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Ondas entwickelt günstige Taktikdrohnen für IMOD – Digital Bat

Ondas entwickelt günstige Taktikdrohnen für IMOD – Digital Bat

14. August 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Das israelische Verteidigungsministerium (IMOD) hat das US-Unternehmen Ondas beauftragt, im Rahmen des Beschaffungsprogramms „Digital Bat“ kostengünstige, hochautonome taktische Angriffsdrohnen zu entwickeln. Der Multi-Millionen-Dollar-Vertrag zielt darauf ab, mehrere tausend Einheiten zu produzieren, um die Schlagkraft von Infanterie- und Spezialeinheiten auf Bataillonsebene zu stärken und gleichzeitig teure Präzisionsmunition zu ergänzen.

Digital Bat: Auftrag an Ondas für kostengünstige Angriffsdrohnen

Der Auftrag markiert eine Doktrin-Wende hin zu „attritable systems“ – also abnutzbaren, massenproduzierbaren Wirkmitteln, die in großen Stückzahlen eingesetzt werden können. Die Kernanforderungen liegen auf Autonomie, C2-Netzwerkintegration, schneller Einsatzbereitschaft und niedrigen Stückkosten. Das System soll Frontstreitkräften flexible und reaktionsschnelle Schlagkraft im Nahbereich bieten.

„The Israeli Ministry of Defense operates at the forefront of modern defense technology and has some of the world’s most demanding operational requirements,“ sagte Eric Brock, Chairman und CEO von Ondas. „Their selection of Ondas reflects confidence in our internal engineering capabilities, operational experience, and ability to rapidly translate changing battlefield requirements into scalable, mission-ready systems.“

Oshri Lugassy, Co-CEO von Ondas Autonomous Systems, ergänzte: „This award represents an important opportunity to apply Ondas‘ autonomous systems capabilities to one of the most important emerging requirements on the modern battlefield.“

Mehrere tausend Drohnen – geplante Stückzahl und Budget

  • Geschätztes Gesamtprogrammvolumen: mehrere 100 Millionen ILS (2026)
  • Geplante Stückzahl: mehrere tausend Drohnenplattformen für Infanterie- und Spezialeinheiten (2026)
  • US-Vergleichsbudget Drone Dominance Program: 1,1 Mrd. USD (2026)

Multi-Vendor-Strategie: Airobotics, Kela und eyesAtop

Um Lieferengpässe zu vermeiden und die Produktionskapazitäten krisensicher zu gestalten, hat das IMOD die Ausschreibung erneut geöffnet. Neben der Ondas-Tochter Airobotics werden weitere Technologiepartner wie Kela und eyesAtop eingebunden, um Redundanz in der industriellen Fertigung sicherzustellen.

Vergleich mit dem US Drone Dominance Program

Das israelische Vorhaben orientiert sich an der US-Initiative „Drone Dominance“, die ebenfalls auf massive Stückzahlen statt hochpreisiger Einzelsysteme setzt. Das US-Programm verfügt über ein Budget von 1,1 Mrd. USD für kostengünstige, autonome Drohnensysteme – ein klares Signal für den globalen Trend zu erschwinglichen, abnutzbaren Wirkmitteln im modernen Gefecht.

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Ethik und Lieferkettenrisiken

  • Ethische Bedenken: Hochautonome Zielerfassung und Missionsdurchführung werfen Fragen zur Letalkontrolle (Human-in-the-Loop) im urbanen Einsatzumfeld auf.
  • Lieferketten- und Skalierungsrisiken: Der Übergang von prototypischer Autonomie-Software zu einer verlässlichen Massenfertigung birgt industrielle Engpässe und Margendruck für Zulieferer.

Hintergrund zum Programm Digital Bat

Das vom israelischen Verteidigungsministerium vorangetriebene Programm läuft unter der Bezeichnung „Digital Bat“ (Ctech 2026). Ziel der Initiative ist es, Infanterieverbänden ein standardisiertes, hochautonomes Angriffswerkzeug an die Hand zu geben, das in Stückzahlen von mehreren tausend Einheiten beschafft werden soll. Um Lieferengpässe zu vermeiden und die Produktionskapazitäten krisensicher aufzustellen, bindet das Ministerium neben Ondas beziehungsweise dessen Tochterunternehmen Airobotics weitere Technologiepartner wie Kela und eyesAtop ein.

Strategisch spiegelt „Digital Bat“ eine grundlegende Trendwende in der westlichen Rüstungsbeschaffung wider: Ähnlich wie das mit 1,1 Milliarden US-Dollar dotierte „Drone Dominance Program“ der US-Streitkräfte setzt Israel verstärkt auf erschwingliche, abnutzbare Systeme („attritable systems“). Statt allein auf hochkomplexe Plattformen zu vertrauen, sollen autonome Softwarearchitekturen und modulare Fertigung eine marktnahe Massenproduktion für den zügigen Einsatz an der Front sicherstellen.

Schnellüberblick:

Wie heißt das israelische Drohnenprogramm offiziell?

Das Beschaffungs- und Entwicklungsprogramm des israelischen Verteidigungsministeriums läuft unter dem Namen „Digital Bat“.

Welche operative Einheit von Ondas wickelt den Vertrag ab?

Die Entwicklung und Fertigung erfolgt primär über den Geschäftsbereich Ondas Autonomous Systems und dessen israelische Unternehmenstochter Airobotics.

Warum setzt das Militär auf „Low-Cost„-Drohnen?

Gegenwärtige Konflikte zeigen einen enormen Materialverschleiß; günstige Systeme ermöglichen eine breite Ausstattung auf Zug- und Bataillonsebene, ohne teure High-End-Lenkflugkörper aufzubrauchen.

Quellen

  • https://www.jpost.com/business-and-innovation/defense/article-ondas-digital-bat
  • https://www.calcalistech.com/ctechnews/article/ondas-digital-bat

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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