrellisWare Technologies stellt die zugrunde liegende Kommunikationstechnik bereit.
  • Helsing mit der HX-2 Drohne, die in Kombination mit DDS operiert.
  • Modini liefert die Loitering-Munition DART 250 (Reichweite 250 km, Höchstgeschwindigkeit >400 km/h, GPS-unabhängig).

Damit bildet ASGARD eine durchgängige Kette von Aufklärung bis Wirkung – von digitalen Karten bis zur Fernsteuerung von Drohnen.

Testung und operative Einsätze: Hedgehog und die 4. Brigade

Die praktische Validierung erfolgte bereits 2025 im Rahmen der NATO-Übung Hedgehog in Estland. Dort testeten britische Truppen das DDS zusammen mit der Helsing HX-2 und der DART 250 unter realistischen Bedingungen. Die 4. Brigade, bekannt als „Black Rats“, diente als Testformation und bestätigte einen messbaren Zugewinn an Effektivität und Kampfkraft.

  • Testdatum DART 250 und HX-2: Mai 2025 (nach Kontraktvergabe Januar 2025).
  • Übungsort: Estland, NATO-Übung Hedgehog 2025.

Die Tester berichteten von einer deutlich verkürzten Zielerfassungs- bis Schlagzeit, die von früheren Stunden nun auf wenige Minuten reduziert wurde.

Ukrainischer Recce-Strike-Ansatz als strategisches Vorbild

ASGARD orientiert sich explizit am ukrainischen „Recce-Strike“-Modell, das seit 2022 im Donbas täglich operativ eingesetzt wird. Dieses Modell verdichtet Aufklärung, Identifikation und Waffeneinsatz in einer durchgehend digitalisierten Kette. Laut dem Minister für Verteidigungsbereitschaft und Industrie, Luke Pollard, sei die Fähigkeit, präzise Informationen zu empfangen, weiterzugeben und einzusetzen, „für den Erfolg auf dem Schlachtfeld von entscheidender Bedeutung“.

Die britische und NATO-Analyse nutzt die ukrainischen Erfahrungen, um die eigenen Landstreitkräfte zu modernisieren und Entscheidungszyklen dramatisch zu verkürzen.

Rollout-Zeitplan und Beschaffungsprozesse

Der Beschaffungsprozess für ASGARD folgt einem beschleunigten, innovativen Ablauf, der bereits im Ukraine-Support erprobt wurde:

  • Kontraktvergabe: Januar 2025 an BlackTree Technologies.
  • Testung: Mai 2025 (Hedgehog-Übung).
  • Serienauslieferung: Beginn September 2026.
  • Vollständige Ausrüstung: Geplant bis 2027.

Die Beschaffung nutzt Methoden wie die PRIISM-Integration und das FC BISA-System für Artillerie, die bereits beim Ukraine-Support eingesetzt wurden. Im Vergleich dazu verzögert sich das deutsche D-LBO-Programm wiederholt, obwohl ähnliche Ziele verfolgt werden.

Anzeige* Venture Diligence - Startup Analysen Venture Diligence - Startup Analysen

Kritische Perspektive: Grenzen des „Deep Fight“-Konzepts

Während ASGARD mit hoher Reichweite (DART 250 km) und schnellen Targeting-Zyklen überzeugt, gibt es kritische Stimmen. Russische Erfahrungen in der Ukraine zeigen, dass tiefe Schläge allein nicht kriegsentscheidend sind. Experten warnen, dass ein Fokus auf Fernzielbekämpfung taktische Lücken bei Nahkampf- und Feuerunterstützung schließen könnte.

Weitere Kritikpunkte:

  • Abhängigkeit von GPS und digitalen Signalen: Trotz GPS-unabhängiger DART-Flüge erfordert die gesamte Targeting-Kette stabile Kommunikation, die anfällig für elektronische Kriegsführung ist.
  • Kosteneffizienz: £86 Millionen für DDS bedeuten hohe Kosten pro Soldat; eine flächendeckende Ausstattung aller britischen Landstreitkräfte könnte Haushaltsfragen aufwerfen.
  • Ethik und Automatisierung: Der verstärkte Einsatz von KI-gestützten Targeting-Ketten wirft Fragen zur menschlichen Verantwortung beim Waffeneinsatz auf.

Ein Zitat von General Sir Roly Walker verdeutlicht die Ambition: „Wir halbieren die Entscheidungszeit und bringen die Technologie, die wir im Ukraine-Kampf beobachtet haben, direkt zu unseren Soldaten.“

FAQ zu Project ASGARD

Welche Technologie steckt in den Tablets des DDS?

Die Tablets sind robuste, militärspezifisch gebaute Geräte von BlackTree Technologies, basierend auf TrellisWare-Technik. Sie zeigen Echtzeit-Kartendaten, Feindpositionen und Truppenbewegungen an und können Drohnen sowie autonome Systeme integrieren.

