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Entwicklung des neuen Hauptkampfpanzers NMBT – Hybrid-Schutzsystem, 130 mm Future Gun und digitale Architektur

Entwicklung des neuen Hauptkampfpanzers NMBT – Hybrid-Schutzsystem, 130 mm Future Gun und digitale Architektur

28. Juni 2026 von Dr. Lena Hoffmann

Der New Main Battle Tank (NMBT) der italienischen Streitkräfte, der auf dem KF51 Panther von Rheinmetall basiert, steht im Mittelpunkt einer internationalen Entwicklungskooperation zwischen Leonardo und Rheinmetall. Ziel ist ein hochmodernes Kampffahrzeug, das bereits heute bereits mit einer 120 mm-Kanone ausgestattet wird, später jedoch innerhalb kürzester Zeit auf das Rheinmetall 130 mm Future Gun System umgerüstet werden kann. Neben einer beeindruckenden Feuerkraft legt das Projekt besonderen Wert auf ein hybrides Schutzsystem, digitale Vernetzung und eine neuartige Motorentechnologie, die die Anforderungen zukünftiger Gefechte erfüllen soll.

Hybrid-Schutzsystem im NMBT

Ein zentrales Merkmal des NMBT ist das hybride Schutzsystem, das aktive und passive Elemente kombiniert. Wie David Hoeder, Executive Chairman von LRMV, auf der Eurosatory erklärte, „Markant an dem neuen italienischen Panzer ist die wuchtige Front des Turms. Hier sei ein leistungsfähiges hybrides Schutzsystem gegen KE-Geschosse verbaut worden, das aus aktiven und passiven Elementen bestehe“. Das System nutzt das Rheinmetall-Aktivschutzsystem Strike Shield, das sich kurz vor der Serienreife befindet, und ergänzt es durch passive Panzerung, die gegen moderne kinetische Energie-Geschosse (KE-G) wirksam ist.

  • Aktive Schutzkomponente: Rheinmetall Strike Shield
  • Passive Schutzkomponente: hochfeste Panzerung der Front
  • Ziel: Erhöhung der Überlebensfähigkeit in allen Bedrohungslagen

Dieses hybride Konzept ermöglicht es dem NMBT, selbst gegen die fortschrittlichsten KE-Geschosse standzuhalten – ein entscheidender Vorteil gegenüber älteren Panzerplattformen.

Rheinmetall 130 mm Future Gun System

Der NMBT wird zunächst mit einer 120 mm-L55-Kanone von Leonardo ausgerüstet, die die Präzisionsmunition Vulcano verschießen kann. Die Vulcano-Munition besitzt eine Reichweite von bis zu 30 km und bietet verschiedene Zündmodi sowie Endphasenlenkung. Laut Hoeder „hat das Rheinmetall-Team geschafft, den Panzer in weniger als zwölf Stunden von 120 mm auf eine 130 mm-Kanone umzurüsten“. Das zukünftige 130 mm-Future-Gun-System soll die Feuerkraft hinsichtlich Reichweite und Durchschlag weiter maximieren und damit das Fahrzeug zu einer dominierenden Kraft auf dem Schlachtfeld machen.

  • Ursprüngliche Bewaffnung: 120 mm-L55-Kanone
  • Umrüstbarkeit: Wechsel innerhalb von <12 Stunden auf 130 mm-Kanone
  • Munition: Vulcano-Präzisionsmunition (30 km Reichweite)
  • Gesamtdurchschlag: Erhöhte Durchschlagskraft durch 130 mm-Kaliber

Die Ladeautomatik des NMBT ermöglicht einen Munitionsvorrat von 20 Schuss, unabhängig vom eingesetzten Kaliber.

Digitale Architektur und Besatzungsflexibilität

Die digitale Fahrzeugarchitektur (NGVA) des NMBT erlaubt eine flexible Rollenverteilung innerhalb der vierköpfigen Besatzung. Hoeder betont: „Der NMBT ist so digital konzipiert, dass – außer dem Fahrer – auf jeder der Positionen jede Rolle übernommen werden kann“. Das bedeutet, dass der Kommandant theoretisch auch vom Richtschützenplatz aus führen kann. Die vierte Besatzungsposition ist für Spezialaufgaben wie die Bedienung von Drohnen oder Loitering-Munition vorgesehen.

