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Erste operative Einsatzerfahrung der US-Präzisions-Langstreckenrakete PrSM im Iran-Krieg

Erste operative Einsatzerfahrung der US-Präzisions-Langstreckenrakete PrSM im Iran-Krieg

26. März 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Im Rahmen von Operation Epic Fury hat das US-Militär erstmals die Precision Strike Missile (PrSM) im Kampf gegen iranische Ziele eingesetzt. Der Einsatz markiert nicht nur den ersten praktischen Einsatz einer Waffe, die mit etwa 400 km Reichweite die bisherige Grenze des Army Tactical Missile System (ATACMS) fast verdoppelt, sondern wirft auch Fragen zu Produktionskapazität, Kosten und strategischer Bedeutung im geopolitischen Kontext auf.

Entwicklungs- und Produktionsgeschichte des PrSM

Die PrSM wurde nach mehreren Jahren intensiver Entwicklung im Jahr 2023 in den operativen Dienst gestellt. Vor dem ersten Kampfeinsatz wurden im April und September 2025 Kurz- und Langstreckentests auf der White-Sands-Missile-Range durchgeführt, um sowohl die kurze als auch die lange Reichweite zu validieren.

  • Feldierungsjahr: 2023 (operative Bereitschaft)
  • Testflüge: April 2025 und September 2025 (Validierung von Kurz- und Langstrecken-Kapazität)
  • Geplante Beschaffung FY2026: 45 Raketen – Hinweis auf knappe Bestände

Lockheed Martin und die U.S. Army arbeiteten bereits 2025 intensiv an einer Erhöhung der Produktionskapazität, da die Nachfrage die verfügbaren Produktionsmengen überstieg.

Technische Überlegenheit und Reichweitenvergleich mit ATACMS

Mit einer Baseline-Reichweite von rund 400 km (250 Meilen) übertrifft die PrSM das bisherige Standard-Langstreckenraketensystem ATACMS, das maximal 300 km (186 Meilen) erreichen kann. Der absolute Reichweitenvorteil von etwa 100 km (64 Meilen) eröffnet neue taktische Möglichkeiten, insbesondere in Regionen mit begrenzten Landeinsatzpositionen.

  • PrSM-Reichweite: 400 km / 250 Meilen (≈ 33 % mehr als ATACMS)
  • ATACMS-Reichweite (längste Variante): 300 km / 186 Meilen
  • Reichweitenvorteil: +100 km / +64 Meilen

Die Rakete ist mit GPS-Navigation ausgestattet, kann turbulente Flugbedingungen überstehen und besitzt einen Splitter-Sprengkopf, der bei der Detonation eine erhöhte Wirkung erzielt.

Operativer Einsatz in Operation Epic Fury

Die erste Kampfdebut-Mission der PrSM wurde vom U.S. Central Command (CENTCOM) bestätigt. Die Raketen wurden aus M142 High Mobility Artillery Rocket Systems (HIMARS) und dem M270A2 Multiple Launch Rocket System (MLRS) abgefeuert. Laut CENTCOM-Verlautbarung wurden im Zuge der Operation über 2 000 militärische Ziele in Iran zerstört, darunter ein iranisches Marineschiff.

„I just could not be prouder of our men and women in uniform leveraging innovation to create dilemmas for the enemy“, erklärte Admiral Brad Cooper, CENTCOM-Kommandant, in einer offiziellen Mitteilung.

  • Plattformen: HIMARS, M270A2 MLRS
  • Reichweite im Einsatz: ca. 250 Meilen (400 km)
  • Zerstörte Ziele: über 2 000 (inkl. Marine-Frigate)

Die genauen Zielorte wurden von CENTCOM nicht offengelegt, was eine vollständige Bewertung der taktischen Wirksamkeit erschwert.

Produktionskapazität, Kosten und begrenzte Verfügbarkeit

Die Kosten pro PrSM liegen zwischen 1,6 Millionen und 3,5 Millionen US-Dollar. Das FY2026-Beschaffungsbudget von lediglich 45 Einheiten verdeutlicht die Kombination aus hohen Stückkosten und noch nicht voll ausgereifter Produktionslinie.

  • Kosten pro Rakete: 1,6 – 3,5 Mio. USD
  • Geplante Beschaffung FY2026: 45 Raketen
  • Begrenzte Produktionskapazität führt zu selektivem Einsatz

Experten warnen, dass der teure Einsatz im Iran-Konflikt Ressourcen von potenziell wichtigeren Szenarien im Pazifik-Theater abziehen könnte.