Wann erhalten britische Soldaten die Ausrüstung?

Die Auslieferung beginnt im September 2026, die vollständige Ausstattung ist bis 2027 geplant. Die Testung mit der 4. Brigade wurde bereits 2025 abgeschlossen.

Warum folgt Großbritannien dem ukrainischen Recce-Strike-Modell?

Das ukrainische Modell hat sich seit 2022 operativ bewährt und verkürzt Entscheidungszyklen dramatisch – genau das Ziel von ASGARD. NATO-Länder lernen aktiv aus diesen Erfahrungen.

Ist DART 250 wirklich 250 km entfernt präzise?

DART 250 kann ohne GPS-Signal fliegen und ist mit einem Seeker ausgestattet, der es auf Ziele oder Jamming-Quellen lenkt. Die Präzision wird als hoch beschrieben, unabhängige operative Belege sind jedoch noch begrenzt.

Wie unterscheidet sich ASGARD vom deutschen D-LBO?

ASGARD nutzt beschleunigte, innovative Beschaffungsprozesse und befindet sich bereits in Testoperationen. D-LBO verfolgt ähnliche Ziele, leidet jedoch unter regelmäßigen Verzögerungen in der Umsetzung.

Fazit

Project ASGARD demonstriert, wie die britische Armee digitale Vernetzung, KI-gestützte Kommunikation und präzise Targeting-Systeme kombiniert, um die Reaktionszeit im Gefecht von Stunden auf Minuten zu reduzieren. Durch die Einbindung von Partnern wie BlackTree, TrellisWare, Helsing und Modini entsteht ein umfassendes £1-Milliarden-Ökosystem, das bereits in der NATO-Übung Hedgehog validiert wurde. Trotz klarer Fortschritte gibt es kritische Bedenken hinsichtlich Kosten, Abhängigkeit von digitalen Netzen und ethischer Verantwortung. Der beschleunigte Rollout-Plan bis 2027 wird zeigen, ob das britische Modell die digitale Kluft zu anderen NATO-Staaten, insbesondere zu Deutschland, dauerhaft schließen kann.

Quellen

  • https://www.theregister.com/2026/02/10/mod_project_asgard/
  • https://www.forcesnews.com/services/army/british-army-roll-out-ai-capable-comms-kits-under-ps86m-deal-shorten-decision-time

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

Post navigation

Vorheriger Beitrag:

Project Hecate: Mehrorbitale PNT-Strategien für die US-Space Force nach 2040

Nächster Beitrag:

Brückenlösung für die Drohnenabwehr der Panzerbrigade 45 – Zwischen Kurzfristiger Notwendigkeit und Langfristiger Modernisierung

Netzwerke & Treffen

  • Based: Defence & Dual-Use Innovation Platform
  • European Defense Tech Hackathon
  • Munich Security Breakfast

Neueste Beiträge

  • Aktuelle Drohnenbedrohungen und die Luftverteidigung Europas: Herausforderungen für die NATO
  • Dynamiksimulation in der Verteidigungsindustrie: Kosteneinsparungen, Wachstumsraten und neue Wege zur Survivability-Analyse
  • Impact der 8×8 Amphibischen Radpanzer auf Thailands Grenzsicherung und Verteidigungsindustrie
  • Aktuelle Bedrohungslage und strategische Antworten in der deutschen Luftverteidigung
  • Bedrohungen durch Drohnenschwärme und Innovationen in der Sensorik – Moderne bodengebundene Luftverteidigung
  • Verteidigungsausgaben, Reformen und öffentlicher Diskurs – Wie Deutschland seine Sicherheit demokratisch stärkt
  • Erweiterung des Diehl Defence Produktportfolios in der Luftverteidigung
  • Bundeswehr beschafft weitere IdZ-ES Soldatensysteme von Rheinmetall – Modernisierung im digitalen Gefecht
  • PAC-3 MSE Leistungsfähigkeit – Stärkung der Luftverteidigung der US-Marine
  • Technische Details und Effektivität des britischen Raven-5 Luftabwehrsystems

Informationen

  • Datenschutz
  • Impressum
  • Kontakt
  • Leitbild & Qualität
  • Sitemap
© 2026 Defence-Tech.de

Defence Tech, die Schnittstelle zwischen modernster Technologie und Verteidigung, umfasst innovative Entwicklungen in den Bereichen Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz, Robotik, Drohnentechnologie und autonome Waffensysteme. In einer zunehmend komplexen geopolitischen Lage, in der Bedrohungen nicht mehr nur physisch, sondern auch digital existieren, spielt Defence Tech eine tragend Rolle für die nationale Sicherheit, militärische Effizienz und den Schutz kritischer Infrastrukturen. Darüber zu berichten ist uns daher wichtig, um Transparenz zu schaffen, ethische Fragen zu beleuchten und technologische Fortschritte sowie deren globale Auswirkungen zu verstehen.