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RIMES: Laufsteg-unabhängige Langstrecken-Strike-Drohnen für die US-Marine

RIMES: Laufsteg-unabhängige Langstrecken-Strike-Drohnen für die US-Marine

14. Februar 2026 von Michael Bauer

Die US-Marine sucht nach einer Lösung, um die wachsende Gefahr durch langreichweitige Anti-Schiff-Raketen zu begegnen – und das ohne die traditionellen, großen Flugdeck-Plattformen. Das Programm „Runway Independent Maritime and Expeditionary Strike“ (RIMES) soll autonome, wiederverwendbare Drohnen bereitstellen, die von Zerstörern und anderen Kriegsschiffen mit begrenztem Deck gestartet werden können. Ziel ist es, die Feuerkraft von Oberflächenschiffen zu stärken, wenn Trägerkapazitäten knapp und Munitionsvorräte begrenzt sind.

Hintergrund und strategische Notwendigkeit

Die Marine steht vor einer kritischen Lücke: „Naval surface combatants are constrained in their ability to support long-range strikes over extended combat operations due to reliance on single-use missile systems, with limited magazine depth and limited at-sea munition replenishment capability“, heißt es in der Ausschreibung des Defense Innovation Unit (DIU). Ohne ausreichende Träger, Flugzeuge und Langstrecken-Raketen könne die US-Marine keinen nachhaltigen Widerstand gegen Gegner mit modernen Anti-Schiff-Raketen leisten.

Ein weiteres Zitat aus der DIU-Ausschreibung verdeutlicht das Problem: „The long-range strike methods able to persistently support naval surface combatants require infrastructure and assets which are vulnerable, limited or in high demand; including runways, and ships with large flight decks.“

Fehlende Kapazitäten der Navy

  • Begrenzte Anzahl von Flugzeugträgern
  • Unzureichende Bestände an Langstrecken-Raketen
  • Abhängigkeit von großen Decks für den Start von Luftfahrzeugen

RIMES – Konzept und technische Vorgaben

RIMES zielt darauf ab, wiederverwendbare Drohnen zu entwickeln, die von Schiffen ohne große Flugdecks aus operieren können. Die wichtigsten Leistungsparameter sind:

Reichweite und Bewaffnung

  • One-way Reichweite: mindestens 1.400 Seemeilen (ermöglicht einen Einsatzradius von etwa 600 Seemeilen)
  • Bewaffnung: Standard-Munition von 1.000 Pfund (wie auf F/A-18 und F-35C eingesetzt)

Plattformen und Startbedingungen

Als primäre Plattformen werden genannt:

  • Arleigh-Burke-Klasse Zerstörer (DDG-51)
  • Littoral Combat Ships (LCS)
  • FF(X)-Fregatten, basierend auf der Coast Guard Legend-Klasse

Diese Schiffe können Hubschrauber starten, verfügen jedoch nicht über großflächige Decks – ein entscheidender Faktor für die RIMES-Mission.

Autonomie und Widerstandsfähigkeit

Die Drohne muss in stark umkämpften Umgebungen operieren können, in denen GPS-Signale gestört oder ganz verweigert werden. Die Ausschreibung fordert: „incorporate mission autonomy to execute all mission phases in a highly contested environment.“ Zusätzlich sollen die Systeme gegen feindliche Bedrohungen überlebensfähig oder zumindest attritierbar sein.

Integration in bestehende Programme

Ergänzung zum Collaborative Combat Aircraft (CCA)-Programm

RIMES ergänzt das bereits laufende CCA-Programm, das Drohnen für Träger mit großen Decks entwickelt. Während CCA-Drohnen von Anduril, Boeing, General Atomics und Northrop Grumman konzipiert werden und Lockheed Martin das Kommando- und Kontrollsystem (C2) übernimmt, fokussiert RIMES auf den Einsatz von kleineren Schiffen und reduziert damit die Trägerabhängigkeit.

Anbieter und Rollen im CCA-Programm

  • Anduril
  • Boeing
  • General Atomics
  • Northrop Grumman
  • Lockheed Martin (C2)

Die Kombination zeigt die Diversifikation der Strike-Optionen der Navy und unterstreicht, dass RIMES nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung gedacht ist.

Beschaffungsprozess und Zeitplan

Die DIU hat die Ausschreibung im Februar 2026 veröffentlicht. Interessierte Unternehmen müssen ihre Angebote bis zum 27. Februar 2026 einreichen. Nach Auftragserteilung ist ein physischer Prototyp innerhalb von 12 Monaten zu demonstrieren.

OTA-Awards und CMMC-Zertifizierung

Die Beschaffung erfolgt über Other-Technology-Acquisition (OTA)-Awards, die eine schnelle Entwicklung ermöglichen sollen. Gleichzeitig wird eine CMMC Level 2-Zertifizierung gefordert, was potenzielle Verzögerungen bei Unternehmen ohne entsprechende Cyber-Sicherheitsstandards mit sich bringen kann.

Prototyping-Deadline

  • Deadline für Angebote: 27. Februar 2026
  • Prototyp-Fertigstellung: 12 Monate nach Award
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Chancen, Risiken und kritische Bewertung

Balance zwischen Wiederverwendbarkeit und Attritability

Ein zentrales Risiko besteht darin, dass die Drohne sowohl wiederverwendbar als auch kosteneffizient sein muss. Hohe Entwicklungskosten könnten die Massenproduktion behindern, während ein zu starkes Gewicht auf Einweg-Charakter die langfristige Nachhaltigkeit gefährden könnte.

Bürokratische Hürden

Die Notwendigkeit von OTA-Awards und die CMMC-Level-2-Zertifizierung können den Entwicklungszyklus verlangsamen. Wie im Informationspaket angegeben, könnten diese Faktoren zu Verzögerungen führen, obwohl das Programm auf schnelle Prototypen abzielt.

Häufig gestellte Fragen

Unterscheidet sich RIMES vom CCA-Programm?

Ja. CCA-Drohnen starten von Trägern mit großen Decks und arbeiten mit bemannten Jets zusammen; RIMES zielt auf Zerstörer und expeditionäre Orte ab (Breaking Defense, 2026).

Welche Schiffe sind primäre Plattformen?

Arleigh-Burke-Zerstörer (DDG-51), Littoral Combat Ships und FF(X)-Fregatten; Start bei rauen Seebedingungen mit minimalem Personal (DIU Solicitation via Defense News, 2026).

Wann sind Angebote fällig?

Bis 27. Februar 2026; Prototyping innerhalb 12 Monaten nach Award gefordert (DIU, 2026).

Fazit

RIMES stellt einen strategischen Schritt dar, um die Abhängigkeit der US-Marine von teuren Trägern zu reduzieren und gleichzeitig die Fähigkeit zu erhalten, langreichweitige Schläge gegen moderne Anti-Schiff-Raketen zu führen. Durch die Kombination von hoher Reichweite, signifikanter Bewaffnung und autonomer Operation in stark gestörten Umgebungen könnte das Programm die Feuerkraft von Zerstörern und kleineren Kriegsschiffen erheblich steigern. Gleichzeitig bleiben offene Fragen zu Kosten, Wiederverwendbarkeit und bürokratischen Hürden, die den Erfolg des Vorhabens maßgeblich beeinflussen werden.

Quellen

  • target=“_blank“ https://www.defensenews.com/unmanned/2026/02/11/us-navy-on-the-hunt-for-strike-drones-that-can-launch-from-any-warship/
  • target=“_blank“ https://breakingdefense.com/2026/02/diu-navy-seek-long-range-drones-for-maritime-strikes/

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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