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Geplante Varianten und zukünftige Fähigkeiten

Das PrSM-Programm sieht mehrere Inkremente vor, die das System modular erweitern:

  • Increment 2 (LBASM): Entwicklung einer anti-Schiff-Variante mit Multi-Mode-Seeker für bewegliche Seeziele (geplant 2026).
  • Increment 3: Erhöhung der Sprengladung für gehärtete Ziele (geplant 2026).
  • Weitere mögliche Varianten könnten Loitering-Drohnen oder präzisionsgelenkte Submunitionen integrieren.

Diese Weiterentwicklungen zeigen, dass der Iran-Einsatz ein Meilenstein innerhalb eines längerfristigen Entwicklungsprogramms ist, das auch die strategische Ausrichtung gegenüber China im Pazifik-Theater unterstützt.

Strategische Signalwirkung und geopolitische Implikationen

Militäranalysten betonen, dass der PrSM-Einsatz nicht nur eine taktische Entscheidung war, sondern auch eine strategische Botschaft an potenzielle Gegner – insbesondere China – sendet. Im Pazifik-Theater, wo Landeinsatzpositionen stark eingeschränkt sind, ermöglicht die erweiterte Reichweite des PrSM den US-Streitkräften, Ziele aus sicherer Distanz zu bekämpfen und damit das Risiko von Gegenschlägen zu reduzieren.

  • Primäres strategisches Anwendungsszenario: Pazifik-Theater gegen China
  • Begrenzte Landeinsatzpositionen erhöhen den Wert von Reichweitenvorteilen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum ist die PrSM-Reichweite von 400 km strategisch so bedeutsam?

Die Verdoppelung der Reichweite gegenüber ATACMS ermöglicht das Treffen von Zielen aus deutlich größerer Distanz und reduziert das Expositionsrisiko von Starteinheiten. Im Iran-Konflikt könnte die Rakete über den Persischen Golf abgefeuert werden; im pazifischen Kontext entlastet sie begrenzte Landeinsatzpositionen gegen China.

Wie viele PrSM-Raketen stellt die U.S. Army pro Jahr her?

Das FY2026-Budget genehmigte nur 45 PrSM-Raketen – ein Hinweis auf niedrige Produktionskapazität und hohe Kosten (1,6-3,5 Mio. USD pro Stück). Lockheed Martin und die Army arbeiten an einer Produktionssteigerung, doch der aktuelle Output bleibt begrenzt.

Was sind die geplanten Weiterentwicklungen des PrSM?

Increment 2 (LBASM) fügt anti-Schiff-Fähigkeiten mit Multi-Mode-Seeker hinzu; Increment 3 sieht verstärkte Sprengköpfe vor. Weitere Varianten könnten Loitering-Drohnen oder präzisionsgelenkte Submunitionen umfassen.

War der PrSM-Einsatz im Iran ein echtes taktisches Engagement oder eine Demonstration?

CentCOM hat keine spezifischen Zieldetails veröffentlicht. Pensionierte Militärs spekulierten, dass der Einsatz teilweise als Demonstration diente, um das Potenzial zu zeigen, während teurere Raketen für künftige Pazifik-Szenarien reserviert bleiben.

Fazit

Der erste operative Einsatz der Precision Strike Missile in Operation Epic Fury demonstriert sowohl die technische Überlegenheit als auch die strategische Relevanz einer Rakete, die die Reichweite des US-Armee-Langstreckenraketensystems fast verdoppelt. Gleichzeitig verdeutlicht die begrenzte Produktionsmenge und die hohen Stückkosten, dass die PrSM derzeit ein kostbares Gut bleibt, das nur selektiv eingesetzt wird. Die geplanten Inkremente und die klare geopolitische Signalwirkung gegenüber China zeigen, dass die PrSM nicht nur ein taktisches, sondern ein langfristiges strategisches Instrument der US-Militärtechnologie ist.

Quellen

  • https://defensescoop.com/2026/03/05/prsm-precision-strike-missile-iran-operation-epic-fury/
  • https://www.militarytimes.com/news/your-military/2026/03/04/us-launches-precision-strike-missiles-in-iran-war-in-first-combat-use/

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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