  • Besatzungsgröße: 4 Personen
  • Flexibilität: Rollen können auf allen Sitzen übernommen werden
  • Spezialist-Rolle: Bedienung von Drohnen/Loitering-Munition
  • Digitale Vernetzung: Integration von Elektrooptiken, Laserwarnern, Akustik-Sensoren

Zusätzlich ist das Fahrzeug mit einer 30 × 113 mm-Waffe ausgestattet, die programmierbare Airburst-Munition für die Drohnenabwehr bereitstellt (150 Schuss Vorrat).

Motoren und Antriebsstrang

Die Antriebstechnik des NMBT basiert auf speziell für die neue Generation von Kampffahrzeugen entwickelten Motoren. Laut Angaben des italienischen Herstellers IDV verfügt der V12-Kampfmotor über eine Spitzenleistung von bis zu 1.300 kW (1.770 PS) und ein Drehmoment von 6.000 Nm. Die Motoren sind für ein „Drive-by-Wire“-System konzipiert und besitzen ein Zweikühlkreissystem sowie moderne Turbolader, die ein hohes Ansprechverhalten unter allen Betriebsbedingungen garantieren. Die angegebene Lebensdauer zwischen Überholungen beträgt über 2.500 Stunden.

  • Leistung: 1.300 kW (1.770 PS)
  • Drehmoment: 6.000 Nm
  • Langlebigkeit: >2.500 Stunden zwischen Überholungen
  • Technologie: Drive-by-Wire, Zweikühlkreissystem, moderne Turbolader

Die Auswahl der Getriebehersteller konzentriert sich auf Renk, Sapa und ZF, während die Motoren von IDV und MTU kommen. Ein Battery-Power-Pack ersetzt die bisher übliche Auxiliary Power Unit (APU).

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Gewicht und Fahrzeugparameter

Der NMBT soll je nach Konfiguration ein Leergewicht zwischen 61 und 67 Tonnen aufweisen, das maximale zulässige Gesamtgewicht liegt bei 69,5 Tonnen (Stand 2023, Quelle S1). Das Chassis basiert auf dem Panther-Chassis, das sowohl in Deutschland als auch in Italien gefertigt wird.

  • Maximales Gewicht: 69,5 t (2023)
  • Gewichtsbereich je nach Variante: 61 – 67 t
  • Chassis: Auf Basis des Rheinmetall-Panzer-Chassis KF51 Panther
  • Wertschöpfung: 60 % aus Italien

Schnellüberblick:

Wann beginnt die Erprobung des NMBT?

Die Erprobung des NMBT ist für 2028 vorgesehen, die Serienproduktion wird für 2029 erwartet.

Wie hoch ist das maximale Gewicht des NMBT?

Das maximale Gewicht des NMBT beträgt 69,5 Tonnen (Stand 2023).

Welche Kaliber können im NMBT eingesetzt werden?

Der Panzer ist zunächst mit einer 120 mm-L55-Kanone ausgerüstet und kann später auf das 130 mm-Future-Gun-System umgerüstet werden.

Wie lange sind die Motoren des NMBT laut Herstellerangaben wartungsfrei?

Die Motoren haben eine angegebene Langlebigkeit von über 2.500 Stunden zwischen Überholungen.

Quellen

  • https://www.militaerjournal.de/nmbt-entwicklung-2023
  • https://www.hartpunkt.de

Dr. Lena Hoffmann

Dr. Lena Hoffmann ist seit über einem Jahrzehnt spezialisierte Journalistin im Bereich Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie. Sie verfügt über einen Doktortitel in Internationalen Sicherheitsstudien und war zuvor Redakteurin für strategische Technologieanalysen in führenden Fachmedien. Dr. Hoffmann berichtet bei Defence-Tech.de über technologische Innovationen, strategische Programme in NATO- und EU-Kontext sowie über ethische Fragestellungen bei der Integration neuer Systeme in moderne Streitkräfte. Ihre Artikel zeichnen sich durch präzise Recherche, faktenbasierte Analyse und globale Perspektiven aus.

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