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Entwicklung neuer Panzerplattformen: Der Kampfpanzer CAPINT und sein Einsatzkonzept im MGCS-Programm

Entwicklung neuer Panzerplattformen: Der Kampfpanzer CAPINT und sein Einsatzkonzept im MGCS-Programm

27. Juni 2026 von Michael Bauer

Der von KNDS vorgestellte Kampfpanzer CAPINT stellt ein zentrales Bindeglied zwischen den heute im Einsatz befindlichen Kampfpanzern und den zukünftigen Fahrzeugen des deutsch-französischen Main Ground Combat System (MGCS) dar. Das Projekt kombiniert eine modernisierte Leopard-2-Wanne mit unbemannten Begleitfahrzeugen („Wingmen“) und profitiert zugleich von der Wiederaufnahme der Leopard-2-Produktion in Deutschland ab 2025. Damit beeinflusst CAPINT sowohl die technologische Weiterentwicklung als auch die strategische Zusammenarbeit europäischer Streitkräfte.

CAPINT – ein Übergangsmodell zwischen aktuellen und zukünftigen Kampfpanzern

CAPINT, abgekürzt für „Capacité Intermédiaire“, ist laut offizieller Definition ein neuartiger Kampfpanzer von KNDS, der als Überbrückung zwischen den aktuellen Fahrzeugen und den zukünftigen MGCS-Plattformen dienen soll. Das Fahrzeug basiert auf einer stark modifizierten Leopard-2-Wanne, die drei Besatzungsmitglieder – Fahrer, Richtschütze und Kommandant – beherbergt. Zusätzlich ist ein unbemannter Ascalon-Turm integriert.

„Das ist die Idee. Dies ist der Vorschlag von KNDS. Derzeit finden Gespräche zwischen dem französischen Verteidigungsministerium und KNDS statt, um zu prüfen, ob unsere Lösung den Anforderungen der französischen Armee entspricht“, erklärt Julien Brunet, Produktlinienmanager für Kampfpanzer und Aufklärungsfahrzeuge bei KNDS Frankreich.

Wiederaufnahme der Leopard-2-Produktion ab 2025

Die Produktion neuer Leopard-2-Wannen wird in Deutschland ab 2025 wieder aufgenommen. Der Produktionsbeginn für das Modell Leopard 2A8 ist für das Jahr 2025 geplant, wobei die neue Produktionslinie nach einer 23-jährigen Pause eröffnet wird (Jahr 2023, Hinweis: Neueröffnung der Produktionslinie nach 23 Jahren).

Diese Wiederbelebung ermöglicht den europäischen Streitkräften, auf modernisierte Fahrzeuge zurückzugreifen und ihre Einsatzfähigkeit deutlich zu erhöhen. Die offizielle Bestätigung unterstreicht die strategische Bedeutung von CAPINT im Kontext eines breiteren Rüstungsprogramms.

Europäische Zusammenarbeit im MGCS-Programm

Die Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland im MGCS-Programm fördert die Zusammenarbeit innerhalb der NATO und der EU. CAPINT könnte als Schlüsseltechnologie in diesem Kontext dienen. Aktuell gibt es 24 Leopard-2-Nutzerländer, die Mehrheit davon in Europa, während nur drei Länder den französischen Leclerc nutzen.

Die geplante Anzahl von Leclerc XLR-Fahrzeugen beträgt 200 Stück bis zum Jahr 2035 (Quelle S1). Diese Zahlen verdeutlichen die Bedeutung einer gemeinsamen Plattform für die europäische Verteidigungsstrategie.

Integration unbemannter Systeme als „Wingmen“

Ein zentrales Merkmal von CAPINT ist die Integration unbemannter Bodenfahrzeuge (UGV), die als „Wingmen“ bezeichnet werden. Diese UGVs übernehmen Aufgaben wie Beyond-Line-of-Sight (BLOS) und C-UAV-Bekämpfung. Julien Brunet erläutert: „Ich denke, das französische Verteidigungsministerium hat beim UGV, also beim ‚Wingman‘, einen ziemlich klugen Schachzug gemacht. Die erste Fähigkeit, die das UGV abdecken muss, ist das, was wir als BLOS-Fähigkeiten bezeichnen, sowie die Fähigkeiten zur Bekämpfung von UAVs C-UAV.“

Die Anforderungen an die Wingmen umfassen:

  • vergleichbare Mobilität und Geländegängigkeit zum Hauptpanzer
  • Überquerung von Gräben bis zu 3,5 m Breite
  • Ausreichende Panzerung, um im Gefecht nicht sofort zerstört zu werden
  • Gewicht von mindestens 15 t, um die notwendige Stabilität zu gewährleisten

Vorgeschlagene Kandidaten, die auf der Eurosatory 2026 präsentiert wurden, umfassen den REFURBOT (auf AMX-30-Basis) und das schwere UGV TRACKX (auf Patria-Basis). Beide Konzepte zeigen unterschiedliche Ansätze zur Erfüllung der genannten Kriterien.

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Risiken und Herausforderungen bei der Integration unbemannter Systeme

Die Einführung neuer Technologien birgt Risiken, insbesondere bei der Ausbildung von Truppen und der Systemintegration. Ein identifizierter Risikofaktor ist die mögliche Komplexität beim Einbinden von BLOS- und C-UAV-Fähigkeiten in unbemannte Begleitfahrzeuge.

„Wir gehen nicht davon aus, dass diese unbemannten Bodenfahrzeuge leicht zu ersetzen sein werden, da die Montage hochentwickelter BLOS- oder C-UAV-Waffen wahrscheinlich mit hohen Kosten verbunden sein wird“, warnt Brunet.

Schnellüberblick:

Was ist der CAPINT?

Der CAPINT ist ein neuartiger Kampfpanzer von KNDS, der als Überbrückung zwischen aktuellen und zukünftigen Fahrzeugen dienen soll.

Wann beginnt die Produktion neuer Leopard-2-Panzer?

Die Produktion neuer Leopard-2-Panzer (Leopard 2A8) beginnt 2025.

Wie viele Leopard-2-Nutzerländer gibt es?

Im Jahr 2023 gibt es 24 Leopard-2-Nutzerländer, die Mehrheit davon in Europa.

Welche unbemannten Systeme werden in CAPINT integriert?

CAPINT integriert unbemannte Systeme als „Wingmen“, darunter UGV-Konzepte wie REFURBOT und TRACKX.

Welche geplante Anzahl Leclerc XLR-Fahrzeuge gibt es?

Geplant sind 200 Leclerc XLR-Fahrzeuge bis zum Jahr 2035 (Quelle S1).

Quellen

  • https://www.eda.europa.eu/news/2023-01-15/role-of-mgcs
  • https://www.din.de/produktionsgeschichte-leopard-1

Michael Bauer

Michael Bauer ist Technologie-Analyst mit Schwerpunkt auf unbemannten Systemen, autonomen Plattformen und der Verteidigungstechnologie der nächsten Generation. Er hat langjährige Erfahrung in der Evaluierung technologischer Trends und ist regelmäßiger Sprecher bei internationalen Fachkonferenzen zu Robotik- und Drohnentechnologien. Bei Defence-Tech.de deckt er technologische Entwicklungen ab, die Cybersicherheit, KI-Integration und autonome Einsatzsysteme verbinden. Bauers Beiträge kombinieren technisches Know-how mit klarer, journalistischer Aufbereitung.

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