Eurofighter Tranche 4 startet Jungfernflug für Bundeswehr
Am 26. Juli 2026 absolvierte ein Eurofighter der Tranche 4 mit der Kennung 34+02 in Manching seinen Jungfernflug – der Auftakt für die modernste Variante des europäischen Mehrzweckkampfflugzeugs, das künftig das Rückgrat der deutschen Luftwaffe bilden soll. Der Flug markiert nicht nur einen technologischen Meilenstein, sondern hat weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen für Deutschland.
Technologische Fortschritte der Eurofighter Tranche 4
Das auffälligste Merkmal der Tranche 4 ist ein deutlich leistungsfähigeres AESA-Radar: das Eurofighter Common Radar System Mark 1 (ECRS Mk1). Entwickelt von Hensoldt gemeinsam mit dem spanischen Partner Indra, ermöglicht das neue Radar dank neuer Mehrkanal-Empfänger und Breitband-Sende-/Empfangsmodulen eine simultane Verfolgung einzelner Ziele und eine großflächige Luftraum-Abtastung.
„Laut Hensoldt bietet das System eine um 50 Prozent größere Winkelabdeckung als bisherige AESA-Radare.“
Die erweiterte Winkelabdeckung von 50 % (2023) verbessert die Effizienz bei der Bedrohungsverfolgung erheblich und stärkt die Einsatzfähigkeit der Luftwaffe in komplexen Szenarien. Neben dem Radar wurden Hard- und Software modernisiert und die Fähigkeiten zur Bekämpfung von Luft- und Bodenzielen erweitert.
- Eurofighter Common Radar System Mark 1 (ECRS Mk1)
- 50 % größere Winkelabdeckung gegenüber Vorgängerversionen (2023)
- Mehrkanal-Empfänger und Breitband-Module für simultane Aufgaben
- Erweiterte Hard- und Software für Luft- und Bodenziele
Wirtschaftliche Bedeutung des Eurofighter-Programms
Der Eurofighter ist nicht nur ein militärisches Kernstück, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Laut einer Studie von Airbus sichert die Tranche 4 in Deutschland rund 25 000 direkte und indirekte Arbeitsplätze bei etwa 120 Zulieferern. Bis zum Jahr 2060 soll das Programm einen Beitrag von 6,5 Milliarden Euro zum deutschen Bruttoinlandsprodukt leisten.
„Die Tranche 4 schafft etwa 25 000 Arbeitsplätze und wird bis 2060 6,5 Milliarden Euro zum BIP beitragen.“ – Airbus Defence and Space, 2023
- 25 000 Arbeitsplätze (2023)
- 6,5 Milliarden Euro BIP-Beitrag bis 2060
- Bestellung von 38 Flugzeugen im Rahmen des Quadriga-Programms für rund 5,5 Milliarden Euro
Die wirtschaftliche Wirkung erstreckt sich über die gesamte Lieferkette und stärkt die High-Tech-Industrie in Deutschland.
Weitere Modernisierungspläne und zukünftige Tranchen
Parallel zur Tranche 4 laufen bereits die nächsten Entwicklungsschritte. Das „Phase 4 Enhancement“ sieht ein weiter verbessertes Radar und ein modernes Cockpit vor, während das „Long Term Evolution“-Programm den Eurofighter über eine Cloud-Anbindung fit für das zukünftige Kampfflugzeugsystem FCAS machen soll. Im Herbst 2025 hat die Bundesregierung zusätzlich 20 Eurofighter der Tranche 5 bestellt – ein Projekt im Wert von 3,75 Milliarden Euro, das zwischen 2031 und 2034 ausgeliefert wird.
Die kontinuierliche Modernisierung garantiert, dass der Eurofighter über mehrere Jahrzehnte hinweg als Basis für weitere technologische Entwicklungen dient.
Risiken und Gegenpunkte
Ein kritischer Aspekt bleibt die Kostenentwicklung. Steigende Kosten im Eurofighter-Programm könnten die finanziellen Zusagen der Regierung belasten und die Umsetzung zukünftiger Programme gefährden. Dieses Risiko muss im Kontext der langfristigen Beschaffungs- und Modernisierungsstrategie der Bundeswehr beobachtet werden.
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Schnellüberblick:
Was ist die Tranche 4 des Eurofighters?
Die Tranche 4 ist die modernste Version des Eurofighter Typhoon und beinhaltet zahlreiche technologische Verbesserungen, insbesondere in Bezug auf Radar und Kampffähigkeiten.
Wie groß ist die Winkelabdeckung des neuen ECRS Mk1?
Das ECRS Mk1 bietet eine um 50 % größere Winkelabdeckung im Vergleich zu vorherigen AESA-Radaren (Stand 2023).
Wie viele Arbeitsplätze sichert die Tranche 4?
Nach Angaben von Airbus werden rund 25 000 direkte und indirekte Arbeitsplätze in Deutschland durch die Tranche 4 geschaffen.
